Tomatensaft, Wasser oder Alkohol: Darf man Getränke mit ins Flugzeug nehmen?
Trinkwaren an Bord sind nicht immer kostenfrei. Eigens mitgebrachte Getränke dürfen jedoch nur eingeschränkt im Handgepäck transportiert werden.
Die Luftfeuchtigkeit ist in Flugzeugen vergleichsweise niedrig. Reisende sollten auf Flügen also unbedingt darauf achten ausreichend zu trinken, damit sich der Körper an die äußeren Bedingungen, wie die trockene Luft oder auch die Zeitumstellung anpassen kann. Genügend Flüssigkeit unterstützt das Immunsystem und hilft dabei, Müdigkeit zu senken, Kopfschmerzen zu vermeiden und die eigene Energie zu steigern. Vielen fragen sich dabei jedoch: Darf ich Trinken überhaupt mit ins Flugzeug nehmen? AERO INTERNATIONAL hat die wichtigsten Informationen zu Getränken an Bord im Überblick.
Getränke im Flugzeug: Flüssigkeitsbeschränkungen im Handgepäck
Generell dürfen Flüssigkeiten – worunter Wasser und andere Getränke fallen – im Handgepäck nur in Behältnissen mit maximal 100 Millilitern Fassungsvermögen verstaut werden. Alle diese Behälter müssen wiederum in einem durchsichtigen und wiederverschließbaren 1-Liter-Plastikbeutel verpackt sein. Pro Fluggast ist ein solcher Zip-Beutel mit Flüssigkeiten im Handgepäckstück erlaubt. Bei den Sicherheitskontrollen muss der Beutel aus dem Gepäck herausgenommen werden und wird im Anschluss separat durchleuchtet. Folglich ist es wenig sinnvoll eigenes Trinken mit an Bord zu nehmen, da die meisten Getränke – etwa Mineralwasser oder Softdrinks – nicht in 100-ml-Versionen erhältlich sind. Weiterhin sind auch Trinkpäckchen sind nur dann erlaubt, wenn sie 100 ml oder weniger umfassen.
Andere Regeln gelten für Getränke, die im Duty-Free-Bereich geshoppt wurden. Dabei entfällt zwar die Mengenbeschränkung, allerdings dürfen diese Flüssigkeiten auch nur mitsamt der Quittung in einem Sicherheitsbeutel versiegelt im Flugzeug transportiert werden. In den Duty-Free-Shops werden die Getränke auf diese Weise verpackt und dürfen erst nach Erreichen des Zielortes wieder geöffnet werden. Außerdem gibt es Ausnahmen für Babynahrung im Flugzeug-Handgepäck. So ist es oftmals erlaubt flüssige Nahrungsmittel wie Brei, künstliche Muttermilch oder andere Getränke für Babys auch in größeren Mengen mit an Bord zu nehmen.
Eine Möglichkeit, dennoch Mineralwasser in einem gängigen Umfang von einem halben oder einem Liter mit ins Flugzeug zu nehmen, sind leere Trinkflaschen. Diese können vollständig geleert problemlos im Handgepäck verstaut werden. Das Material spielt dabei ebenfalls keine große Rolle – erlaubt ist Kunststoff, Metall und zum Teil auch Glas. Nach den Sicherheitskontrollen können die Flaschen dann mit Leitungswasser aufgefüllt und voll mit ins Flugzeug genommen werden.
Bordservice: Welche Getränke gibt es während dem Flug?
Um im Flugzeug etwas trinken zu können, müssen Reisende ihr Trinken nicht unbedingt selbst mitbringen. So werden auf einem Großteil der Flüge Getränke angeboten – wenn auch nicht immer kostenlos. Während auf Langstreckenflügen in der Regel eine unbegrenzte Menge verschiedenster Trinkwaren – etwa Alkohol, Kaffee oder Softdrinks – kostenfrei bereitgestellt wird, gibt es auf der Kurzstrecke häufig nur Wasser umsonst. Für andere Getränke müssen Passagiere auf kurzen Flügen und insbesondere bei Low-Coast-Carriern meist relativ viel bezahlen. Für alle, die kein eigenes Trinken mit an Bord nehmen, empfiehlt es sich also vor Kurzstrecken-Flügen ausreichend zu trinken, um die vergleichsweise teuren Preise im Flieger zu umgehen.
Und auch der beliebte Tomatensaft wird im Normalfall im Flugzeug angeboten. Doch warum ist der Saft eigentlich so gefragt? In der Luft herrschen mit dem niedrigen Sauerstoffgehalt und der geringen Luftfeuchtigkeit andere Umstände als am Boden, die sich wiederum auf unseren Geschmacksinn auswirken. So nehmen wir süße und salzige Geschmäcker in Reiseflughöhe weniger wahr. Da Tomatensaft in dieser Hinsicht jedoch sehr intensiv schmeckt, kann er in der Luft angenehm getrunken werden.
