Die niederländische Fluggesellschaft KLM hat am Pfingstsonntag damit begonnen, zahlreiche ihrer am Vortag in europäischen Ländern gestrandeten Passagiere nach Amsterdam zu bringen.

Zugleich werde hart daran gearbeitet, Fluggäste umzubuchen, die eigentlich bereits am Samstag vom Airport Schiphol weiterfliegen wollten und ihre Anschlüsse verpassten, sagte ein KLM-Sprecher der Nachrichtenagentur ANP. Die Lage habe sich etwas entspannt, dennoch sei nicht sicher, dass alle Gestrandeten am Sonntag abgeholt werden könnten. «KLM setzt alle Hebel in Bewegung, um diese Kunden so schnell wie möglich an ihr Reiseziel zu bringen.»

Wegen erheblicher Verzögerungen bei der Passagierabfertigung auf dem Amsterdamer Drehkreuz hatte sich KLM den Angaben zufolge am Samstag entschieden, ab 17.00 Uhr etliche Linienflüge von europäischen Städten ausfallen zu lassen. Laut ANP flogen insgesamt 42 Maschinen leer nach Amsterdam zurück. Betroffene Passagiere wurden nach Hause geschickt oder in Hotels untergebracht.

Eine Reporterin von ANP, die von Stockholm nach Amsterdam fliegen wollte, berichtete von chaotischen Zuständen. Wie viele Passagiere insgesamt betroffen waren, teilte KLM zunächst nicht mit. Die Gesellschaft hatte zuvor gewarnt, dass am Pfingstwochenende möglicherweise bis zu 50 Flüge pro Tag gestrichen werden müssten, um die Lage in Schiphol beherrschbar zu halten.

Wegen großer Probleme bei der dortigen Abfertigung hatte KLM Ende Mai den Ticket-Verkauf zeitweise drastisch reduziert. In den Wochen zuvor hatte der Flughafen bereits mit großen Problemen durch Personalmangel bei der Gepäckabfertigung und Sicherheit gekämpft. Schiphol präsentierte Ende Mai einen Maßnahmenplan, um das für den Sommer befürchtete noch größere Chaos zu verhindern. Demnach will der Flughafen mehr Personal anwerben und höhere Löhne bezahlen.

dpa