100 Jahre Lufthansa: Sieben XXL-Kraniche fliegen zum Jubiläum
Zum 100. Jubiläum setzt Lufthansa auf spektakuläre Sonderlackierungen: Sieben Flugzeuge tragen den XXL-Kranich – Designer David Hedley Noble erklärt die Idee dahinter.
Auffälliger kann man das 100. Jubiläum der Lufthansa nicht feiern: Sieben Flugzeuge mit einer XXL-Kranich-Sonderlackierung schickt die Airline im normalen Liniendienst um die ganze Welt. Designer David Hedley Noble plaudert aus dem Nähkästchen: Schon als Lufthansa nach einem neuen Design für ihre Flugzeuge suchte, das schließlich 2018 präsentiert wurde, entstand die Idee einer „Super-Kranich“-Lackierung. Für den Regelbetrieb wurde sie verworfen, aber zum 100. Geburtstag nun wieder reaktiviert und weiterentwickelt.
Weil der berühmte Kranich bei der Jubiläums-Lackierung auf den Rumpf gemalt ist, wirkt es so, als seien die Flügel des Flugzeugs auch die Schwingen des darauf abgebildeten Vogels. „Das Design bricht mit dem gewohnten Anblick, es bezieht sich auf den historischen Kranich von Designer Otto Firle – und es erinnert uns an das, was Flugzeuge eigentlich sind: große Vögel, die uns in alle Welt tragen“, sagt Hedley Noble.
Designer erklärt Sonderlackierungen zum Jubiläum von Lufthansa
Der Brite erklärt eine spezielle Herausforderung bei Flugzeuglackierungen, den den gesamten Rumpf betreffen: Es ist alles andere als einfach, einen Entwurf so auf unterschiedlich große Flugzeuge zu übertragen, dass er auf allen gleich aussieht. Die sieben XXL-Kranich-Flugzeuge sind nicht nur unterschiedlich lang. Zu berücksichtigen ist zum Beispiel die besondere Rumpfform der A380 mit ihrem Doppeldeck. Und dem Jumbojet Boeing 747-8 steht der XXL-Kranich wohl auch deshalb besonders gut, weil der Kopf des Logo-Vogels genau passend auf dem Buckel des Rumpfs vorne zu sehen ist.
Sechs Flugzeuge mit der auffälligen Lackierung sind schon in Dienst getreten, ein Airbus A350-1000 wird im Herbst kommen. Die Lackierarbeiten erfolgten in aller Welt: Die neue 787-9 wurde von Boeing gleich ab Werk mit dem XXL-Kranich versehen. Bei den übrigen Maschinen stand ohnehin eine turnusgemäße Erneuerung der Lackierung an. Die erfolgte bei der Boeing 747-8 in San Bernadino im US-Bundesstaat Kalifornien. Im britischen Norwich wurden die A320neo bemalt, die A350-900 dagegen im französischen Châteroux.
Die A380 ging für die Kranich-Lackierung ins irische Shannon. 35 Menschen arbeiteten 34 Tage daran. Der Kranich auf dem Riesen-Airbus ist 47 Meter lang, es wurden 4000 Quadratmeter Fläche lackiert. Mit dem Superkranich setzt Lufthansa erstmals den 2018 eingeführten, dunkleren Blauton in so großen Flächen auf dem Rumpf ein. Bei der regulären Bemalung ist er nur auf dem Seitenleitwerk und am Heck darunter zu sehen.
Nummer acht sieht anders aus
Es gibt noch ein achtes Flugzeug mit einer Sonderlackierung zum Jubiläum. Die allerdings sieht ganz anders aus: David Hedley Noble und das Team der Lufthansa-Designabteilung haben die Bemalung der legendären Lockheed L-1649A Super Star auf einen Airbus A321 übertragen. Das „Parabel-Design“ stammt aus den fünfziger Jahren und erhielt seinen Namen von dem runden Schwung, mit dem die blauen und gelben Streifen entlang der Fenster vorne auslaufen. Er findet sich auch um das Logo auf dem Seitenleitwerk wieder.
Schon 1918 hatte Otto Firle den „aufsteigenden Vogel“ für die Deutsche Luft-Reederei entworfen. Die fusionierte 1923 mit dem Lloyd Luftdienst zum Deutschen Aero Lloyd, und der wiederum 1926 mit Junkers Luftverkehr zur Luft Hansa. Doch in all der Zeit war der Kranich noch nie so groß auf Flugzeugen zu sehen wie jetzt zum 100. Jubiläum.
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