Ein Brandgeruch im Tower des Flughafens München sorgte am Sonntagabend für eine zweistündige Betriebsunterbrechung. Rund 35 Maschinen wurden umgeleitet.

Ein Brandgeruch im Tower des Flughafens München hat am Sonntagabend zu einer abrupten Unterbrechung des Flugbetriebs geführt. Um 20:33 Uhr wurde der Turm evakuiert, die Flugsicherung stoppte unmittelbar sämtliche Starts und Landungen, die Flughafenfeuerwehr rückte aus. Was zunächst nach einem ernsteren Zwischenfall aussah, entpuppte sich später als technischer Defekt: Ein defekter Lüfter hatte den Alarm ausgelöst, ein entsprechendes Bauteil wurde noch vor Ort ausgetauscht. Offenes Feuer hatte es zu keinem Zeitpunkt gegeben.

Rund 35 Maschinen mussten ausweichen

Die Folgen für den Flugbetrieb waren dennoch spürbar. Rund 35 Maschinen wurden während der Sperrung auf umliegende Flughäfen umgeleitet, zahlreiche weitere Flüge verspäteten sich erheblich. Bereits etwa zwei Stunden nach der Evakuierung konnten am Münchner Airport wieder erste Maschinen abheben. Der Flughafen bemühte sich anschließend, den Rückstau so schnell wie möglich abzubauen.

Um möglichst viele ausgefallene Verbindungen noch am selben Abend nachholen zu können, beantragte der Flughafen beim bayerischen Verkehrsministerium eine Ausnahmegenehmigung für das nächtliche Flugverbot. Die Genehmigung wurde erteilt: Starts und Landungen waren ausnahmsweise bis 1:30 Uhr am Montagmorgen erlaubt, statt wie üblich bis Mitternacht. Etliche der umgeleiteten Flugzeuge traten daraufhin noch in der Nacht den Rückweg nach München an.

Flugverkehr am Folgetag weitgehend normal

Einige Verbindungen ließen sich dennoch nicht mehr retten und wurden vollständig gestrichen. Die genaue Zahl der annullierten Flüge stand zunächst nicht fest. Der Flughafen München zählt zu den verkehrsreichsten Airports Europas und belegt im europäischen Vergleich der Flugbewegungen Platz acht.