Die Lufthansa Group kann im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bei elf Milliarden Euro Umsatz nur 383 Millionen Euro operativen Gewinn erwirtschaften. Was sind die Gründe dafür?

Die aktuell hohen und vor allem volatilen Kerosinpreise treiben so manche Airline an den Rand des Abgrunds, wenn nicht sogar einen Schritt weiter. Und die Carrier, die über ein gesundes wirtschaftliches Fundament verfügen, müssen Federn lassen – und das branchenweit. Ein Blick in die jüngste veröffentlichte Bilanz des größten europäischen Airline-Konzerns beweist es.

Die Lufthansa-Gruppe konnte ihren Konzernumsatz im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zwar um acht Prozent auf 11,141 Milliarden Euro steigern. Doch das operative Ergebnis (Adjusted EBIT) brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro ein. Das Konzernergebnis wird mit 123 Millionen Euro angegeben. Im zweiten Quartal des Vorjahres zierten noch satte 1,012 Milliarden Euro die Group-Bilanz.

Lufthansa Group: Was sind die Kostentreiber?

Neben außergewöhnlichen Belastungen wie die Streiks im April, die mit rund 150 Millionen Euro zu Buche schlagen, sorgten vor allem die rekordhohen Treibstoffkosten für den Gewinneinbruch. Die Lufthansa Group musste im zweiten Quartal rund 750 Millionen Euro mehr für Kerosin auf den Tisch legen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Konzern-Chef Carsten Spohr spricht nicht umsonst von einem „anspruchsvollen“ Quartal und dass die „signifikant gestiegenen Treibstoffkosten trotz unserer nochmals verbesserten Auslastung und deutlich gesteigerten Durchschnittserlösen nicht vollständig kompensiert werden konnten“. Letztere lagen insbesondere auf den Asien-Strecken um mehr als 13 Prozent über dem Vorjahres-Wert.

LH-Group: Was lief im zweiten Quartal gut?

Positiv hat sich laut Spohr zudem „die global ungebrochene Nachfrage nach Flugreisen – primär in den Premiumklassen“ ausgewirkt. „Unsere zahlreichen Investitionen in Premium-Angebote wie Allegris oder Swiss Senses oder das Service Upgrade FOX beginnen sich auszuzahlen“, lobt der Konzernchef.

Bei der Kernmarke Lufthansa würden darüber hinaus inzwischen alle drei Elemente des Turnaround-Programms Wirkung zeigen: „Die Flotten- und Produkterneuerung macht sichtbare Fortschritte, die Kapazitäten in den hocheffizienten Flugbetrieben Discover Airlines und Lufthansa City Airlines werden kontinuierlich ausgebaut, und die Wettbewerbsfähigkeit wird durch zahlreiche Produktivitäts- und Effizienzmaßnahmen verbessert.“

Parallel dazu halte die positive Entwicklung des Frachtgeschäfts weiter an. Lufthansa Cargo habe ihren operativen Gewinn deutlich gesteigert und dadurch im zweiten Quartal eine Marge von mehr als elf Prozent erreicht. Auch Lufthansa Technik habe laut Spohr ein solides zweites Quartal vorgelegt und den Umsatz um elf Prozent steigern können. „Gerade in einem volatilen Umfeld zeigt sich: Unser Geschäftsmodell ist robust, anpassungsfähig und zunehmend resilient“, so Spohr mit Nachdruck.

Wie sieht der Konzernausblick aus?

Die Lufthansa Group erwartet für das Geschäftsjahr 2026 nun ein operatives Ergebnis zwischen 1,7 und 2,2 Milliarden Euro. Das obere Ende dieser Bandbreite entspreche weiterhin einem Ergebnis deutlich über Vorjahr und liege damit im Rahmen der bisherigen Ergebnisambition, so der Konzern.

Wesentliche Einflussfaktoren für die weitere Ergebnisentwicklung seien, so die Lufthansa Group weiter, die Entwicklung der Treibstoffkosten, der Stückerlöse, der operativen Stabilität des Flugbetriebs sowie des Luftfrachtgeschäfts. Die Lufthansa Group erwartet für das Gesamtjahr nun eine Kapazität auf Vorjahresniveau.