Luftfahrtindustrie erzielt Rekorde bei Umsatz und Beschäftigung

Berlin, 27. April 2016

Foto: Airbus

Weltweit steigen immer mehr Menschen in Flugzeuge, das zahlt sich auch für deutsche Hersteller und Zulieferer aus. Die Zukunft der zivilen Luftfahrt scheint rosig. Der Rüstungssektor berappelt sich langsam.

Die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie hat im vergangenen Jahr wegen der weltweit hohen Nachfrage nach Verkehrsflugzeugen so viel Geld eingenommen wie noch nie. Der Gesamtumsatz stieg um 8 Prozent auf den Rekordwert von 34,7 Milliarden Euro, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) am Mittwoch mitteilte. Damit ist die Branche deutlich stärker gewachsen als 2014. Die Zahl der Beschäftigten stieg um ein Prozent auf 106 800 und erreichte damit ebenfalls einen Höchststand.

73 Prozent der Gesamteinnahmen entfallen auf die zivile Luftfahrt. Die Hersteller von Passagier- oder Frachtmaschinen erwirtschafteten vor allem wegen der weltweit wachsenden Zahl der Flugreisenden und des Ersatzes von alten Maschinen mit hohem Kerosinverbrauch einen Umsatz von 25,3 Milliarden Euro, 11 Prozent mehr als im Vorjahr.

Das Wachstum wird nach Einschätzung von Verbandspräsident Bernhard Gerwert anhalten: Marktprognosen sähen bis 2030 eine Verdopplung des weltweiten Flugzeugbedarfs. Das sichere den großen Herstellern und ihren Zulieferern eine langfristige Auslastung.

Airbus habe Ende vergangenen Jahres Aufträge zum Bau von mehr als 6800 Flugzeugen verbucht, das entspreche einer Auslastung von fast einem Jahrzehnt, sagte Gerwert. Das Bestellvolumen liege bei rund 950 Milliarden Euro.

Von der hohen Nachfrage in der zivilen Luftfahrt profitierten auch die Zulieferer. "Heute ist unsere Industrie an jedem der jährlich circa 1700 weltweit ausgeliefertem Verkehrsflugzeuge mit Komponenten beteiligt", sagte der BDLI-Präsident.

Der Rüstungssektor, lange Jahre Sorgenkind der Branche, hat sich Gerwert zufolge wieder gefangen. Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro. Das liege auch an der verstärkten Nachfrage bei Instandsetzung und Betreuung der Luftwaffe der Bundeswehr. Nach dem Ende des 2010 erteilten Auftragsstopps durch das Bundesverteidigungsministerium bestehe ein großer Aufholbedarf.

dpa

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