Bevor ein einziger Ball rollt, rollen die Koffer. Die Fußball-WM verteilt ihre 104 Spiele über drei Länder und 16 Städte. AERO INTERNATIONAL präsentiert die neun Airports, über die Deutschland, Österreich und die Schweiz zu ihren Spielorten einreisen.

So viel steht fest: Neun Airports in Kanada und den USA sind es, über die Fans zu den Gruppenspielen der Mannschaften  aus dem deutschsprachigen Raum anreisen werden. Wir stellen sie vor. Ob, wie und erst Recht wo es danach für Deutschland, Österreich und die Schweiz weitergeht, muss sich im Turnier zeigen.

Am 11. Juni beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Sie ist die größte in der Geschichte des Turniers – und könnte die teuerste für Fans werden. Wer Deutschland, Österreich oder die Schweiz begleiten will, muss tief in die Tasche greifen. Allein die Tickets für alle deutschen Gruppenspiele bis zugmöglichen Finale können in der günstigsten Kategorie knapp 6.000 Euro kosten – in der teuersten sogar über 14.000 Euro. Zum Vergleich: bei der WM in Katar lag der günstigste Gesamtpreis für alle Spiele eines Teams bei rund 1.300 Euro.

Dazu kommen die Kosten vor Ort. Hotels in den WM-Städten rufen 150 bis 400 Euro pro Nacht auf; ein einzelnes Gruppenspiel inklusive Anreise aus Deutschland ist kaum unter 1.500 bis 2.500 Euro zu haben.

Die Folgen sind spürbar. Laut einer Umfrage der American Hotel and Lodging Association liegen  die Buchungen in rund 80 Prozent der befragten Hotels deutlich unter den Erwartungen. Viele europäische Fans scheuen die Reise in die USA – Berichte über verschärfte Grenzkontrollen und eine wenig einladende politische Atmosphäre wirken zusätzlich abschreckend. Einige Hotels haben WM-bezogene Aktivitäten bereits eingestellt.

Und dies ist schon für das Ende der WM sicher. Das Finale findet am 19. Juli im MetLife Stadium bei New York statt. Gegebenenfalls dann mit sehr viel weniger Scheinen in der Tasche.

Dallas: Nordamerikas Nummer eins

Airport Dallas Fort Worth
Dallas Fort Worth (DFW) ist mit jährlich 73 Millionen Passagieren einer der meistfrequentierten Airports der Welt. Bild: DFW Airport

Tief im texanischen Herz des Kontinents liegt das Dreh-kreuz, das zur WM am meisten gefordert wird: Dallas Fort Worth International (DFW) liegt mit jährlich rund 73 Millionen Passagieren seit Jahren auf Rang drei oder vier in der globalen Statistik. Zum vierten Mal in Folge kürte die Airports Council International den Flughafen 2025 zum besten Großflughafen Nordamerikas – ein Ranking, das nicht zuletzt auf dem gigantischen Modernisierungsprogramm namens „DFW Forward“ beruht. Das Pro-gramm, inzwischen auf rund zwölf Milliarden US-Dollar angewachsen, umfasst die komplette Neugestaltung von Terminal C für drei Milliarden Dollar, eine Erweiterung von Terminal A um zehn neue Gates sowie den Bau des völlig neuen Terminal F. Für die WM öffnet Terminal C seinen neuen Erweiterungsflügel mit neun Gates. Terminal A folgt kurz darauf. Das neue Terminal F – erstmals seit 2005 ein kompletter Neubau – entsteht für vier Milliarden Dollar und ist ausschließlich American Airlines gewid-met. Seine erste Phase mit 15 Gates soll 2027 eröffnen; der Endausbau sieht 31 Gates vor. DFW setzt dabei auf ein weltweit einzigartiges Modulbauverfahren: Riesige Strukturmodule werden außerhalb des Flughafengelän-des vorgefertigt und dann über Nacht mit Spezialfahr-zeugen über geschlossene Rollbahnen an ihren Standort transportiert – zuletzt wurden die größten Einzelmodule bewegt, die je auf einem Flughafen transportiert wurden.

