Der Flugzeugbauer Boeing hat in der Corona-Krise eine Bestellung für seinen schon totgesagten Jumbo-Jet 747-8 bekommen.

Die Charter-Fluggesellschaft Atlas Air aus den USA will vier Maschinen der Reihe in der Frachtversion kaufen, wie Boeing am Dienstag in Seattle mitteilte. Im Gegensatz zum eingebrochenen Passagierfluggeschäft erlebt das Frachtgeschäft während der Pandemie einen Boom. Der Atlas-Auftrag für Boeing hat laut Preisliste einen Gesamtwert von knapp 1,7 Milliarden US-Dollar (1,4 Mrd Euro). Allerdings sind bei Flugzeugbestellungen hohe Nachlässe üblich.

Der US-Konzern Boeing hatte erst vergangenen Juli angekündigt, den Bau des Jumbos mangels neuer Aufträge im Jahr 2022 nach mehr als 50 Jahren einzustellen. Die erste Version des Jets hatte 1969 ihren Jungfernflug absolviert. Mit der neuesten Version 747-8 wollte Boeing dem noch größeren Airbus A380 Paroli bieten. Zuletzt wurde Boeing aber nur noch Maschinen in der Frachtversion los, bevor die Aufträge auch in diesem Bereich ausblieben. Auch die Produktion des Konkurrenzmodells A380, den es lediglich in der Passagierversion gibt, läuft mangels Nachfrage aus.

dpa