Frankfurt/Main, 03. Januar 2019

Lautsprecherdurchsagen und Stimmengewirr: Im Flughafenterminal ist es oft ganz schön laut. Deutschlands größter Airport Frankfurt hat deshalb bereits den Lärm reduziert.

Rollkoffer rattern und Telefone klingeln: Die Geräuschkulisse im Frankfurter Flughafen ist enorm. Trotzdem ist Deutschlands größter Verkehrsflughafen ein so genannter „silent airport“ (stiller Flughafen). Im Vergleich zu früheren Zeiten sei mehr Stille angesagt, sagt Dennis Wildhirt, Leiter des Bereichs Terminalservices beim Flughafenbetreiber Fraport. Im öffentlichen Terminalbereich verzichtet der Flughafen etwa auf Boarding-Ankündigungen. „Wenn jemand zu diesem Zeitpunkt noch vor der Sicherheitskontrolle shoppt, schafft er es meist eh nicht mehr“, sagt Wildhirt.

Noch wichtiger: „Bei Dauerbeschallung hört bei den wirklich wichtigen Durchsagen keiner mehr hin.“ Der Schritt zum „stillen“ Flughafen werde auch zunehmend international an den großen Luftverkehrs-Drehkreuzen eingeschlagen.

Den Boarding Call können nun die Fluggesellschaften selbstständig auslösen, wenn sie das Gate öffnen. „Zwei Stück pro Flug“, sagt Wildhirt. Auch am Abflugterminal soll der Geräuschpegel schließlich überschaubar bleiben. Per Knopfdruck können die Mitarbeiter am Boarding Gate hinterlegte Durchsagen auslösen, mit denen die Passagiere zum Flugzeug gebeten werden. Die Durchsagen bestehen aus Klangschnipseln und sind automatisiert.

Doch keine Ausnahme ohne Regel – notfalls können Reisende namentlich von den Mitarbeitern des Flughafens ausgerufen werden. Das ist etwa der Fall, wenn ein Passagier im Duty-free-Shop Brieftasche und Ausweis liegengelassen hat.

Solche Durchsagen sprechen Fraport-Mitarbeiter wie Thomas Bach ins Mikrofon. Auch die deutschen Muttersprachler können das in der Regel problemlos in Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch. Doch einige Sprachen bringen besondere Herausforderungen mit sich, verrät Bach. „Gerade die Durchsagen aus dem osteuropäischen Bereich.“ Und der Ausruf manches spanischen Passagiers stelle Anforderungen an die Atemtechnik: „Die haben manchmal acht oder neun Vornamen.“

Im Tonstudio sind Soundfiles mit den wichtigsten Durchsagen im Rechner gespeichert. „Wir haben 17 Sprachen, die vom System her hinterlegt sind“, sagt Wildhirt. Dazu gehören auch Arabisch, Hindi Portugiesisch oder Russisch.

Viele Dateinamen sind selbsterklärend, wenn es etwa um wetterbedingte Verspätungen oder um Gatewechsel geht. Aber wieso trägt eine Datei den Namen James Bond? „Das ist die Durchsage: Lassen Sie ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt. Die wurde nämlich in der deutschen Version vom Synchronsprecher von James Bond eingesprochen“, sagt Wildhirt. Schauspieler Dietmar Wunder, die „deutsche Stimme“ von Daniel Craig („Casino Royale“), ist so regelmäßig in Frankfurt zu hören.

Eva Krafczyk, dpa