Lufthansa Group bekräftigt Interesse an TAP Air Portugal
Die Lufthansa Group wächst derzeit vorrangig außerhalb ihres angestammten Heimatmarktes Deutschland. Warum steht aktuell die TAP Air Portugal im Mittelpunkt ihres Interesses?
Kürzlich erst hat die Lufthansa Group ihr italienisches Standbein mit der 41-prozentigen Beteiligung an der ITA Airways gestärkt. Jetzt streckt der größte Luftfahrtkonzern Europas seine Fühler gen Westen aus. Im Fokus des Kranichs steht die TAP Air Portugal.
Der portugiesische Staat plant, 44,9 Prozent der Abteile zu verkaufen. Und dem unlängst von der Lufthansa eingereichten unverbindlichen Angebot wird jetzt eine verbindliche Offerte folgen, verriet Group-Finanzchef Till Streichert im Zuge der Präsentation der Bilanzzahlen für das erste Quartal 2026.
Warum ist TAP wichtig für die Lufthansa Group?
„Die Krise wird nicht ewig dauern“, richtete Streichert den Blick nach vorn und verwies noch einmal auf den eingeschlagenen strategischen Weg des Konzerns. „Die Märkte in der südlichen Hemisphäre werden für uns immer wichtiger“, konkretisierte Vorstandsvorsitzende der Lufthansa Group, Carsten Spohr. Denn sobald die Golfcarrier wieder zurück im Geschäft seien, dürfte sich die Wettbewerbssituation auf Verbindungen nach Südostasien für die Lufthansa Group wieder verschärfen.
„In Richtung Südamerika wären wir gemeinsam mit TAP Air Portugal jedoch perfekt ausgestellt“, so der Kranich-Chef mit Nachdruck. Die Lufthansa Group allein genommen rangiere mit ihren aktuellen Marktanteilen auf den Verbindungen hinter der IAG um Iberia und der Air France-KLM, „mit TAP wären wir genauso stark wie die anderen“.
Die Südamerika-Ziele laufen schon heute hervorragend, so Spohr weiter. Insbesondere Brasilien habe eine große deutschstämmige Community und eine deutschlandaffine Wirtschaft. Kurzum: „Unser Interesse an TAP ist unverändert“, bekräftigte der Vorstandsvorsitzende.
Was plant Lufthansa außerdem in Portugal?
Doch der Luftfahrtstandort Portugal sei noch in anderer Hinsicht interessant für den Kranich: Die Lufthansa Technik ist kurz davor, ein Werk nahe Porto zu eröffnen, um dort Triebwerke und Komponenten zu betreuen. Rund 700 Jobs werden geschaffen.
Und: „Wir suchen aktuell nach einem weiteren Standort in Europa für eine Flugschule“, so Spohr weiter. Derzeit sind die konzerneigenen Piloten-Schmieden in Deutschland, der Schweiz und den USA zu finden.
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