Wer den Urlaub buchen möchte, beschäftigt sich mit dem Ziel, der Airline, der Buchungsklasse, aber selten mit den in Frage kommenden Abflughäfen. Doch was spricht neben der Wohnortnähe für kleinere, was für größere Airports?

Okay, beginnen wir mit einem Beispiel: Antalya heißt das Reiseziel der Wahl. Jetzt gilt es, eine Unterkunft und eine passende Flugverbindung zu finden. Die Auswahl an Airlines, die regelmäßig die türkische Urlaubshochburg ansteuern, ist ab dem deutschsprachigen Raum groß – ebenso wie die Zahl an potenziellen Abflughäfen. Doch was spricht für kleine Airports, was für große Airports, um in die schönsten Wochen des Jahres zu starten?

Kleine Airports, weniger Auswahl

Ein Blick auf die Anzeigentafel eines norddeutschen Regionalflughafens beweist es: Heute geht kein Flug an die türkische Riviera. Einen Full-Service-Carrier mit einem entsprechenden Nonstopflug im Angebot sucht man eh vergebens. Eine Ferienfluggesellschaft, die sich gerne an kleineren Flughäfen abseits der großen Hubs tummelt, fliegt lediglich dreimal die Woche, ist dafür aber bei den Ticketpreisen unschlagbar günstig.

Reisende mit Koffern am Flughafen Hamburg.
Der Flughafen Hamburg hat in diesem Sommer 38 bis 41 Verbindungen pro Woche nach Antalya im Angebot.

Wer dagegen beispielsweise in den Flugplan ab Hamburg schaut, findet in diesem Sommer bereits bis zu 41 Flüge pro Woche nach Antalya, bedient von fünf Airlines (Mavi Gök, Freebird, Corendon, Pegasus und SunExpress). Ab dem Flughafen München, Deutschlands zweitgrößtem Airport, starten bis zu zehn Carrier in der Hochsaison in Richtung Türkische Riviera. Da ist die Auswahl also wesentlich größer – und das nicht nur bei der Frage, mit wem fliege ich, sondern auch wann und zu welchem Preis.

Kleinere Airports, günstigeres Parken

Doch nicht nur der Ticketpreis allein sollte Ihre Entscheidung beeinflussen. Betrachten Sie vielmehr das Gesamtpaket. Wer schon einmal sein Auto an Flughäfen wie Frankfurt, München oder Stuttgart längere Zeit abgestellt hat, weiß, wie sehr das den Geldbeutel belasten kann. Schnell werden dort auf Parkplätzen in direkter Terminalnähe pro Woche 100, 200 oder mehr Euro fällig – wenn man nicht vorab online bucht, sich somit niedrigere Tarife sichert und zusätzlich sichergehen kann, dass auch ein Plätzchen frei ist.

Luftbildaufnahme Flughafen Münster/Osnabrück.
Am Flughafen Münster/Osnabrück können Reisende ihr Auto günstig über den Urlaub hinweg abstellen. Bild: Flughafen Münster/Osnabrück

Wesentlich günstiger geht es da auf kleineren Airports zu. Das Verbraucherportal Allright hat im Oktober 2025 in einer deutschlandweiten Untersuchung herausgefunden, dass eine Woche Parken an Flughäfen wie Münster/Osnabrück am günstigsten ist. Der nordrhein-westfälische Airport bietet aktuell Parktarife für eine Woche ab 39 Euro an. Generell sind Urlauber mit einer Online-Buchung auf der sicheren Seite. Denn das spart Geld und nebenbei auch Nerven bei der Suche nach einem geeigneten Stellplatz.

Große Airports, bessere Erreichbarkeit

Wer nicht selbst mit dem Auto anreisen möchte, setzt entweder auf Onkel Bernd und seinen alten Volvo, aufs Taxi oder auf die Bahn. Letzteres ist allerdings nur dann zu empfehlen, wenn der Flughafen auch einen Bahnanschluss hat. Intermodalität spielte Anfang der 2000er-Jahre nicht zuletzt deshalb eine gewichtige Rolle in den Planspielen zum Ausbau diverser Flughafen-Infrastrukturen.

ICE am Flughafenbahnhof in Düsseldorf.
Unter anderem am Flughafenbahnhof in Düsseldorf halten regelmäßig Fernzüge der Deutschen Bahn. Bild: Andreas Wiese/Flughafen Düsseldorf

Als Vorreiter galt schnell der bereits vor Jahrzehnten eröffnete Frankfurter Flughafenbahnhof, der heute der größte seiner Art in Deutschland ist. An den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Leipzig/Halle und Berlin halten momentan ebenfalls regelmäßig Fern- und/oder Regionalzüge der Deutschen Bahn. In Österreich verfügt der Flughafen Wien über einen eigenen Bahnhof, in der Schweiz sind sowohl am Züricher als auch Genfer Airport Bahnhöfe zu finden.

Hamburg, München, Stuttgart oder Hannover sind per S-Bahn, Nürnberg per U-Bahn erreichbar. In Bremen oder Erfurt pendelt eine Straßenbahn. Memmingen, Rostock-Laage oder Hahn können dagegen keine Schienenanbindung bieten, wohl aber Buslinien.

Kleinere Airports, weniger Stress

Wer stressfrei in den Urlaub starten möchte, ist in kleinen, überschaubaren Terminals mit wenig Andrang vor der Sicherheitskontrolle und kurzen Wegen zwischen Haupteingang und Flugzeugtür auf der sicheren Seite. Die Berliner beispielsweise warben einst damit, dass Passagiere am inzwischen stillgelegten Flughafen Tegel lediglich 70 Schritte vom Taxi ins Flugzeug zurücklegen mussten.

Heute gelten deutschlandweit Bremen oder Friedrichshafen als Airports der kurzen Wege. Das dürfte vor allem für Familien mit kleinen Kindern oder Passagieren mit eingeschränkter Mobilität interessant sein. Hier halten sich die Schlangen am Check-in beziehungsweise der Gepäckaufgabe in Grenzen, hier findet man im Boardingbereich stets einen Sitzplatz, insbesondere dann, wenn nur ein, zwei Flüge zur selben Zeit abgefertigt werden.

Die Chancen, sich auf dem Weg ans Gate zu verlaufen, sind gering. Allerdings: Lounge- und Gastronomieangebot sowie die Produktpalette der Duty-Free-Shops gelten an kleineren Airports zuweilen als ausbaufähig. Dafür bekommt man auf der Rückreise sein Gepäck zumeist schneller zurück. Doch wer will beim Start in den Urlaub bereits an dessen Ende denken?