Nohost-Krise: Zahlreiche Flugzeuge von Golfairlines gestrandet
Wegen der Eskalation im Nahen Osten sitzen zahlreiche Flugzeuge von Emirates, Qatar Airways und Etihad in Deutschland, Österreich und der Schweiz fest. Ein Überblick über betroffene Jets und die Folgen für den Luftverkehr.
Die jüngste Eskalation im Nahen Osten hat den internationalen Luftverkehr abrupt ausgebremst. Nach den militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran sind große Teile des Luftraums in der Region gesperrt. Die Folgen reichen bis nach Mitteleuropa: Zahlreiche gestrandete Flugzeuge von Golfairlines stehen derzeit an Airports in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Besonders betroffen sind die Drehkreuz-Carrier vom Persischen Golf. Maschinen von Qatar Airways, Etihad Airways und Emirates konnten nicht in ihre Heimatbasen zurückkehren – oder hoben erst gar nicht ab.
Gestrandete Flugzeuge von Qatar Airways
Als erste der großen Golfairlines stoppte Qatar Airways ihren Flugbetrieb. Flüge aus Doha kehrten um, ebenso Verbindungen aus Europa in Richtung Katar. Das Resultat: Gleich mehrere Jets stehen nun unfreiwillig in der DACH-Region.
In Frankfurt, Düsseldorf und München blieben Boeing 787-9 Dreamliner zurück. Eine Boeing 777-300ER strandete in Berlin, ein Airbus A320 in Wien. In Zürich kehrte ein Airbus A350-900 nach dem Start wieder um und verblieb dort. Insgesamt sind aktuell sieben Qatar-Flugzeuge in Deutschland, Österreich und der Schweiz blockiert.
Auch Maschinen von Etihad und Emirates betroffen
Auch Etihad Airways traf die Entwicklung mit voller Wucht. Ein Airbus A321LR musste nach dem Start nach Düsseldorf zurückkehren. Weitere Langstreckenjets – darunter mehrere Boeing 787-9 sowie eine Boeing 777-300ER – blieben in Frankfurt, München, Genf, Zürich und Wien am Boden. Insgesamt sechs Maschinen der Airline sitzen fest.
Noch umfangreicher ist die Lage bei Emirates. Acht Flugzeuge der in Dubai ansässigen Airline stehen derzeit in Mitteleuropa. Neben mehreren Boeing 777-300ER betrifft dies auch drei Airbus A380, die in München, Wien und Zürich nicht mehr starten konnten. Ein weiterer 777-Jet aus Hamburg wurde zwischenzeitlich nach Wien umgeleitet und kehrte anschließend zurück.
Darüber hinaus sind auch kleinere Carrier betroffen: Eine Boeing 737-800 von El Al befindet sich in Zürich, eine Boeing 737 Max 8 von Flydubai steht in Salzburg.
Lufthansa-A380-Überführung im Schatten der Krise
Parallel dazu sorgte ein Flug der Lufthansa für Aufmerksamkeit: Ein Airbus A380 mit dem Kennzeichen D-AIMK hob in Abu Dhabi mit Sonderflugnummer LH9851 Richtung München ab – allerdings ohne Passagiere.
Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten ihre Flughäfen für den regulären Passagierverkehr geschlossen. Der Superjumbo befand sich seit November zur Wartung vor Ort und kehrte nun als technischer Überführungsflug zurück. An Bord: lediglich zwei Piloten.
Eine Mitnahme gestrandeter Reisender sei geprüft worden, erklärte Lufthansa. Doch ohne verfügbare Kabinencrew und angesichts unsicherer Abläufe am Flughafen Abu Dhabi war eine Passagierbeförderung rechtlich und organisatorisch ausgeschlossen. Der 509-Sitzer flog daher leer nach München.