Der Airbus A350-1000ULR hat in Toulouse seinen Erstflug absolviert. Das Langstreckenflugzeug soll ab 2027 Nonstop-Verbindungen zwischen Sydney und London ermöglichen – 18.000 Kilometer ohne Zwischenstopp.

Am 2. Juni 2026 hat der Airbus A350-1000ULR mit der Werknummer MSN 707 in Toulouse seinen Erstflug absolviert. Das Flugzeug – erstes von zwölf bestellten Exemplaren für Qantas Airways – blieb dreieinhalb Stunden in der Luft und erreichte dabei eine Reiseflughöhe von knapp 41.000 Fuß. An Bord befand sich ausschließlich eine Airbus-Testcrew mit spezieller Messtechnik.

Der Flug markiert den Beginn einer zweimonatigen Testkampagne, an deren Ende die Zulassung der strukturellen und systemtechnischen Modifikationen stehen soll. Im Mittelpunkt der Tests: das neue Kraftstoffsystem sowie ein überarbeitetes Kühlsystem für die Bordküchen, das mit leichteren und energieeffizienteren Kühlaggregaten arbeitet. Auch Belüftung und Klimaanlage der Kabine werden während der Kampagne umfassend geprüft.

Zusatztank als Schlüssel zur extremen Reichweite des A350-1000ULR

Was den A350-1000ULR von seinen Vorgängerversionen unterscheidet, ist ein zusätzlicher hinterer Mitteltank, der fest in die Flugzeugstruktur integriert wurde. Er verleiht der Maschine rund 1.000 Seemeilen mehr Reichweite gegenüber dem Standard-A350-1000 – genug, um die knapp 10.000 Seemeilen zwischen Sydney und London nonstop zurückzulegen. Flugzeiten von bis zu 22 Stunden werden damit möglich, was die Route bislang für keinen Nonstop-Betrieb zugänglich machte.

Nach Abschluss der Testflüge wird MSN 707 auf die kommerziellen Spezifikationen von Qantas umgerüstet. Das zweite für die australische Airline gefertigte Exemplar befindet sich bereits in der Endmontage und verlässt in Kürze die Lackiererei – die Auslieferung ist für April 2027 geplant. Danach folgen die Kabineninstallation im Vier-Klassen-Layout sowie der Triebwerkseinbau.

A350-Familie wächst: Vierte Passagierversion und Frachter in Entwicklung

Der A350-1000ULR ist die vierte Passagiervariante der A350-Familie, zu der bereits der A350-900, der A350-900ULR und der Standard-A350-1000 gehören. Gemeinsam haben diese Muster nach Herstellerangaben neue Maßstäbe bei Treibstoffeffizienz, CO₂-Emissionen und Passagierkomfort auf Langstrecken gesetzt. Ende April 2026 zählte die A350-Familie insgesamt 1.579 Bestellungen von 68 Kunden; mehr als 700 Flugzeuge sind bereits bei 41 Betreibern weltweit im Einsatz.

Zur Modellreihe stößt demnächst auch der A350F hinzu – eine reine Frachtversion, deren Erstflug noch in diesem Jahr erwartet wird.

Qantas‘ Projekt Sunrise: Das Ende der letzten Nonstop-Grenze

Die zwölf A350-1000ULR-Bestellungen von Qantas laufen intern unter dem Namen „Project Sunrise“ – einem Programm, das die letzten verbliebenen Nonstop-Lücken im australischen Langstreckennetz schließen soll. Darüber hinaus hat die Airline zwölf weitere Standard-A350-1000 für ihr reguläres Langstreckennetz geordert, sodass die Flotte in den kommenden Jahren deutlich wachsen wird.