DFW Airport Expansion
American Airlines hat seine Basis am Dallas
Fort Worth International
Airport. Bild: AP Photo/Kiichiro Sato

Platzhirsch ist American Airlines, die Airline unterhält in DFW ihr weltweit größtes Drehkreuz, hat sich als offizieller nordamerikanischer Airline-Supplier der FIFA positioniert und stockte für den WM-Sommer 27.000 zusätzliche Sitzplätze auf.

Stadion

AT&T Stadium, Arlington

Das AT&T Stadium der Dallas Cowboys (NFL) wurde 2009 eröffnet, fasst bis zu 100.000 Zuschauer und ist dank eines verschiebbaren Dachs auch bei extremer Texas-Hitze klimatisiert. Die geschwungene Stahlkonstruktion mit der weltgrößten Videoleinwand im Inneren gilt als eines der imposantesten Sportstadien der Welt. Mit neun WM-Parti-en ist es der meistbespielte Austragungsort des Turniers.Auf dem Programm stehen vier Gruppenspiele, zwei Sechzehntelfinale, ein Viertelfinale und das erste Halbfinale – darunter Argentinien gegen Österreich am 22. Juni. Der Flughafen Dallas Fort Worth liegt rund 20 Kilometer nördlich des Stadions, die Fahrzeit beträgt etwa 25 Minuten.

Houston: Eine Stadt der Superlative

United Airlines dominiert das Vorfeld des George Bush Intercontinental Air-port, des viertgrößten US-Flughafens Bild: AP Photo/David J. Phillip

Houston: viertgrößte Metropole der USA, Energiehauptstadt Nord-amerikas, Heimat der NASA – und nun Gastgeber von sieben WM-Par-tien. Der George Bush Intercontinental Airport (IAH), rund 37 Kilometer nördlich der Innenstadt gelegen, ist das absolute Heimspiel von United Airlines. Der Star-Alliance-Carrier dominiert den Flughafen mit einem Marktanteil von weit Über 70 Prozent und betreibt von hier aus ein globales Netz in alle Weltregionen. 2025 nutzten rund 48 Millionen Passagiere den Flughafen, darunter 12,4 Millionen internationale Reisende – beides Rekordwerte. Das Jahr hatte mit Investitionen im Mil-liardenstil begonnen: United Airlines baut für 2,5 Milliarden US-Dollar Terminal B komplett neu. Der neue North Concourse auf rund 71.000 Quadratmetern soll im Herbst 2026 fertig sein, mit 22 Narrowbody-Gates und Kapazität für 36 Millionen Passagiere jährlich. Parallel dazu wurde das städtische „Terminal Redevelopment Program“ mit 1,46 Milliarden Dollar weitgehend abgeschlossen. Es umfasst einen neuen Terminal-D-Westpier mit sechs Widebody-fähigen Gates auf 15.000 Quadratmetern, einen neuen International Central Processor mit 17 TSA-Kontrollspuren und zwölf automatischen Bag-Drop-Stationen sowie modernisierten Gepäcksystemen.

Ein Jahr vor dem ersten Anpfiff: Houston zählt öffentlich mit, dank der FIFA-Countdown-Uhr im Terminal. Bild: George Bush Intercontinental Airport

Flughafendirektor Jim Szczesniak bezeichnete die Fertigstellung ausdrücklich als WM-Vorbereitung, zumal die FIFA allein über 500 Millionen Ticket-Anfragen aus mehr als 200 Ländern verzeichnet hat. Die Stadtbehörde beschloss außerdem 80 Millionen Dollar für Sicherheitsmaßnahmen, darunter Anti-Drohnen-Technologie und erweitertes Einsatzpersonal.

