München, 19. September 2016

Wir alle kennen es: Man sitzt gemütlich im Garten und genießt das schöne Wetter oder spaziert nichtsahnend durch die Innenstadt. Auf einmal gibt es einen kurzen aber lauten Knall. Verwundernd schauen sich die Menschen an und überlegen was es gewesen sein könnte. Erst Stunden, wenn nicht sogar Tage später, kommt von der Luftwaffe eine Meldung im lokalen Radio rein, dass es sich bei der Ruhestörung um einen Jet gehandelt hat, der die Überschallmauer durchbrach. Aber wie entsteht so ein Knall?

Das Video zeigt, wie sich so ein Überschallknall anhören kann und wie dieser eventuell sichtbar zur Geltung kommt. Quelle Video: TheArrowmax, Youtube

Der Schall breitet sich in Form von Schallwellen gleichmäßig aus und hat in Bodennähe, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, eine Geschwindigkeit von etwa 1200 km/h. Sollte sich nun ein Flugzeug der Schallgeschwindigkeit nähern, wird der Abstand zwischen den einzelnen Schallwellen immer kleiner, das heißt der Flieger holt seinen eigenen Schall ein. Sobald die Schallgeschwindigkeit, auch Mach 1 genannt, erreicht wurde, bildet sich am Flugzeug eine Stoßwelle. Dieser Verdichtungsstoß verläuft kegelförmig nach hinten und ist die hörbare Folge des Überschallknalls.

Um genauer zu sein, besteht der Überschallknall aus einem Doppelknall, den man nur schwer wahrnimmt. Der erste Knall entsteht, wenn die Nase des Flugzeugs die Schallmauer durchbricht, der zweite dementsprechend beim „Austritt“ des hinteren Teils des Jets aus der Schallmauer.

Den ersten nachweislichen Überschallflug absolvierte der amerikanische Testpilot Chuck Yeager am 14. Oktober 1947.

In den darauffolgenden Jahren wurden immer schneller- und höherfliegende Flugzeuge, die sogar bis auf Mach 3 stiegen, gebaut. Auch in der zivilen Luftfahrt eroberten Überschallflugzeuge den Himmel. So flog im Jahre 1970 die russische Tupolev Tu-144 den ersten Überschallflug (2150 km/h). Einige Zeit später folgte die Concorde und überquerte den Atlantik mit einer durchschnittlichen Flugzeit von drei Stunden.

Quelle: Boger, Aeroscope