Zum Abschluss des Prozesses um den Abschuss des Passagierfluges MH17 über der Ostukraine hatte der angeklagte Russe Oleg Pulatov seine Unschuld beteuert.

«Ich bin nicht schuldig. Ich habe nichts zu tun mit der Katastrophe vom 17. Juli 2014», sagte er in einer Videobotschaft. Mit dieser Erklärung endete am Freitag vor dem Strafgericht am Amsterdamer Flughafen Schiphol nach mehr als zwei Jahren der Prozess gegen vier ehemals führende pro-russische Rebellen. Alle vier sind flüchtig. Ein Urteil wird nicht vor November erwartet.

Die Maschine war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine abgeschossen worden. Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet. Die Anklage fordert lebenslange Haft.

Pulatov lässt sich als einziger der Beschuldigten vor Gericht vertreten. Er warf der Anklage «unfundierte Beschuldigungen» vor. «Auch ich finde es wichtig, dass die Wahrheit ans Licht kommt», sagte er. Seine Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert. Sie sprachen von großen Lücken bei den Ermittlungen. Die Ankläger seien einseitig und voreingenommen.

Die Maschine der Malaysia Airlines war auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur im Juli 2014 über schon damals umkämpftem Gebiet in der Ostukraine abgeschossen worden. Internationale Experten und Ermittler hatten festgestellt, dass die Maschine von einer russischen Boden-Luft-Rakete vom Typ Buk abgeschossen worden war. Da die meiste Opfer aus den Niederlanden kamen, findet der Prozess auch in diesem Land statt.

dpa