Nach einer Drohnensichtung und einem verdächtigen Gegenstand war der Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch zeitweise komplett gesperrt.

Ein sicherheitsrelevanter Zwischenfall hat den Frachtflugverkehr am Flughafen Leipzig/Halle in der Nacht zu Mittwoch erheblich gestört. Wegen einer Drohnensichtung und eines verdächtigen Gegenstands auf dem Rollfeld war der Airport zeitweise vollständig für Starts und Landungen gesperrt.

Drohnensichtung löst Großeinsatz aus

Kurz nach Mitternacht meldeten Zeugen eine Drohne im Bereich des Flughafengeländes. Die Meldung führte zu einem größeren Einsatz von Bundespolizei und sächsischer Landespolizei. Betroffen war vor allem der Frachtbereich des Drehkreuzes, das unter anderem von DHL, Amazon Air und Antonov Airlines genutzt wird.

Parallel zur Drohnensichtung entdeckten Einsatzkräfte einen verdächtigen Gegenstand auf der Südbahn. Nach Angaben von „Bild“ und MDR, die sich auf die Bundespolizei berufen, kam dabei Bombenentschärfungsgerät zum Einsatz. Laut einem Bericht der „Freien Presse“ wurde der Gegenstand in der Nähe der geparkten ukrainischen Antonov-Maschinen festgestellt, ein Sprengstoffroboter kam zum Einsatz.

Flugbetrieb nach Drohnensichtung schrittweise wieder aufgenommen

Der komplette Flugbetrieb stand für rund zwei Stunden still. Nach etwa zwei Stunden konnte der Flugbetrieb auf der Start- und Landebahn Nord wieder aufgenommen werden. Die Südbahn, auf der der verdächtige Gegenstand gefunden worden war, blieb dagegen auch am Mittwochmorgen zunächst weiter gesperrt.

Mehrere Maschinen mussten wegen der Sperrung umgeleitet werden, darunter auch eine Passagiermaschine. Die Polizeidirektion Leipzig bestätigte die Umleitungen in einer ersten Mitteilung. Angaben zum konkreten Ausmaß der Verspätungen im Frachtverkehr lagen zunächst nicht vor.

Zweite Drohnensichtung binnen kurzer Zeit am Flughafen

Der Vorfall ist nicht der erste dieser Art am mitteldeutschen Flughafen. Bereits 2023 hatte eine Serie von Drohnensichtungen im Bereich von Terminal und Landebahnen zu mehreren kurzen Betriebsunterbrechungen geführt. Die Polizei ermittelte damals wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr, da Drohnen in unmittelbarer Nähe von Flughäfen grundsätzlich nicht fliegen dürfen.

Auch andere deutsche Flughäfen waren zuletzt wiederholt von ähnlichen Vorfällen betroffen, etwa Bremen und München, wo der Betrieb ebenfalls wegen möglicher Drohnen im Umfeld des Flughafengeländes unterbrochen wurde. Fluggesellschaften fordern angesichts der Häufung solcher Fälle inzwischen klare Regeln für eine wirksame Drohnenabwehr an Flughäfen.

Hintergrund: Prozess nach Anschlag auf DHL-Pakete

Der aktuelle Vorfall in Leipzig fällt in eine Zeit erhöhter Sicherheitsaufmerksamkeit am Standort. Am Flughafen läuft derzeit ein Strafprozess gegen fünf mutmaßlich Beteiligte eines Anschlags auf DHL-Pakete aus dem Jahr 2024, bei dem Brandsätze in Paketsendungen versteckt worden waren. Ob zwischen dem aktuellen Zwischenfall und diesem Verfahren ein Zusammenhang besteht, ist bislang nicht bekannt.

Zur Ursache der jüngsten Drohnensichtung und zur Herkunft des verdächtigen Gegenstands machten Bundespolizei und Landespolizei zunächst keine weiteren Angaben. Die Ermittlungen dauern an.