Seit 1946 fliegt Air France zwischen Basel-Mulhouse und Paris. Wie die Strecke begann, was heute angeboten wird und welche Rolle sie für den EuroAirport spielt.

Eine Bloch 220, ein Flughafen aus Provisorien und eine Verbindung, die bis heute besteht: Am 7. Oktober 1946 landete die erste Air-France-Maschine aus Paris am frisch eröffneten Flughafen Basel-Mulhouse. Acht Jahrzehnte später gehört die Route zu den ältesten Linienverbindungen des EuroAirports.

Air France Basel–Paris: Erstflug im Herbst 1946

Die Ausgangslage war alles andere als komfortabel. Der Flughafen im Elsass war erst wenige Monate zuvor in Betrieb gegangen, gebaut in gerade einmal zwei Monaten und zunächst nur mit behelfsmäßigen Einrichtungen ausgestattet. In diese Aufbauphase fiel der Erstflug der Air France: Die zweimotorige Bloch 220 startete in Paris-Le Bourget und brachte die erste kommerzielle Verbindung zwischen der Dreiländerregion und der französischen Hauptstadt.

Bloch 220 Air France

Für die Region war das ein spürbarer Fortschritt. Bis dahin waren Reisende auf Flughäfen wie Strasbourg, Genf oder Frankfurt angewiesen, um ins Netz der großen Fluggesellschaften zu gelangen. Mit der direkten Paris-Anbindung rückte der junge Standort an der Grenze zwischen Frankreich, der Schweiz und Deutschland ins europäische Luftverkehrsnetz.

Vom Le Bourget zum Drehkreuz Charles de Gaulle

Heute fliegt Air France die Strecke Basel–Paris zweimal täglich, Ziel ist inzwischen der Flughafen Paris-Charles de Gaulle statt Le Bourget. Entscheidend ist dabei weniger der Punkt-zu-Punkt-Verkehr in die Hauptstadt als die Zubringerfunktion: Über das Drehkreuz CDG erreichen Passagiere aus Basel, Mulhouse und Freiburg Umsteigeverbindungen in ganz Europa und auf die Langstrecke.

Für die Airline ist die Route damit Teil ihrer Hub-Strategie, für den EuroAirport ein wichtiger Zugang zum Netz der Air France-KLM-Gruppe. Armelle Comte, Country Sales Manager Air France-KLM Schweiz, verweist auf die enge Verbindung zwischen der Region Basel und Frankreich, die sich in der Geschichte der Strecke widerspiegle.

EuroAirport Basel: Air France als Partner der ersten Stunde

Auch am Flughafen selbst wird das Jubiläum als Teil der eigenen Geschichte verstanden. Air France sei seit den Anfängen des Standorts präsent, betont EuroAirport-CEO Tobias Markert. Die Ankunft des ersten Fluges aus Paris kurz nach der Eröffnung habe eine Verbindung begründet, die nun seit acht Jahrzehnten bestehe.

Der binationale Flughafen, der auf französischem Boden liegt und gemeinsam von Frankreich und der Schweiz betrieben wird, versteht sich heute als trinationaler Standort für Basel, das Elsass und Südbaden. Dass ausgerechnet eine der ersten Routen nach wie vor im Flugplan steht, ist im schnelllebigen Luftverkehr eher die Ausnahme – und zeigt, welche Bedeutung die Paris-Anbindung für die Region bis heute hat.