Großes Interesse am Pilotenberuf: Rund 700 Besucherinnen und Besucher bei der PCL 2026
Einmal im Jahr findet die Messe Pilot Careers Live (PCL) in Frankfurt statt. Angehende Pilotinnen und Piloten informieren sich dabei über ihren Traumjob. Die Zukunftsaussichten sind derzeit positiv.
Wie läuft eine Pilotenausbildung ab? Wie lassen ich die damit verbundenen finanziellen Kosten stemmen? Welche Flugschulen in Deutschland, aber auch im Ausland, kommen dafür infrage? Diese und weitere Fragen zu ihrem Traumberuf konnten die Besucherinnen und Besucher auf der Pilot Careers Live (PCL) – abseits von sozialen Medien oder Internetseiten – in persönlichen Gesprächen mit den verschiedensten Ausstellern klären.
Dafür waren am Samstag, 19. September, rund 700 überwiegend junge Menschen zum Hilton Hotel in die Frankfurter Innenstadt gekommen. Der Andrang war so riesig, dass im Vorfeld sogar eine Warteliste erstellt wurde. Die PCL-Messe findet jährlich einmal in Deutschland statt. Mit dabei waren in diesem Jahr rund 30 Aussteller – von vielen Flugschulen über eine Universität bis hin zum Berufsverband der Pilotinnen und Piloten. Neben den Informationen, die die Interessierten an den Messeständen erhielten, gab es über den Tag verteilt außerdem fünf themenbezogene Vorträge.
Der Traumberuf im Cockpit
„Ich wollte schon immer Pilot werden“, sagt der siebzehnjährige Alex. Im nächsten Jahr wird er sein Abitur ablegen und aktuell versucht er mit einem Nebenjob Geld für die – nicht ganz günstige – Pilotenausbildung zu sparen. Für die PCL ist er extra aus Hamburg angereist. Die lange Zugfahrt war es ihm jedoch wert. Vor Ort informierte sich Alex unter anderem über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten. Für eine bestimmte Flugschule hat er sich bislang noch nicht entschieden: „Für mich ist Cockpit Cockpit, wenn ich Pilot bin, dann bin ich schon zufrieden“, so der Schüler.
Im Hinblick auf die Finanzierung könne man laut Jens Küper, Geschäftsführer der RWL German Flight Academy, die damit einhergehenden Hürden der Pilotenausbildung nicht kleinreden. Seiner Auffassung nach mache es Sinn, „ein gehöriges Maß an Eigenkapital mitbringen zu können“. Den übrigen Teil der Kosten könne man dann über die Hausbank oder vorhandene Spezialfinanzierungen finanzieren. Diesen Dreiklang halte Küper für „eine recht seriöse Geschichte“.
Flugschulen auf der PCL kommen aus dem In- und Ausland
Direkt am Eingang des Messeraums hatte die FFH Aviation Training ihren Stand. Dabei handelt es sich um eine deutsche Flugschule mit Hauptstandort in Stuttgart. Für Cheffluglehrer Jonas Harter ist die Pilot Careers Live in den zurückliegenden Jahren die beste Messe „sowohl für die, die sich interessieren als auch für die, die ausstellen“. In einem sehr kompakten Raum stünden hier alle Informationen zur Verfügung, so Harter. Die meisten jungen Leute, die zu ihm an den Stand kommen, seien bereits sehr gut informiert, sodass es in den Gesprächen oft um Details wie den Ausbildungsablauf und die Finanzierungsstruktur gehe. Seit über 60 Jahren betreibt die Familie von Jonas Harter die FFH.
Doch nicht nur deutsche Flugschulen, sondern auch Einrichtungen aus dem Ausland gaben bei der PCL Einblicke in die Pilotenausbildung. Laut Cinzia Totaro, Zulassungsberaterin bei Astonfly, beteilige man sich bei der Messe in Deutschland, um die Reichweite der französischen Flugschule auszuweiten. Diese befindet sich in Paris und man hoffe künftig auf mehr internationale Flugschülerinnen und Flugschüler. Die Ausbildung finde voll und ganz in englischer Sprache statt und Französischkenntnisse seien dafür nicht erforderlich, so Totaro. Außerdem ist Astonfly ein Partner von Ryanair und nach der zweijährigen Ausbildungsphase erhalten die Absolventen ein vorläufiges Stellenangebot bei der Fluglinie.
Zusätzlich war mit der Aviation Academy Austria auch eine Flugschule aus Österreich Teil der Messe. Nach Philip Schneider von der AAA, gebe es aktuell auf jeden Fall einen Bedarf an Piloten. Es sei jedoch schwierig zu prognostizieren, wie es in drei bis fünf Jahren aussehen wird, „weil die Branche per se sehr volatil ist“. Am Stand der Deutschen Verkehrsflugschule (DVFS) konnten die Besucherinnen und Besucher darüber hinaus erste fachliche Anforderungen testen. Über bereitgestellte Laptops wurden ihnen insbesondere logische Denkfragen gestellt.
