Air Peace stellt Nigerias Präsenz in London-Heathrow wieder her
In einem Markt, der lange Zeit von nicht-afrikanischen Fluggesellschaften dominiert wurde, verändert Air Peace, die größte Fluggesellschaft Westafrikas, mit der Einführung ihrer neuen Strecke von Abuja nach Heathrow den Status quo.
Nach der Einführung der Strecke von Lagos nach London-Gatwick im März 2024 markierte die Aufnahme der Air-Peace-Route von Lagos nach London-Heathrow im Herbst des vergangenen Jahres einen weiteren Schritt auf dem Weg zur Anbindung wichtiger nigerianischer Drehkreuze an internationale Ziele. Abuja – London-Heathrow folgte – und in diesem Sommer kommt eine weitere Route hinzu – vom nigerianischen Bundesstaat Ogun in die britische Hauptstadt.
Große internationale Fluggesellschaften, wie British Airways und Virgin Atlantic, bieten ebenfalls Direktflüge nach London vom Murtala-Muhammed-Flughafen in Lagos und vom Nnamdi-Azikwe-Flughafen in Abuja an. Wie Insider verraten, zählen diese Verbindungen zu den Profitabelsten der beiden Fluglinien und sind fast permanent in sämtlichen Buchungsklassen ausverkauft.
Andere große Fluggesellschaften wie KLM, Emirates, Air France, Turkish Airlines und Ethiopian Airlines bieten Anschlussflüge über ihre jeweiligen Drehkreuze nach London an. Diese Marktstruktur hat, wie auch auf anderen wichtigen internationalen Strecken, zu einem Oligopol der Nigeria mit Großbritannien verbindenden Airlines geführt.
Air Peace: Rückkehr nach London-Heathrow
Doch der Markteinstieg von Air Peace, deren Flüge am Terminal 3 des Flughafens London-Heathrow abgefertigt werden, ist eine nigerianische Alternative auf dem Markt zwischen Abuja und London. Dies birgt das Potenzial, die Wettbewerbsdynamik neu zu definieren, die Preisstrukturen zu beeinflussen und die Beteiligung nigerianischer Fluggesellschaften auf einer der wirtschaftlich rentabelsten internationalen Strecken des Landes wiederherzustellen.
Nigerias Minister für Luftfahrt und Luft- und Raumfahrtentwicklung, Festus Keyamo, SAN, CON, der auf dem Erstflug vom Nnamdi Azikiwe International Airport in Abuja eine Gruppe hochrangiger Passagiere anführte, forderte bereits seit langer Zeit, dass die Ungerechtigkeit bei den internationalen Flugverkehrsrechten zwischen Nigeria und Großbritannien beseitigt wird.
Schon im August 2024 forderte er die britische Regierung offiziell auf, nigerianischen Fluggesellschaften Zugang zu Slots, sowohl in Gatwick als auch in Heathrow zu gewähren – ein Recht, das Nigeria auf dem Papier bereits zustand, jedoch immer wieder von britischer Seite torpediert wurde.
Der Zugang zu Heathrow, einem der am stärksten ausgelasteten Flughäfen der Welt, war für nigerianische Fluggesellschaften trotz bestehender bilateraler Luftverkehrsabkommen (BASA) eine Herausforderung. Eine Situation, die erst durch die aktuelle britische Regierung verbessert wurde.
Für Allen Onyema, Gründer und Vorsitzender von Air Peace, war der Erstflug von Abuja nach London daher auch weit mehr, denn ein gewöhnlicher Festakt einer neuen Verbindung. Ihm ist bewusst, dass in den letzten vier Jahrzehnten mehr als 100 nigerianische Fluggesellschaften den Betrieb eingestellt haben, da sie mit hohen Betriebskosten, eingeschränktem Zugang zu internationalen Strecken und strukturellen Nachteilen zu kämpfen hatten. Der Air-Peace-CEO hofft, dass dieses Schicksal, auch durch gerechte Luftverkehrsabkommen, seiner Airline erspart bleibt.
Für die Finanzwelt von Bedeutung
Die Strecke von Abuja nach London-Heathrow ist auch für Nigerias Finanzwelt von Bedeutung. In einer Erklärung nach der Einführung lobte die Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende der Fidelity Bank, Dr. Nneka Onyeali-Ikpe, OON, die Vision von Air Peace. Sie merkte an, dass der Eintritt in den Heathrow-Markt wachsendes Vertrauen in Nigerias Luftverkehrssektor und die Fähigkeit lokaler Unternehmen, international zu konkurrieren, zeige.
Über das Prestige hinaus geht der neue Flugdienst auf ein tieferes Problem ein. Trotz seiner Bevölkerungszahl, seiner wirtschaftlichen Größe und seiner strategischen Lage bleibt Nigeria in Bezug auf den Flugverkehr eines der am schlechtesten vernetzten Länder. Anbessie Yitbarek, Vice President für Commercial Sales and Marketing bei Boeing in Afrika, hat wiederholt darauf hingewiesen, dass Nigeria sowohl innerhalb Afrikas als auch auf Strecken nach Übersee unterversorgt ist.
Nächste Route nach London geplant
Air Peace kündigte Pläne an, in diesem Sommer Direktflüge vom Gateway International Cargo Airport im Bundesstaat Ogun nach London aufzunehmen, der auch Passagierflüge anbietet. Diese Flüge werden mit Boeing 777-Flugzeugen nach London-Heathrow oder -Gatwick durchgeführt. Sie haben zum Ziel, den Handel und den Reiseverkehr im Südwesten Nigeria anzukurbeln.
Zudem unterzeichnete das Unternehmen kürzlich ein bilaterales Interline-Abkommen, um die Verbindungen zwischen Nigeria, West- und Zentralafrika sowie globalen Zielen über Istanbul zu verbessern. Diese Partnerschaft ermöglicht Air-Peace-Passagieren Reisen mit einem einzigen Ticket, eine optimierte Gepäckabfertigung sowie erweiterte Strecken nach Europa, Asien und Amerika.


