Fraport übertrifft im ersten Halbjahr die Erwartungen. Auslandsflughäfen sorgen für Wachstum, während Frankfurt wegen Streiks und Nahost-Krise stagniert.

Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport ist mit einem überraschend guten Halbjahresergebnis in die zweite Jahreshälfte gestartet. Zwischen Januar und Juni stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um vier Prozent auf 2,07 Milliarden Euro, wie der im MDax gelistete Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 3,8 Prozent auf 582,3 Millionen Euro zu. Damit lag Fraport über den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit schwächeren Zahlen gerechnet hatten.

Fraport: Auslandsflughäfen als zentraler Wachstumstreiber

Den Ausschlag für das solide Halbjahr gaben nicht die Heimatbasis Frankfurt, sondern die internationalen Beteiligungen des Konzerns. Konzernchef Stefan Schulte verwies darauf, dass der Verkehr an den meisten ausländischen Standorten deutlich zulege, während das Passagieraufkommen in Frankfurt stagniere. Fraport ist unter anderem an Flughäfen in der Türkei, Griechenland, Brasilien, Peru und Bulgarien beteiligt. Diese Standorte haben sich in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Ertragssäule entwickelt und gleichen inzwischen Schwächephasen am Heimatstandort spürbar aus.

Frankfurt bremst

In Frankfurt selbst macht sich dagegen eine Mischung aus hausgemachten und äußeren Problemen bemerkbar. Streiks im Frühjahr und die geopolitische Lage im Nahen Osten haben das Passagieraufkommen gebremst. Insbesondere der Krieg zwischen Israel und dem Iran wirkt sich negativ auf die Buchungslage aus, da zahlreiche Airlines ihre Kapazitäten in die Region reduziert oder Strecken vorübergehend gestrichen haben. Schulte sprach von einer Stagnation am Heimatstandort, die im deutlichen Kontrast zur Entwicklung an den internationalen Fraport-Standorten stehe.

Bereits Mitte Juli hatte der Konzern seine Passagierprognose für Frankfurt nach unten korrigiert. Statt eines leichten Zuwachses rechnet Fraport nun nur noch mit einem Passagieraufkommen auf Vorjahresniveau von 63,2 Millionen Fluggästen. Diese Prognose wurde mit den aktuellen Zahlen bestätigt, ebenso wie die übrigen Finanzziele für das laufende Geschäftsjahr.

Ausblick: Auslandsflughäfen sollen Kurs stabil halten

Für das zweite Halbjahr rechnet der Konzern damit, dass die internationalen Flughäfen ihre Rolle als Stabilisator beibehalten. Ob sich die Lage in Frankfurt entspannt, hängt maßgeblich davon ab, wie sich die Situation im Nahen Osten weiterentwickelt und ob es zu neuen Streiks kommt. Sollte sich der Nahost-Konflikt weiter zuspitzen, dürfte der Druck auf die Passagierzahlen am Frankfurter Drehkreuz bestehen bleiben.