Helvetic Airways E2-Flotte wird erweitert
Mitte November hat die Schweizer Helvetic Airways die Bestellung von drei weiteren Embraer 195-E2 bekannt gegeben. Und es könnten sogar noch mehr Jets des Typs in der Flotte werden.
Die Ankündigung der neuen Flugzeugbestellung fand Mitte November vergangenen Jahres anlässlich der Dubai Air Show statt. Konkret hat Helvetic Airways beim Hersteller drei Embraer 195-E2 fest bestellt und sich Kaufoptionen für fünf zusätzliche Maschinen desselben Typs gesichert. Die Flugzeuge werden über 134 Sitze in einer Ein-Klassen-Konfiguration verfügen und sollen zwischen Ende 2026 und Frühjahr 2027 zur Flotte stoßen.
Als Käuferin tritt die Helvetic Aircraft AG auf, die die Flugzeuge an die Fluggesellschaft verleast. Dahinter verbirgt sich die Beteiligungsgesellschaft Patinex AG des Unternehmerpaars Martin und Rosmarie Ebner, die Besitzer der Airline. Wie Helvetic Airways betont, soll die Flotte mit der Übernahme neuer Maschinen aber nicht ausgebaut werden. Ziel ist es vielmehr, alle älteren E1-Flugzeuge durch solche der sparsameren und effizienteren E2-Version zu ersetzen. Die Flotte wird langfristig also weiterhin rund 20 Maschinen umfassen.
Helvetic Airways: Wie flexibel ist der Umstieg auf die E2-Flotte?
Von den ursprünglich acht E1 – je vier Embraer 190 und Embraer 195 – sind sechs von TrueNoord und Azorra geleast, zwei Embraer 190 gehören der Helvetic Airways AG. Zwei Embraer 190-E1 – die HB-JVM und die HB-JVN – haben die Flotte bereits verlassen. Wie der weitere Ausflottungsplan der E1 aussieht, gibt das Unternehmen nicht bekannt. „Das ist unsere operationelle Flexibilität“, sagte CEO Tobias Pogorevc auf Nachfrage von AERO INTERNATIONAL. Ebenso wenig will sich der Helvetic Chef festlegen, wann die fünf Kaufrechte in feste Bestellungen umgewandelt werden könnten.
Betrieb das Unternehmen in den Gründerjahren noch ein eigenes Streckennetz, ist es heute auf Wetleases und Charteroperationen spezialisiert. Mit bis zu 15 Flugzeugen ist Swiss die wichtigste Abnehmerin der Leasing-Dienste. Vor rund einem Jahr wurde ein entsprechender Vertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren erneuert. Neben Swiss zählen auch andere Fluggesellschaften in- und außerhalb der Lufthansa Group zu den Wetlease-Kunden von Helvetic.
Vom eigenen Streckennetz zum Wetlease Partner
Im Winter führt der Regionalcarrier verschiedene Voll- und Ad-hoc-Charterflüge durch. Im kommenden Sommer soll wieder eine Embraer 190-E2 auf dem Flughafen Bern-Belp stationiert werden. In Zusammenarbeit mit lokalen Reiseveranstaltern wird das Flugzeug ab dem Hauptstadtflughafen bis zu zehn Destinationen anfliegen.
Zur Helvetic Airways Group gehört außerdem die Horizon Flight Academy: eine Pilotenschule, die jährlich rund 60 Pilotinnen und Piloten ausbildet, von denen jeweils 30 bis 40 zur eigenen Fluggesellschaft stoßen. An eigenem Cockpit-Personal mangelt es also nicht. Hingegen besteht laut einem Helvetic-Sprecher auf der Ausbildungsseite Nachholbedarf:
Helvetic Airways: Wer fliegt die E2-Flotte?
„Aktuell sehen wir einen Instruktoren-Engpass auf die Branche zukommen – nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Um diesem drohenden Engpass entgegenzuwirken, haben wir auf Basis des Flight Instructor-Förderprogramms der Horizon ein eigenes Karrieremodell entwickelt, das unsere jungen Copilotinnen und Copiloten durch finanzielle Anreize und individuelle Karrierepläne motivieren soll, eine Instruktorenausbildung zu absolvieren.“ Ziel sei es, in Zukunft zehn bis 15 neue Instruktoren auszubilden.
