Italiens Carrier ist mittlerweile offiziell Mitglied der Star Alliance. Somit gehören nunmehr 26 Fluggesellschaften dem weltweit größten Airline-Bündnis an. Und die Italiener versprechen sich viel von dem Beitritt.

Mehr als elf Jahre ist es her, dass die Star Alliance zuletzt ein neues Mitglied in ihren Reihen begrüßen konnte. Doch keine Fluggesellschaft schaffte es bislang schneller in den Airline-Zusammenschluss als ITA Airways. Der Beitritt der Italiener geht als
die schnellste Integration in die Star-Alliance-Geschichte ein. „Dies ist das Ergebnis fokussierter und gemeinschaftlicher Integrationsarbeit“, betonte Theo Panagiotoulias, CEO der Star Alliance. Insbesondere Expertenteams der Airlines der Lufthansa Group hätten in den vergangenen Monaten ein intensives Integrationsprogramm durchgeführt.

Mit ITA Airways wächst die vorher schon weltweit größte Allianz auf 26 Fluggesellschaften mit mehr als 5200 Flugzeugen an, die täglich rund 17 500 Flüge zu 1150 Flughäfen in fast 200 Ländern durchführen. Das neue Mitglied transportiert pro Jahr mehr als 16 Millionen Passagiere und wird dank der mehr als 350 täglichen Flüge zur Konnektivität der Allianz beitragen. Die Verbindungen werden vor allem über die Drehkreuze Rom-Fiumicino und Mailand-Linate abgewickelt, die wiederum bereits von 17 Star- Alliance-Fluggesellschaften bedient werden.

ITA-Airways-CEO Jörg Eberhart spricht von einem „historischen Meilenstein“ für sein Unternehmen. „Gleichzeitig bringen wir unsere unverwechselbare italienische Identität in die Star Alliance ein, bereichern die Allianz und stärken die Rolle von ITA Airways bei der Verbindung Italiens mit der Welt, indem wir globale Exzellenzstandards mit der Herzlichkeit und Eleganz verbinden, die die italienische Art des Fliegens ausmachen.“ Und der Beitritt gibt dem Carrier Schwung.

Der Star-Alliance-CEO Theo Panagiotoulias (l.) hat ITA Airways, vertreten durch CEO Jörg Eberhart, offiziell als neues Allianz-Mitglied willkommen geheißen.
Der Star-Alliance-CEO Theo Panagiotoulias (l.) hat ITA Airways, vertreten durch CEO Jörg Eberhart, offiziell als neues Allianz-Mitglied willkommen geheißen. Bild: Lufthansa Group

Aktuell betreiben die Italiener rund 100 Flugzeuge, darunter 24 Großraumjets. Doch „wir planen, bis 2030 sechs zusätzliche Großraumflugzeuge einzuflotten“, verriet Eberhart am Rande der Beitrittszeremonie am 31. März in Rom.

Der Deutsche ist seit 2025 CEO der Fluggesellschaft. Den Posten hatte er übernommen, nachdem die Lufthansa Group mit einem Anteil von 41 Prozent in die ITA Airways eingestiegen war. Zuvor war Eberhart unter anderem Geschäftsführer der Air Dolomiti, einer 100-prozentigen Tochter des Lufthansa-Konzerns, die ihren Sitz nahe Verona in Norditalien hat und vor allem im Feedergeschäft tätig ist. Er kennt sich zweifellos aus mit dem italienischen Markt, in dem sich Lufthansa übrigens bereits zwischen 2009 und 2011 mit eigenem Markenauftritt versucht hatte. Nun soll Eberhart also einen weiteren italienischen Spross zum Erfolg führen.

Flottenexpansion bei ITA Airways geplant

War für ITA Airways Wachstum über das Jahr 2026 hinaus eigentlich nicht vorgesehen, muss sich das frische Star-Alliance-Mitglied nun jedoch damit befassen. „Grundsätzlich können wir mit unseren derzeitigen finanziellen Mitteln von 1,35 Milliarden Euro die Erweiterung der Flotte planen“, sagt Eberhart. Zusätzliche Flugzeuge würden zudem benötigt, um ältere Technologie zu ersetzen, fügt er hinzu. Dennoch brauche ITA auch finanzielle Stabilität.

Der wichtigste Fokus bei der Streckennetzentwicklung liegt für den italienischen Netzwerkcarrier in Nordamerika. „Dort sehen wir das größte Potenzial, insbesondere in Partnerschaft mit dem Star-Alliance-Mitglied United Airlines“, betont Eberhart. ITA Airways hat seit dem 1. Mai Flüge nach Houston aufgenommen.. Auch das United-Drehkreuz Newark in New Jersey, das den Großraum New York bedient, werde für künftige Verbindungen genauer angeschaut.

„Es gibt auch einige Ideen für Südamerika“, verrät der CEO darüber hinaus. „Bislang bedienen wir nur Brasilien und Argentinien. Aber wir prüfen auch andere Märkte wie Lima in Peru und Santiago in Chile.“ Das seien keine Selbstläufer, aber dank der Synergien der Lufthansa Group, und sofern diese Ziele für die gesamte Gruppe attraktiv seien, bestünde „die Möglichkeit, potenzielle Passagiere über Rom zu bündeln“, so Eberhart weiter. Auch Bogota in Kolumbien, operativ vielleicht schwierig, sei für ITA von Interesse, ebenso Quito in Ecuador. Und: „Sobald Caracas in Venezuela wieder für den Luftverkehr geöffnet wird, steht es oben auf der Liste.“

ITA Airways hat App und Website auf die Plattform der Lufthansa Group umgestellt, zu der sie zu 41 Prozent gehört.
ITA Airways hat App und Website auf die Plattform der Lufthansa Group umgestellt, zu der sie zu 41 Prozent gehört. Bild: Lufthansa Group

ITA Airways ist momentan eine reine Airbus-Betreiberin. In der Flotte stehen A220-100 und -300, Flugzeuge der A320-Familie, A330ceo wie neo, aber auch A350-900.

Und wann wird der Lufthansa-Konzern weitere Anteile an der ITA Airways, die derzeit noch zu 59 Prozent dem italienischen Ministerium für Wirtschaft und Finanzen gehört, übernehmen? Nun, laut CEO Jörg Eberhart bestünde für den Kranich schon im kommenden Juni die Option, seinen Anteil auf 90 Prozent zu erhöhen. „Letztlich ist das jedoch eine Entscheidung, die Lufthansa treffen muss“, sagt der Airline-Chef abschließend.