Embraer Phenom 300EV erhält Zulassung in drei Regionen
Die Embraer Phenom 300EV hat die Musterzulassung von ANAC, FAA und EASA erhalten. Der Business Jet ist der erste seiner Klasse mit Garmin Emergency Autoland.
Embraer hat für die Phenom 300EV die Musterzulassung der brasilianischen Luftfahrtbehörde ANAC, der US-amerikanischen FAA sowie der europäischen EASA erhalten. Damit ist der Weg für den Einsatz des Business Jets in den wichtigsten Luftfahrtmärkten weltweit frei. Der brasilianische Hersteller hebt hervor, dass die Phenom 300EV der erste Light Jet ist, der mit dem Notfallsystem Garmin Emergency Autoland zertifiziert wurde.
Garmin Emergency Autoland als Sicherheitsmerkmal der Phenom 300EV
Das System kann im Fall einer Pilotenunfähigkeit selbstständig eine Landung einleiten und durchführen. Möglich wird das durch den sogenannten Multi-Purpose Electronic Controller (MEC), eine von Embraer entwickelte Steuereinheit, die unter anderem die automatische Bremse und die elektronisch gesteuerte Ruderfunktion (Rudder-by-Wire) übernimmt. Nach Angaben des Herstellers soll diese Technik nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die Arbeitsbelastung der Piloten senken und die Wartung vereinfachen. Mit dieser Ausstattung ist die Phenom 300EV der bislang größte Business Jet, der über ein automatisiertes Notlandesystem von Garmin verfügt.
Reichweite und Zuladung der Phenom 300EV im Vergleich zum Vorgängermodell
Die neue Version der Phenom 300 bringt es laut Embraer auf eine Reichweite von 2.055 nautischen Meilen (rund 3.806 Kilometer) bei vier Passagieren und Reserven nach NBAA-IFR-Standard. Das soll Nonstop-Verbindungen wie Aspen–New York, Dubai–Malediven oder São Paulo–Manaus ermöglichen. Auch die Zuladungskapazität wurde gegenüber dem Vorgängermodell erhöht.
Konnektivität an Bord der Phenom 300EV
In der Kabine setzt Embraer auf eine werkseitig verbaute Verbindungslösung, die auf dem Satellitennetz Gogo Galileo basiert und im Low-Earth-Orbit (LEO) betrieben wird. Sie soll eine schnelle Internetverbindung während des Fluges ermöglichen. Alternativ soll Starlink-Konnektivität künftig als Nachrüstlösung über eine Supplemental Type Certificate (STC) verfügbar sein – allerdings nicht werkseitig, sondern erst im Nachhinein einbaubar.
Markteinführung der Phenom 300EV
Die Phenom 300EV war im Juli vorgestellt worden und gilt als Weiterentwicklung der Phenom 300, die laut Embraer seit 14 Jahren in Folge der meistverkaufte Light Jet der Welt ist. Mit der jetzt abgeschlossenen Zulassung kann der Hersteller die Auslieferung an Kunden vorbereiten. Die ersten Maschinen sollen laut Unternehmensangaben ab 2028 ausgeliefert werden.
Embraer-Manager Michael Amalfitano bezeichnete die Zulassung als Bestätigung der technischen Entwicklungsarbeit des Unternehmens. Für Embraer ist die Phenom-300-Reihe ein wichtiger Baustein im Geschäft mit kleinen und mittelgroßen Business Jets, in dem der Hersteller in den vergangenen Jahren Marktanteile ausgebaut hat.
Lesen Sie auch United baut Pilotentrainingszentrum in Denver aus