Stadion

NRG Stadium, Houston

Das NRG Stadium der Houston Texans (NFL) wurde 2002 unter dem Namen Reliant Stadium eröffnet und fasst zur WM 72.000 Zuschauer. Das markante einfahrbare Dach macht die Arena zu einem der vielseitigsten Veranstaltungsorte der USA: Hier fanden bereits zwei Super Bowls und das weltgrößte Rodeo statt. Mit sieben WM-Partien – fünf Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinale und ein Achtelfinale – zählt Houston zu den wichtigsten Spielorten des Turniers. Deutschland trifft hier am 14. Juni auf Curaçao. Der George Bush Intercontinental Airport liegt rund 37 Kilometer nördlich des Stadions. Die Fahrzeit beträgt je nach Verkehr 30 bis 45 Minuten.

Kansas City: Revier von Southwest Airlines

Das 2023 eröffnete Terminal des Kansas City International Airport kostete 1,5 Milliarden US-Dollar. Bild: Kansas City International Airport

Wer Kansas City mit einem verschlafenen Regional-drehkreuz assoziiert, irrt sich gewaltig – zumindest seit Februar 2023. Damals öffnete das Terminal des Kansas City International Airport (MCI) nach vier Jahren Bauzeit seine Türen: 92.000 Quadratmeter Fläche, 40 Gates (ausbaufähig auf 50), 50 Gastronomiebetriebe und eine lichtdurchflutete, moderne Hallenarchitektur prägen das Gebäude. Mit einem Budget von 1,5 Milliarden Dollar war es das bis dahin größte Infrastrukturprojekt in der Geschichte der Stadt – die Bürger hatten 2017 mit überwältigender Mehrheit dafür gestimmt. Das neue Terminal hat die Entwicklung des Airports spürbar beschleunigt: Kurz nach der Eröffnung begann Sun Country Airlines ihren Betrieb ab MCI; Southwest stockte seine Frequenzen deutlich auf und kündigte neue Nonstop-Verbindungen nach Las Vegas, Cancún und Jamaica an.

Platzhirsch ist Southwest Airlines mit einem Marktanteil von rund 50Prozent. Zwischen Oktober 2023 und September 2024 beförderte die Airline allein 5,71 Millionen Passagiere ab MCI – mehr als doppelt so viele wie die Nummer zwei, American Airlines. Direkte Interkontinentalverbindungen existieren nur in begrenztem Umfang, sodass die meisten internationalen WM-Gäste über einen der größeren US-Hubs einreisen und dann einen Anschlussflug nehmen müssen. Für europäische Fans ist Kansas City ebenfalls nur über einen Umstieg erreichbar – typischerweise über Chicago O’Hare, Dallas Fort Worth, Denver oder die New Yorker Airports. American, Delta und United bieten von dort mehrmals täglich Zubringerflüge nach MCI an, die Flugzeit beträgt jeweils zwischen zwei und drei Stunden.

„We are 26″ – auch im Terminal des Kansas City International Airport läuft die Uhr unaufhaltsam Richtung Anpfiff. Bild: Kansas City International Airport

Wer aus dem deutschsprachigen Raum anreist, findet die günstigsten Gesamtreisezeiten über Frankfurt oder München mit Anschluss in Chicago oder Dallas.

Stadion

Arrowhead Stadium, Kansas City

Das Arrowhead Stadium wurde 1972 eröffnet und fasst zur WM 73.000 Zuschauer. Das klassische Open-Air-Stadion hält den Guinness-Weltrekord für den lautesten Stadionlärm weltweit – gemessene 142,2 Dezibel. Für die WM wurde es umfangreich modernisiert: Sitzreihen wurden entfernt, das Spielfeld verbreitert und ein neues Belüftungssystem eingebaut. Sechs Partien werden hier ausgetragen; Osterreich trifft am 27. Juni auf Algerien. Der Flughafen MCI liegt rund 25 Kilometer nordwestlich des Stadions, Fahrzeit circa 25 Minuten.

