Neue Schneefälle in Südbayern erwartet - Söder besucht Rettungskräfte

Die Schneefälle haben etwas nachgelassen, doch die Atempause ist nur von kurzer Dauer. In Südbayern droht am Wochenende wieder eine Verschärfung der Wetterlage.

München (dpa) - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am Samstag ein Bild von der Lage in den vom Schneechaos betroffenen Gebieten machen. Er nimmt am Vormittag an einer Besprechung der Einsatzkräfte in Bad Tölz teil, um sich über die Arbeit der Hilfsorganisationen zu informieren. Die Helfer im südlichen Oberbayern rechnen mit neuen heftigen Schneefällen ab Samstagabend. Der Katastrophenfall gilt bereits in fünf Landkreisen.

Von Samstagabend bis Montagabend soll es auch in den sächsischen Mittelgebirgen schneien, vor allem aber wieder im Alpenraum und im Bayerischen Wald - und in niedrigeren Lagen regnen. Dies könnte die Lage dramatisch verschärfen und den Schnee auf einsturzgefährdeten Dächern noch schwerer machen.

Die Bundeswehr hat 350 Soldaten in die tief verschneiten Regionen geschickt. Sie befreien Dächer von den schweren Schneemassen, versorgen Bewohner in schwer zugänglichen Orten und transportieren Helfer mit gepanzerten Kettenfahrzeugen. Rund 300 weitere Soldaten wurden in erhöhte Bereitschaft versetzt.

Auch das Bayerische Rote Kreuz (BRK) hat viele Helfer vor Ort. «Trotz tagelangen Einsatzes von Einheiten aus dem Ehren- und Hauptamt erleben wir hoch motivierte Kräfte», betonte ein BRK-Sprecher am Freitagabend. Die Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Feuerwehr verlaufe reibungslos. In den vergangenen Tagen seien mehrere Menschen in den betroffenen Regionen beim Räumen ihrer Dächer abgerutscht und gestürzt. Sorge bereitet den Rettungskräften auch die Lawinengefahr.

An den Flughäfen München und Frankfurt wurden am Freitag jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Wegen verschneiter Gleise ist der regionale Bahnverkehr in Teilen von Oberbayern, Schwaben und Niederbayern weiter eingestellt. Nach Angaben eines Bahnsprechers fallen auch in den kommenden Tagen zahlreiche Züge aus.

In Bulgarien starben am Freitag zwei Snowboardfahrer unter einer Lawine, die sie selbst ausgelöst hatten. In Österreich holte das Bundesheer eine große Schülergruppe aus dem Ruhrgebiet mit zwei Hubschraubern von einer Alm.

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