Lufthansa Group: Welche Flugzeuge kommen, welche gehen?
Die Lufthansa Group verändert ihr Gesicht. Ganze Teilflotten werden ausgemustert, dafür starten neue Flugzeuge in ihren aktiven Dienst. Details nennt CEO Carsten Spohr.
Die Lufthansa Group wird im Jahr 2027 fortführen, was seit vielen Monaten bereits auf Hochtouren läuft: die umfassende Flottenerneuerung. Die Formel „100 Flugzeuge in den nächsten 100 Wochen“ ist beim Kranich schon oft gefallen. Ein Update dazu gab jetzt Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender des Konzerns, während einer Medienveranstaltung in Frankfurt.
Dieses Jahr habe der Lufthansa-Konzern bereits 26 neue Flugzeuge erhalten: 14 davon für das Interkont-Geschäft, also für Langstreckenverbindungen, und zwölf Maschinen für den Bereich Kurz- und Mittelstrecke. Doch „wir erwarten bis Ende des Jahres 20 weitere Flugzeuge. Davon sind abermals 13 Langstreckenflugzeuge“. Somit komme der Kranich im Jahr 2026 auf insgesamt 27 zusätzliche neue Interkontflugzeuge. Die meisten von ihnen seien für Lufthansa Airlines bestimmt.
Lufthansa: Wann kommt die A350-1000?
Weitere folgen im schnellen Takt: Besonderes Augenmerk werde auf die erste A350-1000 gelegt, deren Auslieferung an Lufthansa für November angekündigt wird. „Ob dann die Frequenz der Zugänge (für Lufthansa, Anmerk. d. Red.) an neuen A350-1000 wirklich die ist, die uns mal versprochen wurde, werden wir sehen“, so der Lufthansa-Chef. Die A350-1000, ausgestattet mit einer durchaus großen Business Class, soll der starken Nachfrage im Premium-Bereich gerecht werden.
Die erste Boeing 777X für Lufthansa wird laut Spohr im ersten Quartal 2027 erwartet. Dabei beruft sich der CEO auf Aussagen von Boeing. Doch so recht scheint der Kranich dem Hersteller nicht zu trauen. Denn wie viele Triple Seven der neuesten Generation bereits im Sommer 2027 eingesetzt werden können, sei fraglich. Spohr verweist in diesem Zusammenhang auf den kommenden Sommerflugplan; in ihm seien entsprechende Flüge mit 777X nicht zu finden.
Stattdessen greife Plan B: Die A340-300-Flotte werde im größeren Umfang bereitgehalten, „um auf jeden Fall unseren Kunden das geplante Streckennetz anbieten zu können“. Die vierstrahligen Airbusse seien inzwischen quasi zum Plan A geworden, so Spohr. Dennoch erfolge deren Ausmusterung umgehend, sobald die 777X in Deutschland eintreffen.
Welche Teilflotten verlassen die Lufthansa Group?
Im Bereich Kurz- und Mittelstrecke wird noch in diesem Jahr die erste A220 zur Lufthansa City Airlines stoßen. Dagegen wird das Jahr 2026 für das Aus von gleich drei Teilflotten die Lufthansa stehen: der CRJ900 der CityLine, der A340-600, die am 18. Oktober ihren letzten Flug absolvieren dürfte, und vermutlich der Boeing 767 der AUA im November.
Moderne, effizientere Flugzeuge: Europas größten Airline-Konzern freut’s. Denn auch 2027 müsse man mit hohen Treibstoffkosten rechnen. Spohr erwartet, dass weitere Airlines wegen der hohen Treibstoffkosten in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten könnten. Ob AirBaltic aus Lettland, Volotea aus Spanien oder AnimaWings aus Rumänien: Sie alle mussten kürzlich Gläubigerschutz beantragt.
Spohr rechnet damit, dass es für Lufthansa nicht bei den zuletzt genannten Mehrkosten von etwa 1,5 Milliarden Euro für Treibstoff bleiben wird. Dass der Konzern für 2026 noch einen operativen Gewinn etwa auf Vorjahresniveau erwarten kann, sei nur auf Kürzungen bei der Kernmarke Lufthansa und deutlich gestiegene Ticketpreise zurückzuführen.

