Der Iran hat sich bereit erklärt, in Kürze die Flugschreiber der im Januar von iranischen Streitkräften abgeschossenen ukrainischen Passagiermaschine an Frankreich zum Auslesen zu übergeben.

Das teilte Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Montag in einem Telefonat mit seinem kanadischen Amtskollegen François-Philippe Champagne mit. Außerdem wolle der Iran mit Kanada und der Ukraine die offenen juristischen Aspekte des Vorfalls klären, erklärte der iranische Chefdiplomat nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA.

Die Maschine war am 8. Januar irrtümlich von iranischen Streitkräften kurz nach dem Start in Teheran abgeschossen worden. Alle 176 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Nach iranischen Angaben waren 147 der Passagiere Iraner, darunter viele mit doppelter Staatsbürgerschaft, sowie 29 Bürger der Ukraine, Kanadas, Schwedens und Afghanistans.

Der Abschuss der Maschine wurde von der iranischen Führung zunächst mehrere Tage lang geleugnet, was im Nachhinein zu wütenden Protesten im Land führte. Die Demonstranten forderten eine Bestrafung der Verantwortlichen, einige sogar den Rücktritt der iranischen Führung. Präsident Hassan Ruhani versprach daraufhin eine gründliche und lückenlose Aufklärung der Abschussumstände durch ein Sondergericht und verschiedene Expertenteams. Einige Personen sollen in diesem Zusammenhang auch bereits verhaftet worden sein, Details dazu gab es jedoch zunächst nicht.

dpa