Volocopter stellt mit dem Volo X Pro einen neuen elektrischen Senkrechtstarter für Kurzstrecken vor. Alle Details zu Technik, Reichweite und geplanter Zulassung.

Der deutsche eVTOL-Entwickler Volocopter arbeitet weiter an der Zukunft elektrischer Luftmobilität, trotz der Rückschläge in der Branche. Auf der Aero Friedrichshafen hat das Unternehmen mit dem Volocopter Volo X Pro ein neues Fluggerät vorgestellt, das gezielt für kurze Distanzen konzipiert ist. Anders als frühere Konzepte setzt dieses Modell stärker auf Einfachheit, Flexibilität und breitere Einsatzmöglichkeiten.

Volocopter Volo X Pro: Fokus auf einfache Bedienung

Das zweisitzige Fluggerät richtet sich sowohl an professionelle Anwender als auch an Privatpiloten. Neben klassischen Flugtaxi-Szenarien sieht Volocopter den Einsatz auch in der Pilotenausbildung oder im Freizeitbereich. Im Mittelpunkt steht dabei ein bewusst reduziertes Cockpitdesign. Gesteuert wird der Volo X Pro über einen zentralen Steuerknüppel, unterstützt von automatisierten Stabilisierungssystemen.

Die Systeme sollen den Piloten deutlich entlasten. Im Notfall ist vorgesehen, dass das Fluggerät selbstständig einen stabilen Flugzustand einnimmt. Ergänzt wird das Sicherheitskonzept durch ein integriertes Fallschirmsystem.

Volocopter Volo X Pro: Technische Daten und Reichweite

Der Volocopter Volo X Pro ist klar auf Kurzstrecken ausgelegt. Die Reichweite liegt je nach Konfiguration zwischen 24 und 40 Kilometern. Die Reisegeschwindigkeit beträgt rund 70 km/h. Besonders interessant: Der Fokus liegt laut Entwickler auf sehr kurzen Strecken von bis zu fünf Kilometern.

Technisch setzt Volocopter auf ein redundantes Gesamtsystem. Mehrere voneinander unabhängige Motoren sowie getrennte Batteriestränge sollen die Betriebssicherheit erhöhen. Selbst bei Teilausfällen bleibt das Fluggerät weiterhin steuerbar. Je nach Variante kommen bis zu sechs separate Batteriesysteme zum Einsatz.

Modulare Batterie als Schlüssel

Ein zentrales Element des Konzepts ist die modulare Batterietechnologie. Die einzelnen Batteriemodule lassen sich austauschen und sollen über die Lebensdauer des Fluggeräts hinweg modernisiert werden können. Damit reagiert Volocopter auf die schnelle Entwicklung im Bereich der Energiespeicherung.

Auch beim Laden setzt der Hersteller auf Effizienz. Eine Aufladung auf etwa 80 Prozent soll, abhängig von der Infrastruktur, innerhalb von 20 bis 50 Minuten möglich sein. Das würde vergleichsweise kurze Standzeiten im operativen Betrieb erlauben.

Zulassung noch 2026 geplant

Volocopter plant, den Volo X Pro als Ultraleichtflugzeug zu zertifizieren. Die Zulassung wird derzeit noch für das Jahr 2026 angestrebt. Der finale Prototyp soll im Sommer fertiggestellt werden, erste Demonstrationsveranstaltungen für potenzielle Kunden sind für den Herbst vorgesehen.

Während andere Programme in der Branche zuletzt ins Stocken geraten sind, setzt Volocopter weiterhin auf eine schrittweise Entwicklung. Der Volo X Pro markiert dabei einen pragmatischen Ansatz: kleinere Reichweiten, einfachere Technik und klar definierte Einsatzprofile.

Ob sich dieses Konzept im Markt durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass Volocopter mit dem neuen Modell einen anderen Weg einschlägt, weg von groß angelegten Lufttaxi-Visionen, hin zu konkreten Anwendungen im Nahbereich.