Die britische Wirtschaft hat die Aufhebung der Quarantänepflicht für Reisende aus der EU und den USA begrüßt. «Für die langfristige Erholung unserer Wirtschaftsbeziehung ist es von enormer Bedeutung, dass Reisen im Personen- und Handelsverkehr wieder in beide Richtungen möglich sind», sagte die Geschäftsführerin der britischen Handelskammer in Deutschland, Ilka Hartmann. Viele Unternehmen im bilateralen Handel profitierten vom Ende der Maßnahmen. Hartmann forderte, die Kosten für notwendige Corona-Tests auf ein Minimum zu begrenzen.

Vom 2. August an müssen sich vollständig geimpfte Reisende aus der EU und den USA nicht mehr wie bisher für mindestens fünf Tage nach Ankunft in häusliche Isolation begeben. Notwendig sind allerdings weiterhin ein negativer Corona-Test vor der Einreise sowie ein weiterer Test spätestens am 2. Tag nach der Ankunft in England.

Große Hoffnungen auf dringend benötigte Einnahmen macht sich vor allem die Reisebranche. Die Tourismusbehörde Visit Britain sprach von «fantastischen Neuigkeiten». Es handle sich um einen «entscheidenden Schritt auf dem Weg der Branche zum Wiederaufbau», sagte Vizechefin Patricia Yates. «Die EU ist einer unserer größten Märkte und die USA sind der wertvollste, da die transatlantische Handelsroute sowohl für Unternehmen als auch für den Tourismus unglaublich wichtig ist.» Als ein Grund für die Aufhebung der Quarantänepflicht gilt, dass Premierminister Boris Johnson fürchtet, US-Touristen könnten Paris, Rom oder Berlin London vorziehen.

«Die Nachricht wird der angeschlagenen Reisebranche einen erheblichen Schub geben und gleichzeitig wichtige Geschäftsbeziehungen zu wichtigen Handelspartnern wiederherstellen», betonte Tom Thackray vom britischen Industrieverband CBI. «Internationale Reisen ohne Einschränkungen werden ein wichtiger Bestandteil des Erholungspuzzles sein.» Nun gehe es darum, die Änderungen so schnell und reibungslos wie möglich einzuführen. Wichtig sei dabei vor allem ein effektives System, das bereits vor Reisebeginn greife und helfe, Staus an den Flughäfen zu verhindern, sagte Thackray.

dpa bvi xx n1 brd