Die Ukraine hat den iranischen Bericht zum Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs mit knapp 180 Toten vor rund sieben Monaten scharf kritisiert. «Zu behaupten, dass es ein menschlicher Fehler war, ist zu früh», sagte Außenminister Dmitri Kuleba am Dienstag in Kiew. Die Ukraine habe noch viele offene Fragen. Nur strafrechtliche Ermittlungen könnten genaue Antworten bringen. In der kommenden Woche soll eine iranische Delegation nach Kiew reisen, um über Schadenersatz zu verhandeln.

Die ukrainische Boeing-Maschine war am 8. Januar kurz nach dem Start in Teheran von der iranischen Luftabwehr abgeschossen worden. Alle 176 Bordinsassen wurden getötet. Teheran hatte zu der Zeit einen amerikanischen Raketenangriff erwartet. Die iranische Führung gab den Abschuss erst mit Verzögerung zu, was zu wütenden Protesten im Lande führte. Unter den toten Passagieren waren Kanadier, Ukrainer, Afghanen, Briten, Schweden und Iraner mit Aufenthaltsrecht in Schweden.

Die iranische Luftfahrtbehörde hatte am Montag in ihrem Abschlussbericht von einem «menschlichen Fehler» gesprochen. Die fehlerhafte Ausrichtung eines Radarsystems hätte zu einem Kommunikationsfehler bei der zuständigen militärischen Abteilung geführt, hieß es.

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