Los Angeles: Delta übernimmt das Steuer

Das „Theme Building von 1961 ist das bekannteste Wahrzeichen des Los Angeles International Airport. Bild: Los Angeles International Airport

Hollywoods Heimatflughafen ist einer der bekanntesten der Welt – und aktuell eine der aufwühlendsten Baustellen Nordamerikas. LAX befindet sich mitten in einem 30 Milliarden US-Dollar schweren Modernisierungsprogramm, das den viertgrößten Airport der USA fit für die Olympischen Spiele 2028 machen soll. Der klare Platzhirsch ist inzwischen Delta Air Lines: Die Airline hat für 2,3 Milliarden Dollar die Terminals 2 und 3 komplett umgebaut und bezeichnet sich selbst als größten Carrier am Airport. Für den WM-Sommer fügt Delta neue internationale Verbindungen hinzu, darunter eine Nonstop-Route nach Hongkong, und baut seinen Vorsprung durch zusätzliche Transkontinental-Verbindungen aus. American Airlines ist ebenfalls ein Schwergewicht und in Terminal 4 ansässig; seine 1,6-Milliarden-Dollar-Sanierung von Terminal 4 und 5 geht weiter. Terminal 5 wurde im Oktober 2025 vollständig gesperrt und soll erst kurz vor den Olympischen Spielen 2028 wieder öffnen, was zu umfangreichen Airline-Umsiedlungen führte. Im Januar 2026 startete zudem die Neugestaltung des Tom Bradley International Terminals, dem zentralen Interkontinental-terminal, das mit einem California-Lifestyle-Konzept aufgewertet wird.

Delta Air Lines ist in LAX der größte Carrier. Bild: picture alliance/Markus Mainka

Für WM-Fans aus dem deutschsprachigen Raum ist LAX über tägliche Direktflüge aus Frankfurt (Lufthansa), München (Lufthansa), Zürich (Swiss) und Wien (Austrian) erreichbar. Daneben zählen London (darunter British Airways und Virgin Atlantic), Paris (Air France, Delta), Amsterdam (KLM) sowie zahlreiche asiatische Metropolen wie Tokio, Seoul oder Singapur zu den meist geflogenen Langstreckenrouten des Airports.

Stadion

SoFi Stadium, Inglewood

Das SoFi Stadium der NFL-Teams LA Rams und LA Chargers wurde im August 2020 eröffnet und ist mit Baukosten von rund fünf Milliarden US-Dollar das teuerste Stadion der Welt. Es fasst 70.240 Zuschauer und besticht durch ein durchscheinendes Dach sowie einen ringförmigen 4K-Infinity-Screen über dem Spielfeld. 2028 wird es zudem Olympiastadion der Sommerspiele in Los Angeles. Zur WM beherbergt es acht Partien – darunter ein Viertel-finale. Die Schweiz trifft hier auf Katar (13. Juni) und Bosnien-Herzegowina (18. Juni). Der Flughafen LAX liegt nur rund fünf Kilometer nördlich des Stadions, Fahrzeit etwa 15 Minuten.

New York: New Jerseys Tor zur Welt

Newark von oben: der zum WM-FInalstadion nächstgelegene internationale Airport liegt nur 12 Kilometer vom MetLife Stadium entfernt. Bild: Port Authority of New York and New Jersey

Newark Liberty (EWR) ist der Flughafen, der formal zu New Jersey gehört, aber für Millionen Reisende im Großraum New York die bequemere Alternative zu JFK darstellt. 2023 eröffnete das neue Terminal A. Platzhirsch ist United Airlines, die in Newark einen ihrer wichtigsten Interkontinental-Hubs betreibt, Terminal C vollständig belegt und mehr als 160 Destinationen weltweit anfliegt. Für die WM-Saison 2026 stockte United sein EWR-Netz gezielt auf: neue Nonstops nach Rom, Venedig, Porto, Marrakesch und Dublin; bis Jahresende sollen 2500 neue Mitarbeitende eingestellt sein. 2025 hatte EWR noch unter einem ernsthaften Betriebsnotstand gelitten: Technologieausfälle, dramatische Personallücken in der Flugsicherung und Pistenbaustel-len führten zu Verspätungen und Streichungen. Seit Fertigstellung der Pistenarbeiten, der Installation eines neuen Glasfasernetzes und verstärkter Koordination mit der FAA hat sich die Lage merklich stabilisiert. Im Sommer 2025 erzielte United an EWR seine bisher beste Pünktlichkeitsbilanz überhaupt.

