Air Europa: A350-900-Auslieferung schon 2028
Air Europa plant den ersten Airbus A350-900 für 2028 und stellt mit dem Programm „+Air 28″ die Weichen für Wachstum, eigene Wartung und mehr Profitabilität.
Die spanische Fluggesellschaft Air Europa rechnet damit, ihren ersten Airbus A350-900 im Jahr 2028 zu übernehmen. Der Carrier aus Madrid hat dafür ein umfassendes Zweijahresprogramm namens „+Air 28″ aufgesetzt, das nach eigenen Angaben einen „tiefgreifenden strukturellen und operativen Wandel“ einleiten soll. Im Zentrum stehen mehr operative Effizienz, höhere Profitabilität und datengestützte Entscheidungsprozesse.
Air Europa:A350-900 löst reine Boeing-Flotte ab
Bislang setzt Air Europa ausschließlich auf Boeing-Muster: Mehr als 60 Flugzeuge umfasst die aktuelle Flotte, darunter Boeing 787-8 und 787-9 sowie diverse 737-Modelle. Zusätzlich befindet sich die Airline gerade in der Einführungsphase der 737 Max 8. Mit der zu Jahresbeginn 2026 fest bestellten Order für bis zu 40 Airbus A350-900 vollzieht das Unternehmen jedoch einen Strategiewechsel hin zu einer gemischten Flotte. Um den neuen Langstreckentyp technisch zu betreuen, will Air Europa seine Wartungskapazitäten entsprechend anpassen, bevor die ersten Maschinen 2028 in den Liniendienst gehen.
Neue Wartungssparte Air Europa Technics
Ein zentraler Baustein des Transformationsplans ist die Gründung einer eigenen Instandhaltungssparte namens Air Europa Technics. Diese soll künftig nicht nur die eigene Flotte warten, sondern auch MRO-Dienstleistungen für Drittkunden anbieten. Damit erschließt sich die Airline ein zusätzliches Geschäftsfeld und positioniert sich stärker als technischer Dienstleister im europäischen Luftfahrtmarkt.
Air Europa: A350-900-Pläne treffen auf solide Geschäftszahlen
Die Investitionen in neue Flugzeuge und Infrastruktur erfolgen aus einer wirtschaftlich komfortablen Position heraus. Im Geschäftsjahr 2025 steigerte Air Europa den Vorsteuergewinn um ein Drittel auf 155 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 7,3 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro, während das EBITDA um 14 Prozent auf 235 Millionen Euro zulegte. Die Passagierzahlen wuchsen um 2,6 Prozent bei einem Kapazitätsplus von 1,5 Prozent, wodurch sich der Sitzladefaktor leicht auf 84,4 Prozent verbesserte.
Für das laufende Jahr zeigt sich das Unternehmen trotz „globaler Unsicherheiten am Treibstoffmarkt“ zuversichtlich. In den ersten vier Monaten 2026 lag der operative Umsatz bereits 9,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Ziel ist es, den Vorsteuergewinn im Gesamtjahr um 28 Prozent zu steigern.
Air-Europa-Präsident Juan José Hidalgo verweist auf die kontinuierliche Flottenerneuerung und strukturelle Verbesserungen als Wachstumstreiber, insbesondere für die Rolle des Unternehmens in Europa und Lateinamerika. CEO Richard Clark betont, die guten Ergebnisse seien das Resultat gemeinsamer Anstrengungen der gesamten Belegschaft und Grundlage für die weitere internationale Expansion – sichtbar etwa an neuen Strecken ab Oviedo, Sevilla, Genf und Johannesburg.
Turkish Airlines und IAG als Anteilseigner
Parallel zur operativen Neuausrichtung verändert sich auch die Eigentümerstruktur von Air Europa. Star-Alliance-Mitglied Turkish Airlines befindet sich derzeit im Prozess, einen Anteil von 25 bis 27 Prozent an dem SkyTeam-Carrier zu übernehmen. British-Airways-Mutter IAG hält bereits 20 Prozent der Anteile. Mehrheitseigner bleibt weiterhin der Touristikkonzern Globalia.
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