Nach dem schweren Unfall in New York LaGuardia untersucht die NTSB das Versagen des Boden-Kollisionswarnsystems. Erste Erkenntnisse zeigen eine Verkettung von Fehlern.

Am Abend des 22. März 2026 ereignete sich am Flughafen New York LaGuardia ein schwerer Zwischenfall mit tödlichem Ausgang. Eine Regionalmaschine vom Typ Bombardier CRJ-900 kollidierte während des Ausrollens mit einem Einsatzfahrzeug der Flughafenfeuerwehr. Erste Erkenntnisse des National Transportation Safety Board (NTSB) werfen Fragen zur Funktionsfähigkeit sicherheitsrelevanter Systeme auf.

Unfall am Flughafen LaGuardia: Tragödie auf der Landebahn

Flug AC8646 von Air Canada Express war auf dem Weg von Montreal nach New York und setzte gegen 23:40 Uhr Ortszeit auf Landebahn 04 auf. Während die Maschine ausrollte, kam es im Bereich des Taxiways Delta zur Kollision mit einem Feuerwehrfahrzeug, das Teil einer Einsatzkolonne war.

Die Wucht des Aufpralls hatte verheerende Folgen: Beide Piloten im Cockpit kamen ums Leben. Eine Flugbegleiterin überlebte schwer verletzt, nachdem sie aus dem hinteren Bereich des Flugzeugs geschleudert wurde. Insgesamt befanden sich 76 Menschen an Bord, darunter 72 Passagiere. Mehr als 40 Verletzte mussten in umliegenden Krankenhäusern behandelt werden.

Warnsystem: Technik ohne Wirkung

Im Zentrum der laufenden Untersuchung steht das Boden-Kollisionswarnsystem des Flughafens. Dieses System soll normalerweise Konflikte zwischen Luftfahrzeugen und Bodenverkehr erkennen und rechtzeitig Alarm schlagen. Doch genau das geschah in diesem Fall nicht.

Nach Angaben der NTSB war das Feuerwehrfahrzeug nicht mit einem Transponder ausgestattet. Dadurch konnte es vom System nicht erfasst werden. Zusätzlich spielte die komplexe Verkehrssituation am Boden eine Rolle: Mehrere Fahrzeuge und Flugbewegungen im Bereich der Landebahn erschwerten die eindeutige Identifikation einer Gefahrenlage.

Unfall am Flughafen LaGuardia: Kritische Sekunden im Tower

Auch der Ablauf im Tower rückt zunehmend in den Fokus. Zum Zeitpunkt des Unfalls war die Kontrollkanzel lediglich mit zwei Fluglotsen besetzt – ein übliches Szenario für die Nachtschicht in LaGuardia.

Die Feuerwehr war ursprünglich auf dem Weg zu einem anderen Einsatz: Die Crew einer Boeing 737 MAX hatte eine Geruchsentwicklung im Cockpit gemeldet. Der Tower erteilte zunächst die Freigabe zur Querung der Startbahn. Kurz darauf versuchten die Lotsen jedoch, die Einfahrt auf die aktive Landebahn zu stoppen. Laut NTSB rief der zuständige Lotse insgesamt elfmal „Stop“ – offenbar ohne Erfolg.

NTSB-Ermittlung: Verkettung von Fehlern

Die Ermittlungen stehen noch am Anfang, doch bereits jetzt deutet vieles auf ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren hin. Neben technischen Defiziten und organisatorischen Abläufen könnten auch menschliche Entscheidungen eine Rolle gespielt haben.

NTSB-Direktorin Jennifer Homendy betonte, dass schwere Unfälle in der Luftfahrt selten auf einen einzelnen Fehler zurückzuführen seien. Vielmehr sei es typisch, dass mehrere Schwachstellen gleichzeitig auftreten und sich gegenseitig verstärken.

In den kommenden Tagen sollen weitere Daten ausgewertet werden, darunter die Aufzeichnungen des Stimmenrekorders aus dem Cockpit. Auch Gespräche mit dem beteiligten Towerpersonal sind angekündigt.