Boeing steigert Auslieferungen im ersten Halbjahr deutlich
Boeing hat im ersten Halbjahr so viele Flugzeuge ausgeliefert wie seit 2018 nicht mehr. Bei Bestellungen und Auslieferungen bleibt Airbus aber die Nummer eins.
Boeing hat den Kunden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 314 Verkehrsflugzeuge übergeben, ein Plus von zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Damit erreicht der US-Flugzeugbauer den höchsten Halbjahreswert seit 2018, wie aus aktuellen Unternehmenszahlen hervorgeht. Allein im Juni verließen 64 Maschinen die Werke, vier mehr als im Juni des Vorjahres.
Der Wert markiert einen weiteren Schritt in der schrittweisen Erholung des Konzerns, der seit Jahren mit Qualitätsproblemen, Fertigungsverzögerungen und den Nachwirkungen mehrerer Sicherheitsvorfälle bei der 737 Max zu kämpfen hat. Die kontinuierliche Steigerung der Auslieferungszahlen gilt als wichtiges Signal an Kunden und Aufsichtsbehörden, dass sich die Produktionsprozesse stabilisieren.
Bei den Auslieferungen bleibt Airbus weiter die Nummer eins
Trotz des Zuwachses liegt Boeing weiter hinter dem europäischen Rivalen Airbus zurück. Der Konzern aus Toulouse übergab im Juni 89 Flugzeuge und kam im ersten Halbjahr auf 351 Auslieferungen, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Airbus hält damit offiziell an einem Jahresziel von 870 Maschinen fest, internen Angaben zufolge peilt der Konzern inzwischen aber sogar 900 Auslieferungen an.
Der Abstand zwischen beiden Herstellern hat sich im laufenden Jahr also kaum verändert. Während Boeing an operativer Stabilität gewinnt, baut Airbus seinen Vorsprung bei der reinen Stückzahl weiter aus.
Produktionshochlauf der 737 Max soll Rückstand verringern
Boeing setzt für die zweite Jahreshälfte auf eine weitere Beschleunigung. Kern der Strategie ist der Hochlauf der 737-Max-Produktion, die derzeit bei 42 Maschinen pro Monat liegt und auf 47 Einheiten steigen soll. Technische Probleme und wiederholte Qualitätsmängel hatten den Konzern in den vergangenen Jahren immer wieder gezwungen, die Fertigungsraten zu drosseln oder einzufrieren.
Der Bestseller bleibt für Boeing das wichtigste Standbein: Inzwischen zählt der Konzern 7206 Bestellungen für die 737 Max und übertrifft damit bereits den bisherigen Rekordhalter, die von 1997 bis 2020 gebaute 737 Next Generation.
Auftragslage zeigt weiterhin klaren Vorteil für Airbus
Auch beim Blick auf neue Bestellungen zeigt sich das bekannte Bild. Im Juni verbuchte Boeing 121 Bestellungen, nach Abzug von Stornierungen blieben netto 113 Flugzeuge übrig. Für das gesamte erste Halbjahr summierten sich die Bestellungen auf 408 Maschinen.
Airbus liegt auch hier deutlich vorn: Von Januar bis Juni gingen in Toulouse 887 Bestellungen ein, netto blieben 822 Flugzeuge. Der Auftragsbestand unterstreicht damit erneut, dass Airbus trotz eigener Lieferkettenprobleme seine Marktführerschaft in der zivilen Luftfahrt weiter behauptet.