Militärschläge im Iran lösen massive Luftraumsperrungen im Nahen Osten aus. Dubai und Doha stellen den Flugverkehr ein, Emirates, Qatar Airways, Etihad und Lufthansa streichen zahlreiche Flüge.

Die militärische Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran hat den zivilen Luftverkehr im Nahen Osten binnen Stunden weitgehend zum Erliegen gebracht. Nach Angriffen auf Ziele im Iran und anschließenden Gegenschlägen wurden zahlreiche Lufträume gesperrt. Besonders betroffen: die Drehkreuze am Golf. In Dubai, Doha und Abu Dhabi kam der Betrieb zeitweise vollständig zum Stillstand.

Am frühen Samstagmorgen meldeten Beobachter Explosionen in Teheran. Kurz darauf leerten sich die Radarschirme über Iran, Irak, Jordanien und Israel. Flugzeuge drehten ab, kreisten in Warteschleifen oder wichen auf alternative Routen aus. Offizielle NOTAMs ließen zwar zunächst auf sich warten, doch militärische Konflikte führen in der Regel umgehend zu entsprechenden Sperrungen.

Luftraumsperrungen Nahost treffen Golf-Drehkreuze

Besonders drastisch waren die Auswirkungen in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Katar. Der Flughafenbetreiber von Dubai International Airport meldete am Nachmittag die vollständige Einstellung des Flugbetriebs. Auch der zweite Großflughafen des Emirats, Dubai World Central, wurde geschlossen. Zeitgleich stellte Qatar Airways ihren Betrieb in Doha ein, nachdem der katarische Luftraum gesperrt worden war.

In Abu Dhabi traf es ebenfalls den internationalen Flughafen: Zayed International Airport wurde Ziel eines Drohnenabwehreinsatzes. Herabfallende Trümmerteile führten nach Behördenangaben zu einem Todesopfer und mehreren Verletzten. Auch in Dubai wurden Gebäudeschäden gemeldet, eine Terminalhalle am Dubai International Airport wurde leicht beschädigt. Rund 20.000 Passagiere saßen zeitweise fest.

Die Regierung in Dubai kündigte an, für Unterbringung und Versorgung der gestrandeten Reisenden aufzukommen. Anwohner wurden angewiesen, Schutz in Gebäuden zu suchen und Fenster zu meiden.

Airlines reagieren auf Luftraumsperrungen Nahost mit Flugstopps

Die großen Netzwerkcarrier der Region ergriffen sofortige Maßnahmen. Emirates stoppte zunächst einzelne Verbindungen, stellte dann aber den gesamten Flugbetrieb von und nach Dubai bis Sonntagnachmittag Ortszeit ein. Etihad Airways setzte alle Abflüge ab Abu Dhabi aus, ankommende Maschinen kehrten teils zu ihren Startflughäfen zurück.

Auch Qatar Airways pausierte sämtliche Flüge, nachdem Doha den Luftraum geschlossen hatte. Damit standen binnen Stunden drei der wichtigsten globalen Umsteigedrehkreuze still – mit Auswirkungen weit über die Region hinaus.

Europäische Airlines reagierten ebenfalls. Die Lufthansa Group strich Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran bis mindestens 7. März. Zudem meidet der Konzern die Lufträume über Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar und Iran. Verbindungen nach Dubai, Abu Dhabi, Riad und Dammam wurden vorerst ausgesetzt.

Unsichere Perspektiven für den Luftverkehr

Die Dynamik der Ereignisse erschwert Prognosen. Während einige Lufträume temporär geschlossen bleiben, ist offen, wie lange die großen Golf-Drehkreuze nur eingeschränkt operieren können. Die sicherheitspolitische Lage bleibt angespannt, weitere Gegenangriffe wurden angekündigt.