Das 51 Jahre alte Terminal B soll abgerissen und komplett neu gebaut werden; ein neues AirTrain-System mit 50 000 Fahrgästen täglich ist für 2030 geplant.

JFK erfindet sich neu

New York JFK Terminal 1
Das neue Terminal 1 am JFK öffnet seine ersten Gates pünktlich zur Weltmeisterschaft. Bild: Port Authority of New York and New Jersey

Kaum ein Flughafen der Welt befindet sich in einer so spektakulären Metamorphose wie der John F. Kennedy International Airport (JFK). 19 Milliarden US-Dollar wurden in eine Neugestaltung investiert; zur Weltmeisterschaft öffnen gleich zwei nagelneue Terminals ihre ersten Gates. Das neue Terminal 1 ist 9,5 Milliarden Dollar teuer, eröffnet seine ersten 14 Gates im Sommer und wird damit das größte Terminal am JFK und das größte reine International-Terminal der USA. Es hat 240.000 Quadratmeter Fläche, 22 Widebody-fähige Gates und ein lichtdurchflutetes Atrium mit 13.000 Solarmodulen auf dem Dach. Mieter der ersten Phase sind unter anderen Turkish Airlines, Etihad, Air China und Air New Zealand. Gleichzeitig Öffnet das neue Terminal 6 (4,2 Milliarden Dollar) seine ersten sechs Gates. JetBlue – die „New Yorker Heimairline“ ist Hauptmieter, dazu kommen Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines, Air Canada und TAP Air Portugal. T6 ist als boutique-artiges Digital-first-Terminal konzipiert; kein Gate soll mehr als fünf Minuten vom Sicherheitsausgang entfernt sein. JFK und Newark sind die internationalen Eingangstore für Besucher des WM-Finales am 19. Juli im MetLife Stadium.

Stadion

MetLife Stadium, East Rutherford

Das MetLife Stadium wurde 2010 eröffnet und ersetzte das legendäre Giants Stadium, in dem bereits 1994 sechs Spiele der WM stattfanden. Mit Baukosten von 1,6 Milliarden US-Dollar war es zum Zeitpunkt der Eröffnung das teuerste Stadion der Welt. Es fasst 82.500 Zuschauer. Mit acht WM-Partien – fünf Gruppenspiele, ein Sechzehntelfinale, ein Achtelfinale und das Finale am 19. Juli – ist es neben Dallas der meistbespielte Austragungsort. Deutschland trifft hier am 25. Juni auf Ecuador. Der Flughafen Newark liegt nur zwölf Kilometer entfernt.

San Francisco: Tor zum Silicon Valley

Nummer Eins am SFO: United Airlines. Hinter den parallelen Runways ragt die Skyline con San Francisco mit dem Salesforce Tower auf. Bild: San Francisco International Airport

United Airlines ist in San Francisco (SFO) der Platzhirsch: Mit rund 300 täglichen Abflügen und Verbindungen zu 111 Destinationen weltweit dominiert der Star-Alliance-Carrier den Markt. 2025 steigerte United seine Kapazität ab SFO noch einmal um 20 Prozent und liegt nun sechs Prozent über dem Vorkrisenniveau von 2019. Mit über 13.000 Mitarbeitenden in der Bay Area ist United auch einer der größten regionalen Arbeitgeber. Alaska Airlines ist die zweite bedeutende Airline des Flughafens. Für WM-Reisende 2026 gibt es eine betriebliche Einschränkung: Seit März läuft eine 180 Millionen Dollar schwere Runway-Sanierung, die die Startbahn 1R/19L bis Oktober außer Betrieb setzt. Der Flughafen hat jedoch Erfahrung damit, nachdem schon 2023 und 2024 bereits zwei weitere Pisten saniert wurden. Ein noch größeres Projekt läuft bereits parallel: Terminal 3 West wird für 2,9 Milliarden Dollar grundlegend modernisiert und um 18.500 Quadratmeter erweitert. Baustart war August 2024; die ersten Teile sollen im Herbst 2027 öffnen. Das Projekt will mit Energieeffizienz glänzen: Es gibt eine Solaranlage auf dem Dach, eine Wärmerückgewinnung und emissionsarme Baumaterialien. Das internationale Terminal trägt seit 2024 den Namen der verstorbenen Senatorin Dianne Feinstein.

