Die Lufthansa will in der Corona-Krise in Kürze möglicherweise eine weitere Milliardensumme aus den gewährten Staatshilfen in Anspruch nehmen. «Da die Stille Beteiligung 1 nur noch bis zum Jahresende zur Verfügung steht, erwägen wir eine Ziehung in Höhe von 1,5 Milliarden Euro im weiteren Verlauf des zweiten Quartals», sagte Finanzvorstand Remco Steenbergen am Dienstag bei der online durchgeführten Hauptversammlung des Konzerns in Frankfurt.

Deutschland, Österreich, Belgien und die Schweiz hatten dem Konzern wegen des Geschäftseinbruchs durch die Pandemie im vergangenen Jahr 9 Milliarden Euro Staatshilfe zugesagt und ihn damit vor dem Untergang bewahrt. In der Summe enthalten sind zwei Stille Beteiligungen des deutschen Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF). Bisher hat die Lufthansa nur die zweite und kleinere Beteiligung in Höhe von einer Milliarde Euro in Anspruch genommen. Die Stille Beteiligung 1, um die es nun geht, hat einen Gesamtumfang von 4,5 Milliarden Euro.

Bei der Hauptversammlung will sich der Vorstand von den Aktionären einen Vorratsbeschluss beschaffen, um zu einem noch unbekannten Zeitpunkt bis zu 5,5 Milliarden Euro neues Eigenkapital aufnehmen zu können, um die Stillen Beteiligungen zurückzahlen zu können. Einen Kredit der staatlichen KfW-Bank in Höhe von einer Milliarde Euro hat die Lufthansa schon zurückgezahlt.

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