Ranking der Megahubs: Istanbul an der Spitze, Frankfurt fällt zurück
Der britische Luftfahrtdatenanbieter OAG hat seine jährliche Rangliste der am besten vernetzten Flughäfen vorgelegt. Istanbul verdrängt London Heathrow vom ersten Platz. Frankfurt hält sich in den Top 10, büßt aber drei Positionen ein.
Mit einem Connectivity-Index von 265,4 liegt der Istanbul Airport erstmals ganz vorne. Auf dem verkehrsreichsten Tag des Jahres kam der Flughafen auf fast 89.500 mögliche Umsteigeverbindungen zu 337 Zielen. Rund 80 Prozent der Kapazität entfallen auf Turkish Airlines. Das Ergebnis zeigt, dass Größe nicht automatisch Vernetzung bedeutet: Nach angebotenen Sitzplätzen ist Istanbul nur die Nummer acht weltweit, während Atlanta als kapazitätsstärkster Airport der Welt lediglich auf Platz zehn landet.
London Heathrow fällt auf Rang zwei. Die Zahl der möglichen Verbindungen ging dort um sechs Prozent zurück, auch weil die Kapazität in den Nahen Osten im August um ein Viertel unter dem Vorjahr lag. Amsterdam behauptet Platz drei, gefolgt von Kuala Lumpur und Chicago O’Hare, das sich von Rang sieben auf fünf verbessert. Seoul-Incheon bleibt Sechster.
Flughafen Frankfurt auf Platz sieben
Frankfurt folgt direkt dahinter. Nach einem vierten Platz im Vorjahr reicht es 2026 nur noch für Rang sieben. OAG zählt am Main 67.703 mögliche Verbindungen zu 310 Zielen, was einem Indexwert von 218,4 entspricht. Hinter Frankfurt reihen sich Tokio-Haneda, Paris-Charles de Gaulle und Atlanta ein.
Innerhalb Europas bleibt Frankfurt die Nummer vier hinter Istanbul, Heathrow und Amsterdam, knapp vor Paris. Die Lufthansa stellt 53 Prozent aller Flüge am Standort. Ähnlich stark sind Air France in Paris mit 57 Prozent und KLM in Amsterdam mit 56 Prozent. An den großen europäischen Drehkreuzen liegt der Anteil der jeweils führenden Airline laut OAG typischerweise bei gut der Hälfte.
München verliert an Boden
Deutlicher fällt der Rückgang in München aus. Der zweite Lufthansa-Hub rutscht global von Rang 17 auf 23 und liegt in Europa nur noch auf Platz neun. Aufsteiger sind dagegen Madrid, das sich von Rang 25 auf 18 verbessert, sowie Istanbul-Sabiha Gökçen und Rom-Fiumicino, die jeweils mehrere Plätze gutmachen.
Nahost-Krise prägt Ranking
Die Verschiebungen sind auch geopolitisch bedingt. Die angebotene Kapazität im Nahen Osten lag im August 2026 um 5,7 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dubai stürzt von Platz 15 auf 31, Doha von 34 auf 46. In Asien zeigt sich ein gegenläufiger Trend: Shanghai-Pudong, Guangzhou-Baiyun und Hongkong verbessern sich spürbar. OAG wertet das als Zeichen, dass die chinesischen Drehkreuze die Folgen der Pandemie weitgehend hinter sich gelassen haben.
Grundlage der Auswertung ist der weltweit verkehrsreichste Tag des Betrachtungszeitraums, in diesem Jahr Sonntag, der 2. August 2026. OAG analysierte 201 Flughäfen und erfasste alle möglichen Anschlüsse zwischen ankommenden und abfliegenden Flügen innerhalb von sechs Stunden, wobei mindestens einer der beiden Flüge international sein muss. Berücksichtigt werden die jeweiligen Mindestumsteigezeiten sowie eine Obergrenze für Umwege. Der Index setzt die Zahl dieser Verbindungen ins Verhältnis zu den Zielen, die ein Flughafen zwischen September 2025 und August 2026 angeflogen hat.
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