Das Harvey Milk Terminal 1 wurde von der UNESCO mit dem prestigeträchtigen Prix Versailles als schönstes Terminal der Welt ausgezeichnet. Bild: San Francisco International Airport

Die Schnellbahn BART (Bay Area Rapid Transit) verbindet SFO in rund 30 Minuten mit der Innenstadt San Franciscos – eine der direktesten öffentlichen Flughafenanbindungen der gesamten USA. Mit 57 Millionen Passagieren jährlich und Direktflügen in über 50 Länder ist San Francisco trotz laufender Baustellen eines der leistungsfähigsten internationalen Gateways der Westküste.

Stadion

Levi’s Stadium, Santa Clara

Das Levi’s Stadium der San Francisco 49ers (NFL) wurde 2014 eröffnet und ist mit 1,3 Milliarden US-Dollar Baukosten eines der modernsten Stadien der USA. Es fasst zur WM 71.000 Zuschauer und gilt als eines der nachhaltigsten Profisportstadien weltweit. Sogar ein 2.500 Quadratmeter großer Dachgarten ist dort zu finden. Sechs WM-Partien – fünf Gruppenspiele und ein Sechzehntelfinale – werden hier ausgetragen. Die Schweiz trifft am 13. Juni auf Katar; Osterreich bestreitet hier seine ersten beiden Gruppenspiele. Der Flughafen SFO liegt rund 21 Kilometer nördlich des Stadions, Fahrzeit circa 25 Minuten.

Toronto: Kanadas größtes Drehkreuz

Am Flughafen Toronto Pearson läuft seit Mai mit „Pearson LIFT“ das größte Bauprogramm der Airport-geschichte. Bild: Toronto Pearson Airport

Toronto Pearson (YYZ) ist mit 47,3 Millionen Passagieren 2025 Kanadas größter Flughafen. Er liegt rund 27 Kilometer nordwestlich der Innenstadt in Missisauga. Der Flughafen verfügt über zwei Terminals: Terminal 1 für Air Canada und deren Star-Alliance-Partner, Terminal 3 für alle übrigen Carrier. Für Reisende aus dem deutschsprachigen Raum bieten Lufthansa (Frankfurt), Swiss (Zürich) und Austrian (Wien) tägliche Direktflüge an. Mit Verbindungen in über 180 Destinationen weltweit gilt YYZ als einer der internationalsten Airports des Kontinents. Hinter dieser Spitzenposition steht vor allem Air Canada, die hier ihr Hauptdrehkreuz betreibt, hunderte von Direktverbindungen anbietet und den Interkontinentalmarkt dominiert.

Porter Airlines hat sich dank massiver Flottenerweiterung – 42 Embraer E195-E2 sind bereits im Dienst, insgesamt wurden 100 bestellt – zur zweitstärksten Kraft am Airport entwickelt und verbindet nun auch den US-amerikanischen Flughafen LaGuardia und andere Destinationen direkt mit Toronto. WestJet, Air Transat und ein wachsendes Angebot asiatischer Carrier ergänzen das Angebot.

WM-Fieber im Terminal. Toronto-Pearson hat sich längst auf den großen Sommer eingestimmt. Bild: Toronto Pearson Airport

Pünktlich zum WM-Sommer startete der ehrgeizigste Neubau in der Geschichte des Flughafens: Am 11. Mai fiel der erste Spatenstich für „Pearson LIFT“ (Long-term Investment in Facilities and Terminals). Die erste Phase umfasst drei Milliarden kanadische Dollar und konzentriert sich auf die Modernisierung der Rollfeld-Infrastruk-tur mit einem neuen, intelligenten Airfield-Beleuchtungs-system sowie die Kompletterneuerung des 30 Kilometer langen Gepäckbandsystems in Terminal 1 und Terminal 3. Das Gesamtprogramm ist auf zehn Jahre angelegt und soll die Kapazität auf 65 Millionen Passagiere jährlich steigern sowie 16.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Flughafen-Chefin Deborah Flint nannte es das „größte Infrastrukturprojekt in Kanadas Luftfahrtgeschichte“.