Nicht nur Getränke – was im Flugzeug noch als Flüssigkeit zählt
Neben Trinkwaren, gelten auch bestimmte Lebensmittel, wie Aufstriche, Sirup, Joghurt oder Pudding im Flugzeug als flüssig. Außerdem fallen einige Kosmetikprodukte unter die für Flüssigkeiten geltenden Mitnahmebestimmungen. Darunter Shampoo, Creme, Zahnpasta oder Deodorant. All diese flüssigen Produkte müssen also in maximal 100-ml-Behältnissen in einen 1-Liter-Beutel aus Plastik passen.
Doch warum dürfen Flüssigkeiten nur sehr eingeschränkt im Handgepäck transportiert werden? Der Grund dafür sind versuchte Terroranschläge am Flughafen London-Heathrow im Jahr 2006. Dabei hatten Terroristen versucht Flüssigsprengstoff in Softdrink-Flaschen an Bord mehrerer Maschinen zu schmuggeln, um Anschläge zu verüben. Durch das rechtzeitige Einschreiten der Behörden konnten die damaligen Anschlagsversuche verhindert werden. In der Folge wurden die globalen Sicherheitsbestimmungen deutlich verschärft und die heute geltende 100-ml-Regel wurde eingeführt.
Diese soll mit der Zeit jedoch entschärft werden, denn: mit Hilfe von neuen Technologien ist in Zukunft eine Lockerung der derzeit geltenden Flüssigkeitsbeschränkungen geplant. Dabei sollen sogenannte CT-Scanner (Computer Tomography) zum Einsatz kommen, die in der Lage sind, auch bei größeren flüssigen Mengen festzustellen, ob es sich um gefährliche Substanzen handelt. Künftig könnten durch diese Technik also wieder größere Behälter in der Flugzeugkabine erlaubt sein. Aktuell kommen einige Scanner bereits an Airports im In- und Ausland bei den Sicherheitskontrollen zum Einsatz. So etwa an den Flughäfen in Frankfurt, Düsseldorf oder seit Kurzem auch in Zürich. Bis wann diese jedoch vollständig etabliert sein werden und gelockerte Regelungen gelten, lässt sich derzeit noch nicht sagen.
Getränke im aufgegebenen Koffer – Mengenbeschränkungen entfallen weitgehend
Im Gegensatz zum Handgepäck entfallen beim Transport im Frachtraum die geltenden Einschränkungen größtenteils. Werden größere flüssige Mengen im aufgegebenen Gepäck verstaut, sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese auslauf- und bruchsicher eingepackt werden. Es empfiehlt sich diese in einer Plastiktüte zu transportieren und sie in die Mitte des Koffers, gut gepolstert, zwischen Kleidungsstücke zu legen.
Beschränkungen kann es in aufgegebenen Gepäckstücken jedoch bei der Mitnahme von Alkohol geben. So erlaubt etwa die Lufthansa maximal fünf Liter an alkoholischen Getränken ab 24 Prozent, wobei der Höchstgehalt auf Flügen bei 70 Prozent liegt. Außerdem sollten die durch die Europäische Union vorgegebenen Einfuhrgrenzen für Alkohol beachtet werden. Nähere Informationen dazu gibt es auf der Internetseite der EU. Der Verzehr von selbst mitgebrachtem Alkohol während des Fluges wird von den meisten Airlines – wie Eurowings, Lufthansa oder Easyjet – untersagt. Insgesamt können die für Flüssigkeiten geltenden Regeln zum Teil nach Airline und Zielland variieren, weshalb Fluggäste sich im Fall von Unsicherheiten bei der jeweiligen Fluggesellschaft oder den Behörden im Reiseland informieren sollten.
Fazit: Darf ich ein Getränk mit ins Flugzeug nehmen?
- Getränke fallen unter die Flüssigkeitsbeschränkungen und dürfen demnach nur in maximal 100-Milliliter-Behältnissen in einem 1-Liter-Plastikbeutel im Handgepäck transportiert werden
- Eine leere Trinkflasche mit gängigem Umfang kann nach den Sicherheitskontrollen mit Leitungswasser aufgefüllt werden und der Bordservice bietet auf einem Flug ebenfalls Getränke an
- Im aufgegebenen Gepäck bestehen für die meisten Getränke – mit Ausnahme von Alkohol – keine Mengenbeschränkungen
