Nach einer fast 20-monatigen Suche hat Mexiko nach Angaben von Staatschef Andrés Manuel López Obrador zwei mögliche Käufer für sein Präsidentenflugzeug gefunden.

Es gebe zwei Angebote, sagte López Obrador am Donnerstag in seiner Pressekonferenz. Einer der Interessenten wolle die Hälfte des Kaufpreises in medizinischer Ausrüstung zahlen. Für ebensolche soll der Erlös ausgegeben werden. Mexiko wäge nun seine Optionen ab.

López Obrador hatte das Präsidentenflugzeug gleich nach seinem Amtsantritt im Dezember 2018 verkaufen wollen. Als sich keine Interessenten fanden, dachte er im Februar öffentlich über eine Versteigerung des Fliegers nach. Das brachte ihm allerdings viel Spott ein und er rückte wieder davon ab. Stattdessen begann im März eine symbolische Lotterie um den ungefähren Gegenwert der Maschine. Zwei Drittel der erwarteten Einnahmen von drei Milliarden Peso (rund 116 Mio Euro) sollen am 15. September – dem Vorabend des mexikanischen Unabhängigkeitstages – an 100 Gewinner ausgeschüttet werden.

Der Rest soll zum Teil in die Instandhaltung des Fliegers fließen. Diese kostete bereits mehr als zwei Millionen US-Dollar (rund 1,7 Mio Euro). Das Flugzeug stand seit Ende 2018 auf einem Logistik-Flughafen im Nachbarland USA. Am Mittwoch kehrte es zurück nach Mexiko.

López Obrador verzichtet im Rahmen seiner Sparpolitik auf den Flieger, dessen Luxus aus seiner Sicht im krassen Gegensatz zur Armut steht, die in Mexiko herrscht. Der Linkspopulist nutzt Linienflüge – auch bei seiner bisher einzigen Auslandsreise als Staats- und Regierungschef vor wenigen Wochen nach Washington. Das Präsidentenflugzeug war zu einem Preis von rund 219 Millionen Dollar (etwa 189 Millionen Euro) für seinen Vorgänger, Enrique Peña Nieto, angeschafft worden.

dpa