Tag der Arbeit kurios: Weil der 1. Mai in diesem Jahr auf den Karsamstag des orthodoxen Osterfestes fiel, haben die großen griechischen Gewerkschaften ihre Demonstrationen und Streiks kurzerhand auf diese Woche verschoben. Allerdings nicht auf einen einzelnen Tag, sondern in Raten – mit dem Ergebnis, dass sowohl am Dienstag als auch am Donnerstag mit Chaos im Verkehr gerechnet wird.

So streiken am Dienstag unter anderem die Journalisten sowie zwischendurch der öffentliche Nahverkehr und die Mitarbeiter im privatwirtschaftlichen Sektor. Am Donnerstag gehen dann die Mitarbeiter von Fähren, die Fluglotsen und erneut der öffentliche Nahverkehr in den Ausstand. Die Fluglotsen legen die Arbeit nur für vier Stunden nieder; manche Inlandsflüge fallen aus, Flüge aus Deutschland sind jedoch Stand Dienstag nicht von Streichungen betroffen.

Auch die Staatsbediensteten legen am Donnerstag die Arbeit nieder. Außerdem hat die kommunistische Gewerkschaft PAME für Donnerstag zum 24-Stunden-Streik und zu einer Demonstration und Kundgebung vor dem griechischen Parlament am zentralen Athener Syntagma-Platz aufgerufen.

Gewerkschaftsübergreifend lautet das diesjährige Motto «Hände weg vom Acht-Stunden-Tag». Die Regierung des konservativen Premiers Kyriakos Mitsotakis plant, die Arbeitszeit zu flexibilisieren. Es handele sich dabei um eine «Anpassung der Arbeitsverhältnisse an die Realität», heißt es. Die Gewerkschaften wehren sich: Die Dachgewerkschaft für den privatwirtschaftlichen Bereich GSEE skandiert: «Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Ruhe, acht Stunden Freizeit.»

dpa axa tt xx n1 da