AAKRUTI – ein Wettbewerb, der Leben verändert
Bei AERO INTERNATIONAL berichten wir regelmässig über Luftfahrttechnik, die das Fliegen sicherer und umweltfreundlicher macht. Der AAKRUTI-Wettbewerb von Dassault Systèmes zeigt, dass jene Systeme, die zur Konstruktion von Flugzeugen verwendet werden, auch auf ganz andere Weise das Leben zum Besseren verändern können.
Der AAKRUTI-Wettbewerb wurde von Dassault Systèmes im Jahr 2011 in Indien ins Leben gerufen. Inzwischen ist er auf mehr als 37 Länder ausgeweitet worden und erreicht mehr als 55.000 Studierende aus den Bereichen Design, Ingenieurwesen und Technologie. Den Projekten ist gemein, dass die Fähigkeiten der Studierenden zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen.
Das Finale des diesjährigen AAKRUTI richtete Dassault Systèmes im Rahmen der 3DEXPERIENCE World aus – der jährlichen Veranstaltung, die Tausende Nutzerinnen und Nutzer der 3DExperience-Plattform und von Solidworks zusammenbringt. Dies bot den Studierenden eine Bühne, auf der sie ihre Innovationen und Kompetenzen vor der weltweit größten Design- und Engineering-Community präsentieren konnten.
AAKRUTI-Siegerteam aus Südafrika
„Das Wort ‚Aakruti‘ bedeutet in Sanskrit Form, Figur oder Gestalt. Es steht sinnbildlich für den Geist dieses Wettbewerbs und unterstreicht unser Engagement, Studierende mit den Kompetenzen auszustatten, die auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind. Mit 3DExperience Edu, der Solidworks SkillForce-Initiative sowie studierendenorientierten Programmen und Wettbewerben wie AAKRUTI befähigen wir die nächste Generation von Innovatorinnen und Inovatoren, erfolgreich in ihre berufliche Laufbahn zu starten“, erläutert Suchit Jain, Vice President Strategy, Dassault Systèmes, die Absicht hinter dem Wettbewerb.
Das diesjährige Siegerteam, Team UJ Wom+n in Tech von der Universität Johannesburg in Südafrika, wurde für Latch ausgezeichnet: eine pedalbetriebene Milchpumpe mit universellem Flaschenanschlusssystem, die Müttern das komfortable Abpumpen von Milch überall ermöglicht – ohne Strom und ohne herstellerspezifische Teile.
AERO INTERNATIONAL befragte Lerato Matobako des Gewinnerteams UJ Wom+n in Tech der Universität Johannesburg zu den Besonderheiten ihrer siegreichen Einreichung bei AAKRUTI 2026.
Warum und wie nutzte das Team die 3DExperience-Plattform / Solidworks?
Lerato Matobako: „Für unser Gewinnerprojekt ‚Latch‘ haben wir die 3DExperience-Plattform zusammen mit Solidworks genutzt, um den virtuellen Zwilling für unser Milchabpumpsystem zu entwerfen und zu verfeinern. Wir nutzten Solidworks, um die 3D-Modelle der einzelnen Komponenten zu entwickeln, damit wir die Funktionalität jedes Teils in der Praxis visualisieren konnten. Die parametrischen Modellierungsfunktionen ermöglichten es uns, die Ergonomie zu verfeinern und präzise Abmessungen für die Herstellbarkeit und den Komfort der Mutter sicherzustellen. Anschließend erstellten wir mit 3DExperience hochwertige und realistische Renderings unseres Endprodukts. Insgesamt konnten wir so die Präzision unseres Designs verbessern und es für das Finale vorbereiten.“
Wie kam das Team auf die Idee eine Milchpumpe für junge Mütter zu entwickeln?
Lerato Matobako: „Stillen kann schmerzhaft, einschränkend und isolierend sein, insbesondere für Mütter in unterversorgten Gemeinden. Die Idee entstand, als wir uns reale Situationen vorstellten, mit denen viele Frauen in ländlichen Gemeinden und Townships ständig konfrontiert sind. Stellen Sie sich vor, Sie wären eine junge Mutter in einem Township in Südafrika oder einem Dorf auf dem Land in Indien. Ihr Baby will nicht trinken, Sie haben nur ein Glas zur Hand, und schon wieder fällt der Strom aus. Das ist die Realität, die Latch verändern soll. Wir wollten diesen täglichen Kampf erleichtern und das Stillen zu einer freudvolleren Erfahrung machen. Während unserer Ideenfindungsphase stach Latch als eine Lösung hervor, die uns besonders ansprach: ein pedalbetriebenes, mütter- und körperfreundliches System, das Ihr Partner bedienen kann, keinen Strom benötigt und erschwinglich ist. Es funktioniert mit jeder handelsüblichen Flasche oder jedem wiederverwendbaren Behälter, sodass Mütter keine speziellen Flaschen eines speziellen Herstellers benötigen. Das Design reduziert zudem Plastikmüll und ist somit sowohl erschwinglich als auch umweltbewusst. Das Ziel war es, das Stillen von einer Stressquelle in eine sicherere, bequemere und stärkende Erfahrung für alle Mütter überall zu verwandeln.“
Ein zweites Projekt der Universität von Johannesburg ist ebenfalls ausgezeichnet worden
Lerato Matobako: „Ja, das Team Bou, das den zweiten Platz bei AAKRUTI belegte und ebenfalls von unserer Universität stammt, hat ein medizinisches Gerät entwickelt, das Kindern die Angst vor Nadeln nehmen und Injektionen weniger traumatisch machen soll. Insgesamt hat uns unsere Universität nicht nur akademisch vorbereitet, sondern uns auch ein klares Ziel vor Augen geführt – uns dazu angeregt, über das Offensichtliche hinauszudenken. Sie hat uns das Selbstvertrauen gegeben, Lösungen zu entwickeln, die sowohl innovativ als auch zutiefst menschenzentriert sind.“
Die beim AAKRUTI-Wettbewerb ausgezeichneten Teams
Den zweiten Platz belegte das Team Bou, das ebenfalls aus Studierenden der südafrikanischen Universität Johannesburg besteht. Bei dem Projekt Dr. Bou handelt es sich um ein kinderfreundliches Gerät, das Kühlung und sanfte Vibration einsetzt, um Schmerzen und Angst bei Injektionen zu reduzieren.
Den dritten Platz belegte Team Berger der türkischen Gazi-Universität. Es umfasst die selektive Krebsbehandlung, die Ultraschall mit niedriger Energieintensität nutzt, um Krebszellen anhand ihrer einzigartigen biomechanischen Frequenz zu zerstören und gleichzeitig die Immunantwort des Körpers zu aktivieren.
Als bestes reines Frauenteam wurde das Team Shady Business des Singapore Institute of Technology ausgezeichnet. Deren Projekt TalkingTiles ist ein intelligentes taktiles Kommunikationsset, das Menschen mit Aphasie (Verlust des Sprechvermögens oder Sprachverstehens infolge einer Erkrankung des Sprachzentrums im Gehirn) mithilfe von 3D-gedruckten Kärtchen und sofortigem Audio-Feedback eine Stimme gibt.
Last but not least erhielt das Team InnoForge des indischen Vishwakarma Institute of Technology den Encouragement Award. Die Studierenden entwickelten Filtron, ein intelligentes, umweltfreundliches Bremsenkühl- und Staubkontrollsystem, das die Bremsleistung verbessert und zugleich durch die Reduzierung schädlicher Feinstaubemissionen zu sauberer und sicherer Mobilität beiträgt.