Für eine größere Sichtbarkeit von Frauen in der Luftfahrt
Shannon kommt aus dem Ruhrgebiet und ist nach Frankfurt gekommen, um auf der PCL mehr über ihren Traumberuf zu erfahren. Seit sie vor drei Jahren geflogen ist, hat sie es sich vorgenommen nach der Schule mit einer Pilotenausbildung zu beginnen. Am liebsten würde sie später einmal für die Lufthansa fliegen, aber auch ein Job in den Niederlanden bei KLM kommt für die Schülerin infrage.
Neben Shannon waren zudem zahlreiche weitere junge Frauen und Teenagerinnen bei der Pilotenmesse dabei. An einem Stand ging es speziell um deren Sichtbarkeit in der Welt der Luftfahrt. Die Organisation ELEVATE(her) hat es sich zur Aufgabe gemacht „luftsportbegeisterte Frauen“ zu fördern und sie beim Start in die Fliegerei zu unterstützen, so Privatpilotin Sophie Hartmann. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine Frau beruflich oder privat fliegt oder etwa Flugzeugmechanikerin ist. ELEVATE(her) veranstaltet immer wieder Events sowie Seminare und ist auf Messen vertreten. Eine Mitgliedschaft ist kostenlos. Hintergrund ist die vergleichsweise geringe Repräsentation von weiblichen Personen in der Luftfahrt – lediglich sieben Prozent des Cockpitpersonals ist weiblich. Sie selbst fühle sich als Frau in ihrem Verein ebenfalls „ziemlich einsam“, so Hartmann.
Ein Pilot spricht über den realen Berufsalltag: „Wo ein Wille, da ein Weg“
In seinem Vortrag sprach First Officer Dominik Maaß zum einen über die Vereinigung Cockpit (VC) und zum anderen über den Alltag eines Verkehrspiloten. Die VC ist der Berufsverband der Pilotinnen und Piloten in Deutschland und leistet gewerkschaftliche Arbeit – beispielsweise für einen besseren Verdienst oder für bessere Arbeitsbedingungen.
Denn neben einem vielfältigen Alltag, gehen mit dem Job im Cockpit auch eine häufige Abwesenheit von zu Hause, die Arbeit in der Nacht sowie an Sonn- und Feiertagen oder eine hohe physische und psychische Belastung einher. Außerdem sind Piloten laut Maaß stark von ihrem Arbeitgeber abhängig und in einem volatilen Arbeitsmarkt tätig.
Auf der anderen Seite bringe der Beruf ebenfalls einige Vorteile mit sich, so der First Officer. Dazu gehören etwa wechselnde Teams, die Übernahme von Verantwortung sowie ein internationales und multikulturelles Arbeitsumfeld. Des Weiteren ging Dominik Maaß in seinem Vortrag auf die beruflichen Mindestanforderungen, die Ausbildungsinhalte und die Zukunftsaussichten – im Zeitalter von Reisebegeisterung, aber auch Künstlicher Intelligenz und Klimawandel – ein. Allgemein müssten junge Menschen wissen, ob sie wirklich Lust auf die Arbeit im Cockpit haben und letztlich gelte: „Wo ein Wille, da ein Weg“.
Erfahrungen von Flugschülerinnen und Flugschülern
Und nicht nur ausgelernte oder angehende Piloten, sondern auch jene, die sich gerade in der Ausbildung befinden waren auf der PCL zu Gast. Marlon ist seit März vergangenen Jahres Flugschüler bei Aero-Beta in Stuttgart. Der Beruf ist für ihn ein absoluter Kindheitstraum. Besonders gecatcht habe ihn der Pilotenjob als er mit dem Segelfliegen begonnen hat, so der 22-Jährige. Mit seiner aktuellen Ausbildung zeigt sich Marlon bislang sehr zufrieden und sie bereite ihm viel Spaß: „Es könnte nicht besser laufen“. Danach könne er es sich vorstellen, sich weiterzubilden und als Fluglehrer ein zweites Standbein aufzubauen.
Der 21-jährige Elias absolviert seine Pilotenausbildung seit Januar bei der European Flight Academy (EFA), wird bald seine Theoriephase in Bremen beenden und hat seinen LBA-Test im Dezember. Am Stand sprach er über seine Erfahrungen und gibt jungen Teilnehmenden auf den Weg: „Es ist möglich, egal woher ihr kommt, egal was ihr vorher gemacht habt und es lohnt sich auf jeden Fall“. Kein Weg sei dabei trotz der harten Arbeit zu groß oder zu lang. Für ihn selbst sei es „der beste Job, den es gibt“.
Kira (21) befindet sich bereits im zweiten Lernjahr bei einer Flugschule in Österreich und ist bald fertig. Dafür ist sie von Frankfurt nach Salzburg gezogen. Die Ausbildung empfindet sie als gut, aber auch anstrengend. Auf der PCL schaute sie sich nach einem potentiellen späteren Arbeitgeber um.
Weitere PCL-Events 2026 und 2027
Wer sich für die Pilot Careers Live im nächsten Jahr interessiert oder diesmal leer ausgegangen ist, sollte sich 2027 unbedingt rechtzeitig anmelden. Informationen dazu gibt es auf deren Internetseite. Darüber hinaus finden 2026 noch weitere PCL-Events statt – im Oktober in Dublin oder im November in London und Mailand. Im Mai 2027 wird die Pilotenmesse zudem in Madrid veranstaltet.
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