Der streitbare Luftverkehrsgewerkschafter Nicoley Baublies will seine Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) verlassen.

Er habe die Geschäftsführung abgegeben und werde sich als Konfliktberater selbstständig machen, sagte der 47-Jährige am Freitag. Beim Amtsgericht Offenbach hat er eine GmbH angemeldet, deren Homepage bereits online ist. Zuerst hatte «Der Spiegel» darüber berichtet.

Von seinem Arbeitgeber Lufthansa will sich Baublies ebenfalls trennen, ohne dass er selbst gekündigt hätte. Es liefen Gespräche, zu deren Inhalt er sich aber nicht äußern wolle. Baublies hat seit 2004 zunächst als Flugbegleiter und später als Kabinenchef (Purser) bei der Gesellschaft gearbeitet. Als Ufo-Chef hatte er den ersten Flugbegleiter-Streik in der Geschichte der Lufthansa und weitere Arbeitskämpfe organisiert.

Nach etlichen heftigen Streitigkeiten hatte der Konzern im vergangenen Jahr versucht, Baublies zu kündigen, war aber vor den Arbeitsgerichten gescheitert. Aus dieser Zeit stammen Forderungen des früheren Ufo-Chefs nach vorenthaltenen Lohnzahlungen, Anwaltskosten und Schadenersatz, um die es nun wieder gehen dürfte. Die Lufthansa wollte sich zu der Personalie nicht äußern.

dpa