Lufthansa streicht Handgepäckskoffer in neuem Einstiegstarif
Lufthansa führt mit „Economy Basic“ einen neuen Einstiegstarif ohne klassischen Kabinenkoffer ein. Was Reisende jetzt beachten müssen.
Mit dem neuen Tarif „Economy Basic“ verschärft Lufthansa ihre Handgepäckregeln auf Kurz- und Mittelstrecken deutlich. Künftig ist im günstigsten Ticket nur noch ein kleiner persönlicher Gegenstand inklusive – etwa ein Rucksack oder eine Laptop-Tasche. Die Mitnahme eines klassischen Kabinenkoffers gehört damit nicht mehr automatisch zum Leistungsumfang.
Der Schritt ist eine klare Neuausrichtung im Preismodell der Airline-Gruppe und dürfte vor allem preisbewusste Reisende ansprechen. Tickets im neuen Tarif sind zunächst auf ausgewählten Strecken verfügbar und richten sich insbesondere an Passagiere, die bewusst auf Zusatzleistungen verzichten möchten.
Lufthansa Economy Basic: Was im Ticket enthalten ist
Im „Lufthansa Economy Basic“-Tarif ist ausschließlich ein persönlicher Gegenstand erlaubt, der unter den Sitz passen muss. Die maximalen Maße sind dabei klar definiert. Wer zusätzliches Handgepäck oder Aufgabegepäck benötigt, kann diese Leistungen kostenpflichtig hinzubuchen. Die Preise beginnen laut Airline bei einem vergleichsweise niedrigen Einstieg, variieren jedoch je nach Strecke und Buchungszeitpunkt.
Mit dieser Struktur folgt Lufthansa einem modularen Prinzip: Der Ticketpreis deckt nur die Basisleistung ab, während zusätzliche Services individuell ergänzt werden können. Für Vielflieger oder Geschäftsreisende dürfte sich dadurch wenig ändern, für Gelegenheitsreisende hingegen kann sich das Gesamtpaket spürbar verteuern.
Lufthansa Economy Basic im Wettbewerb der Airlines
Mit der Einführung des neuen Tarifs bewegt sich die Airline näher an das Geschäftsmodell klassischer Low-Cost-Carrier. Fluggesellschaften wie Ryanair oder EasyJet setzen seit Jahren auf stark reduzierte Einstiegspreise, bei denen Handgepäck oft nur eingeschränkt enthalten ist.
Auch etablierte Netzwerk-Airlines wie Air France haben ähnliche Tarifstrukturen eingeführt. Der Wettbewerb im europäischen Luftverkehr zwingt traditionelle Anbieter zunehmend dazu, ihre Preisgestaltung anzupassen, um im unteren Marktsegment konkurrenzfähig zu bleiben.
Kritik an Tarif und Gepäckregeln
Die neuen Regelungen stoßen jedoch nicht überall auf Zustimmung. Verbraucherschutzorganisationen sehen in den strengeren Handgepäckbestimmungen eine Einschränkung grundlegender Leistungen. Der europäische Dachverband BEUC kritisiert insbesondere, dass Passagiere für aus ihrer Sicht essenzielle Reisebestandteile zusätzlich zahlen müssen.
Die Forderung: Neben einem persönlichen Gegenstand sollte grundsätzlich auch ein kleines Handgepäckstück im Ticketpreis enthalten sein. Mehrere Verfahren und Beschwerden gegen Airlines mit ähnlichen Modellen laufen bereits.
Auf der anderen Seite argumentiert der Airline-Verband Airlines for Europe (A4E), dass gerade die günstigen Einstiegstarife von vielen Kunden bewusst gewählt würden. Eine verpflichtende Inklusion von Handgepäck würde diese Preise künstlich erhöhen und die Wahlfreiheit einschränken.
Was Reisende beachten sollten
Für Passagiere bedeutet der neue Tarif vor allem eines: genauer hinschauen. Während der Einstiegspreis zunächst attraktiv wirkt, können Zusatzkosten schnell entstehen, wenn Gepäck oder andere Services benötigt werden. Wer nur mit leichtem Gepäck reist, profitiert möglicherweise von günstigeren Tickets. Für alle anderen lohnt sich ein Vergleich mit höherwertigen Tarifen.
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