Airbus: Air Asia vor Großbestellung von 150 Flugzeugen
AirAsia plant offenbar eine Großbestellung von 150 Airbus A220. Der Deal könnte das Streckennetz der Low-Cost-Airline grundlegend verändern und neue Märkte erschließen.
Die asiatische Billigfluggesellschaft Air Asia steht offenbar kurz vor einer wegweisenden Flottenentscheidung. Medienberichten zufolge verhandelt der Konzern intensiv mit Airbus über eine Großbestellung von rund 150 Maschinen des Typs Airbus A220. Sollte der Auftrag zustande kommen, würde dies einen deutlichen Strategiewechsel markieren.
Bislang setzt AirAsia nahezu ausschließlich auf größere Flugzeuge wie die A321neo, die auf stark frequentierten Strecken hohe Kapazitäten bieten. Mit dem kleineren A220 würde die Airline erstmals gezielt auf dünner frequentierte Verbindungen abzielen.
AirAsia: Neue Märkte im Fokus
Der geplante Einsatz des A220 deutet auf eine klare Expansion in neue Märkte hin. Laut einem Bericht von Bloomberg soll die Fluggesellschaft die Jets nutzen, um Strecken zu bedienen, die für größere Flugzeuge wirtschaftlich nicht sinnvoll sind.
Damit könnte AirAsia ihr Streckennetz deutlich verdichten und bislang unerschlossene Ziele anfliegen. Gerade sekundäre Flughäfen und kleinere Städte in Südostasien, aber auch darüber hinaus, könnten von dieser Strategie profitieren. Der A220 gilt aufgrund seiner Reichweite und Effizienz als ideal für solche Einsätze.
Diskussionen seit der Paris Air Show 2025
Das Interesse von AirAsia am A220 ist nicht neu. Bereits im Umfeld der Paris Air Show 2025 kursierten Berichte über mögliche Bestellungen in ähnlicher Größenordnung. Damals war bereits von bis zu 150 Flugzeugen inklusive Optionen die Rede.
Ein Abschluss der Verhandlungen würde diese Spekulationen nun bestätigen und könnte einer der größten A220-Aufträge überhaupt werden.
Flottenstrategie im Wandel
Die mögliche Bestellung ist auch vor dem Hintergrund der bisherigen Flottenpolitik bemerkenswert. Air Asia betreibt eine reine Airbus-Flotte, hat sich jedoch bisher auf größere Modelle konzentriert. Parallel stehen noch zahlreiche Auslieferungen an: Hunderte A321neo sowie Langstreckenjets wie der Airbus A330-900 sind fest eingeplant.
Hinzu kommt der Ausbau der Langstreckenstrategie über die Tochter Air Asia X, die auf den Airbus A321XLR setzt. Dieses Modell soll künftig auch Verbindungen Richtung Europa ermöglichen.
Wachstum trotz geopolitischer Risiken
Trotz geopolitischer Unsicherheiten treibt AirAsia seine Expansionspläne weiter voran. Insbesondere Verbindungen mit Umstieg über Bahrain bleiben im Fokus. Die Kombination aus A220 für kürzere Strecken und A321XLR für längere Routen könnte ein flexibles Netzwerk ermöglichen.
Bereits während der Pandemie hatte Air Asia eng mit Airbus kooperiert und Auslieferungen verschoben, um finanzielle Spielräume zu sichern. Nun scheint die Airline wieder auf Wachstumskurs zu sein und setzt dabei auf eine differenziertere Flottenstruktur.
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