Der Tui-Konzern zieht am Mittwoch Zwischenbilanz vor dem Start der Sommer-Reisesaison 2022. Vorstandschef Fritz Joussen stellt die Zahlen aus dem ersten Geschäftshalbjahr vor, das im Oktober begonnen hatte. Der Winter ist für die großen Reiseanbieter in der Regel weniger bedeutend – diesmal soll er angesichts der Rücknahme von Corona-Einschränkungen in vielen Urlaubsländern aber auch eine finanzielle Basis für die buchungsstärkere Zeit bilden.

Der deutsche Staat unterstützte Tui in der Pandemie mit Milliarden. Ein Teil der Kreditlinien wurde bereits zurückgegeben, doch das Geschäft muss nun ebenso zumindest in die Nähe des ursprünglichen Niveaus zurückkehren. Joussen hält das für möglich. In einem Brief an die Beschäftigten schrieb er: «Trotz des anhaltenden Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine und der Folgen des Krieges ist die Nachfrage nach Reisen bei unseren Kunden ungebrochen hoch.» Das Ostergeschäft sei gut gewesen. «Der positive Trend der letzten Wochen verstetigt sich. Wir können einen guten Sommer 2022 erwarten.»

Beim Buchungsstand für die Hauptsaison liege man inzwischen bei 80 Prozent des Volumens aus dem Vor-Corona-Jahr 2019. «Der Boden für ein gutes Geschäftsjahr ist bereitet, und ich sehe uns auf sicherem Terrain», meinte der Tui-Chef. Die Auslastung der Kreuzfahrtsparte werde in der zweiten Jahreshälfte stärker. Es könne auch gelingen, die erhaltenen Corona-Finanzhilfen «kontinuierlich abzubauen».

Der Konzern erweiterte zuletzt sein Digitalangebot. Dieser Umbau und andere Faktoren kosteten etliche Stellen – etwa bei der Airline Tuifly und in den Reisebüros. Er schuf aber auch neue Jobprofile.

dpa jap yyni n1 red