Stadion

BMO Field, Toronto

Das BMO Field am Ontariosee wird zur WM unter dem Namen „Toronto-Stadion“ geführt. Mit regulär 30.000 Plätzen ist es die kleinste Arena des gesamten Turniers; für die WM wird die Kapazität durch eine temporäre Tribüne auf 45.736 Zuschauer erhöht. Fünf Gruppenspiele und ein Sechzehntelfinale werden in Toronto ausgetragen. Deutschland trifft hier am 20. Juni auf das Team der Elfenbeinküste. Der Flughafen YYZ liegt rund 25 Kilometer westlich, Fahrzeit circa 30 Minuten.

Vancouver: Perle am Pazifik

Anflug im Abendrot: Der Vancouver International Airport wurde zum wiederholten Male von Skytrax zum besten Flughafen Nordamerikas gekürt. Bild: Vancouver Airport Authority

Vancouvers Flughafen (YVR) gilt als einer der schönsten und durchdachtesten Airports der Welt: First-Nations-Kunstwerke, ein Aquarium im Terminal, elegante Holzarchitektur und eine vorbildliche Anbindung via SkyTrain Canada Line, die Passagiere in rund 26 Minuten direkt von der Innenstadt ans Gate bringt, zeichnen den Flughafen aus. Skytrax kürte Vancouver 2026 erneut zum besten Airport Nordamerikas. 2025 verzeichnete der Flughafen mit 26,9 Millionen Passagieren einen Allzeitrekord; das erste Quartal 2026 setzte mit 6,37 Millionen Passagieren die nächste Bestmarke. Rund 65 Prozent der Reisenden kommen inzwischen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Ridehailing-Diensten an, Uber und Lyft stellen 24 Prozent aller Fahrten. Klarer Marktführer ist Air Canada, gefolgt von WestJet. Als transpazifisches Gateway verbindet Vancouver direkt mit Dutzenden asiatischer Metropolen von Tokio über Seoul bis Sydney – eine Qualität, die zur Weltmeisterschaft besonders zählt, da viele Fans aus Ostasien und Ozeanien über Vancouver einreisen dürften.

Vancouver International Airport
Traumkulisse am Pazifik: der Vancouver International Airport mit den North Shore Mountains im Hintergrund. Bild: Vancouver Airport Authority

Das internationale Terminal wurde 2022 bereits um 28.000 Ouadratmeter mit acht neuen Gates erweitert. Für die WM investierte der Flughafen rund acht Millionen kanadische Dollar in Instandhaltung, Reparaturen und umfangreiche Personalschulungen; alle Sicherheitskontrollen erhielten neue Scanner, die ohne Ausziehen von Schuhen und Herausnehmen von Laptops auskommen. Außerdem bietet YVR Übersetzungsunterstützung in mehr als 170 Sprachen. Ein FIFA-Merchandise-Store hinter der Sicherheitskontrolle im Inlandsterminal eröffnete Mitte Mai. Weiterhin ist der Abriss eines halb fertiggestellten Parkhauses aus der Vorpandemie-Ära, das nie in Betrieb ging, geplant – dort könnte eine weitere Terminalerweiterung entstehen.

Stadion

BC Place Stadium, Vancouver

Das BC Place Stadium wurde 1983 eröffnet und 2011 für 563 Millionen kanadische Dollar umfassend modernisiert. Dabei erhielt es das größte ausfahrbare Stoffdach der Welt, getragen von einer Seilkonstruktion. Es fasst zur WM 54.000 Zuschauer. Das Stadion liegt mitten in der Innenstadt am False Creek und war Hauptaustragungsort der Olympischen Winterspiele 2010. Mit sieben Partien ist Vancouver nach Dallas der zweitgrößte WM-Spielort. Die Schweiz trifft hier am 24. Juni auf Kanada. Der Flughafen YVR liegt rund zwölf Kilometer südlich.