München, 29.01.2017

Diese Frage hört man sehr oft bei Besucherrundgängen durch Flugzeugmuseen oder Flughäfen. Hier kommen Menschen dem Flugzeug zum ersten Mal sehr nahe und erkennen komisch aussehende Teile am Flieger. 

Das Pitot-Rohr mag für den einen oder anderen wie ein Maschinengewehr aussehen. Doch dass dieses Bauteil eines der wichtigsten Instrumente am Flugzeug ist,  kann man leider nicht sofort auf den ersten Blick erkennen. Das Pitot-Rohr, auch Staurohr oder Staudrucksonde genannt, stellt dem Piloten sehr wichtige Informationen hinsichtlich des Fluges zur Verfügung. Folgende Instrumente sind an das Pitot-Rohr angeschlossen: Geschwindigkeitsmesser, Höhenmesser und das Variometer (Dieses zeigt an, ob der Flieger steigt oder sinkt). Die Anzahl der angeschlossenen Systeme am Pitot-Rohr ist abhängig von den Flugzeugmustern. Das Staurohr der größeren Passagiermaschinen beispielsweise ist an weitaus mehr Systeme angeschlossen, als kleine Propellerflugzeuge.

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Das Pitot-Rohr einer Cessna 172. Foto: Cessna

 

pitotrohr einer f-15
Auch Kampfjets verfügen über ein Staurohr, hier eine F-15. Foto: Pexels

Es gibt an Flugzeugen grundsätzlich zwei Drucksysteme: Der Staudruck und der statische Druck. Der Staudruck entsteht durch eine strömende Energie, also die von vorn kommende Luft. Diese wird durch das Pitot-Rohr gemessen. Je schneller die Geschwindigkeit der sich bewegenden Energie, desto höher der Staudruck.

Der statische Druck entspricht dem Luftdruck der ruhenden Umgebungsluft des Flugzeugs. Diese wird mithilfe eines Messpunktes, der sich seitlich am Rumpf befindet, gemessen.
Das Staurohr verarbeitet die Differenz der zwei Drucksysteme und ermöglicht eine Veränderung der Anzeige im Cockpit. Somit weiß der Pilot sofort in welchem Flugzustand sich das Flugzeug befindet und welche Maßnahmen zu treffen sind, um einen reibungslosen Flug durchführen zu können.

 

Quelle: Boger, Aeroscope