Game Aerospace hat den Prototyp seines Löschflugzeugs GB2 erstmals in die Luft gebracht. Der Hersteller aus Bentonville will damit eine Lücke im Markt für Waldbrandbekämpfung aus der Luft schließen – mit einem Flugzeug, das nicht von einem Agrar- oder Transportmuster abgeleitet ist.

Am 23. September 2026 startete die GB2 vom Louise Thaden Field in Bentonville, Arkansas, zu ihrem Jungfernflug. Laut Hersteller verlief der Flug ohne Auffälligkeiten, alle für die erste Erprobung vorgesehenen Punkte wurden abgearbeitet. Am Steuer saß Philipp Steinbach, der das Unternehmen mitgegründet hat, es als CEO führt und zugleich als Testpilot fungiert.

Löschflugzeug GB2: Von Grund auf für die Brandbekämpfung entwickelt

Die meisten Flächenflugzeuge, die heute Waldbrände bekämpfen, sind Umbauten. Weit verbreitet sind etwa Varianten der Air Tractor AT-802, die ursprünglich als Agrarflugzeug konzipiert wurde, oder umgerüstete Transportflugzeuge. Game Aerospace verfolgt einen anderen Ansatz: Die GB2 wurde von Beginn an für den Löscheinsatz ausgelegt. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um das erste speziell für diesen Zweck entwickelte Löschflugzeug aus US-amerikanischer Entwicklung.

Steinbach begründet das Konzept wirtschaftlich. Ziel sei die kosteneffizienteste Lösung für die Brandbekämpfung aus der Luft weltweit – ein Anspruch, den die GB2 im späteren Einsatz erst noch belegen muss. Belastbare Angaben zu Betriebskosten, Antrieb oder Stückpreis hat der Hersteller bislang nicht veröffentlicht.

Technische Daten der GB2: Hoher Nutzlastanteil

Aussagekräftiger sind die Gewichtsangaben. Der Prototyp wiegt leer rund 2.744 Kilogramm (6.050 Pfund), das maximale Abfluggewicht liegt bei etwa 8.618 Kilogramm (19.000 Pfund). Das Leergewicht macht damit nur knapp ein Drittel des Abfluggewichts aus – ein ungewöhnlich günstiges Verhältnis für ein Flugzeug dieser Klasse.

In den Tank passen rund 4.540 Liter Lösch- oder Retardantmittel (1.200 US-Gallonen), hinzu kommen etwa 1.515 Liter Treibstoff (400 US-Gallonen). Damit bewegt sich die GB2 in der Größenordnung etablierter einmotoriger Löschflugzeuge, soll diese Menge aber mit einer deutlich leichteren Zelle transportieren.

Das Cockpit bietet zwei Sitze. Das erlaubt Schulungsflüge mit Fluglehrer an Bord und schafft Spielraum im Einsatz, etwa für einen zweiten Crewmitglied bei komplexen Lagen.

Zulassung des Löschflugzeugs nach FAA Part 23

Mit dem Erstflug beginnt für die GB2 die eigentliche Flugerprobung. Game Aerospace strebt eine Musterzulassung nach FAA Part 23 in der Normalkategorie an, anschließend soll die Serienfertigung folgen. Einen Zeitplan für beide Schritte nennt das Unternehmen nicht. Steinbach hob die bisherige Zusammenarbeit mit der US-Luftfahrtbehörde hervor, die für den Zertifizierungsprozess entscheidend sein wird.