Nach dem Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle sind Besucherführungen und Aussichtsterrasse gesperrt. Die Bundespolizei setzt Drohnenabwehr ein.

Der Flughafen Leipzig reagiert auf den Sicherheitsvorfall der vergangenen Woche mit deutlichen Einschränkungen für Besucher. Wie der Airport auf seiner Website mitteilte, sind sämtliche Besucherführungen bis auf Weiteres ausgesetzt, ebenso bleibt die Aussichtsterrasse geschlossen. Gebuchte Touren könnten derzeit nicht stattfinden, hieß es in der Mitteilung. Über eine Wiederaufnahme wolle der Flughafen informieren, sobald die laufenden Untersuchungen dies zulassen.

Erst kurz zuvor war öffentlich geworden, dass der Airport auch Nachttouren durch den Sicherheitsbereich anbot, ein Format, das nun ebenfalls auf Eis liegt.

Drohnenabwehr der Bundespolizei am Flughafen Leipzig im Einsatz

Auffällig ist vor allem, was auf der eigentlich für Gäste gesperrten Besucherplattform passiert: Dort ist inzwischen die Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei stationiert. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“. Ob es sich dabei um ein Radarsystem zur Drohnenerkennung handelt, wollte die Bundespolizei offiziell nicht bestätigen.

Sprengstoffdrohne löste den Vorfall am Flughafen Leipzig aus

Ausgangspunkt der verschärften Sicherheitsmaßnahmen war ein Zwischenfall am vergangenen Dienstagabend: In der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge wurde eine Drohne entdeckt, die mit Sprengstoff und einem Zünder ausgestattet war. Ein Mitarbeiter des Flughafens brachte das Fluggerät zu Fall, bevor es Schaden anrichten konnte. Parallel dazu war ein Flugzeug mit einem kleineren, bislang nicht identifizierten Flugobjekt kollidiert. Ermittler schließen nicht aus, dass es sich um eine zweite Drohne gehandelt haben könnte.

Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen. Im Raum steht der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion sowie des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. Zwei Vorwürfe, die auf die mögliche Schwere des vereitelten Anschlags hindeuten.

Was der Vorfall für den Flugverkehr in Leipzig bedeutet

Der Flugbetrieb selbst läuft nach aktuellem Stand regulär weiter, betroffen sind ausschließlich die touristischen Angebote für Besucher. Dennoch zeigt der Fall, wie ernst die Betreiber des Flughafens die Bedrohungslage einschätzen: Statt einer schnellen Wiederaufnahme des Besucherbetriebs setzt der Airport zunächst auf technische Aufklärung und den Abschluss der laufenden Ermittlungen.