Qantas und Melbourne Airport haben sich auf einen Ausbau geeinigt: neue Lounge, dritte Landebahn und mehr internationale Flüge.

Der Ausbau des Melbourne Airport nimmt konkrete Formen an: Die Qantas Group und der Flughafenbetreiber haben eine kommerzielle Grundsatzvereinbarung getroffen, die weitreichende Folgen für Passagiere und den Luftverkehrsstandort Victoria haben soll. Im Zentrum stehen mehr Flugverbindungen, ein neues Lounge-Konzept, verbesserte Check-in-Prozesse und der Bau einer dritten Start- und Landebahn.

Melbourne Airport-Ausbau umfasst neues Terminal und fünf Gates

Die Einigung stützt ein Investitionsprogramm von umgerechnet rund 4,5 Milliarden australischen Dollar, mit dem der internationale Terminalbereich erweitert wird. Geplant sind unter anderem fünf zusätzliche Standplätze für Großraumflugzeuge – eine Voraussetzung dafür, dass Qantas mittelfristig mehr internationale Ziele ab Melbourne anbieten kann. Ergänzt wird das Terminalprojekt durch eine 15-jährige Verpflichtung der Qantas Group zur dritten Landebahn des Flughafens, die 2031 in Betrieb gehen soll.

Auch die Billigtochter Jetstar profitiert von den Plänen. Melbourne ist bereits heute die größte Basis des Low-Cost-Carriers: In Spitzenzeiten starten und landen dort fast 1.000 Jetstar-Flüge pro Woche, rund 45 Prozent der gesamten Inlandspassagiere der Airline werden über diesen Standort abgewickelt.

Neue Lounge und schnellerer Check-in als Teil des Ausbaus

Für Vielflieger und Premiumkunden entsteht eine neue International Business Lounge oberhalb von Terminal 2. Sie soll bis zu ein Drittel größer werden als die bisherige Fläche und freien Blick über das Vorfeld bieten. Fertigstellung ist bis 2029 vorgesehen.

Parallel dazu sollen sich Wartezeiten am Boden verkürzen: Der Flughafen kündigt schnellere Check-in-Abläufe, eigene Premiumbereiche sowie automatisierte Gepäckabgaben an, die an das neue Gepäcksystem samt Frühgepäcklagerung angebunden werden. Auch die Ankunftsseite wird ausgebaut – mit einer größeren Gepäckausgabehalle und mehr Platz für die australische Grenzschutzbehörde.

Airbus A350-1000LR sollen von Melbourne aus neue Ziele erschließen

Strategisch bedeutsam ist die Ankündigung, künftig einen Teil der bestellten Airbus A350-1000LR fest in Melbourne zu stationieren. Diese Maschinen stammen aus einer separaten Bestellung und sind nicht mit den Ultra-Langstreckenjets des Project Sunrise zu verwechseln. Sie sollen es Qantas ermöglichen, von Melbourne aus Strecken zu fliegen, die derzeit nicht bedient werden.

Qantas-Finanzchef Rob Marcolina begründete den Schritt mit dem Ziel, Wachstum für beide Seiten zu ermöglichen und das Reiseerlebnis für Millionen Kunden zu verbessern. Aktuell fliegen Qantas und Jetstar 17 internationale Ziele ab Melbourne an; diese Zahl soll steigen.

Flughafenchefin Lorie Argus bezeichnete die Vereinbarung als größten Umbau in der Geschichte von Melbourne Airport, dem nach eigenen Angaben größten durchgehend rund um die Uhr betriebenen Flughafen Australiens. Die 15-jährige Zusage von Qantas zur dritten Landebahn wertete sie als Vertrauenssignal für den Standort.

Endgültige Verträge folgen in den kommenden Monaten

Die jetzige Einigung ist zunächst eine Absichtserklärung zu zentralen Eckpunkten. Die endgültigen vertraglichen Vereinbarungen zwischen Qantas und Melbourne Airport sollen in den kommenden Monaten unterzeichnet werden. Erst danach dürfte klar werden, welche neuen Strecken konkret geplant sind und wie sich der Zeitplan für Terminal, Lounge und Landebahn im Detail entwickelt.