Deo-Spray gilt im Flugzeug, wie viele andere Kosmetik auch, als Flüssigkeit. Die Beförderung ist daher nur eingeschränkt möglich.

Mehrere Stunden auf ein und demselben Platz im Flugzeug verbringen –  da ist das Schwitzen quasi vorprogrammiert. Um dennoch frisch und mit einem angenehmen Duft im Zielland anzukommen, fragen sich Reisende immer wieder, ob Deo im Flieger erlaubt ist. Auch über die Mitnahme der verschiedenen Arten von Deodorant – Sprühdeo, Deo-Sticks oder Deo-Roller – besteht häufig Unklarheit. AERO INTERNATIONAL hat die wichtigsten Informationen für den Transport von Deo im Flugzeug zusammengefasst.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Deo im Flugzeug: Mengenbeschränkungen im Handgepäck
  2. Strenge Regeln für Flüssigkeiten
  3. Transport von Deodorant im aufgegebenen Gepäckstück
  4. Haarspray, Cremes und Gele: Regeln für kosmetische Produkte im Flugzeug
  5. Können Vorschriften je nach Airline variieren?
  6. Tipps für die Mitnahme von Deodosen im Flieger
  7. Zusammenfassung: Darf ich Deo mit ins Flugzeug nehmen?

Deodorant im Handgepäck: Welche Menge ist erlaubt?

Deo darf im Handgepäckstück mit ins Flugzeug genommen werden – jedoch nicht in beliebigen Mengen oder Größen. In Bezug auf die Mitnahmebestimmungen ist zunächst relevant, um welche Art von Deodorant es sich handelt: Während Deo-Sticks oder festes Deo in der Regel keine Probleme darstellen, gibt es für Deo-Spray oder Roller strengere Einschränkungen. Der Grund: Sie gelten im Flieger als Flüssigkeiten.

Flüssige Produkte – also auch entsprechende Deos – dürfen im Flugzeughandgepäck nur in Behältnissen mit einem Fassungsvermögen von maximal 100 Millilitern (ml) mitgeführt werden. Diese Behälter müssen zusammen in einem dursichtigen, wiederverschließbaren 1-Liter-Plastikbeutel verstaut werden. Pro Fluggast ist nur ein Zip-Beutel mit Flüssigkeiten erlaubt. Gekauft werden können solche Beutel unter anderem in Supermärkten. Bei den Sicherheitskontrollen am Airport werden sie aus dem Handgepäck genommen und separat gescannt. Wird die vorgeschriebene Menge überschritten, dürfen die unrechtmäßigen Flüssigkeitsbehältnisse nicht mit an Bord und werden noch beim Security-Check entsorgt.

Mini-Deos können im Reisegrößenformat mit dem entsprechenden Inhalt von 100 ml oder weniger in Drogerien erworben werden. Beim Kauf sollte in jedem Fall darauf geachtet werden, dass das Deodorant über eine Schutzkappe verfügt. Das ist wichtig, um zu verhindern, dass das Sprühventil unabsichtlich auslöst und der Inhalt austritt.

Warum gelten im Flieger derart strenge Regelungen für Flüssigkeiten?

Hintergrund für den eingeschränkten Transport von flüssigen Produkten im Flugzeug, sind die versuchten Terrorattacken am Londoner Heathrow Airport 2006. Terroristen hatten dabei versucht Flüssigsprengstoff in Softdrink-Flaschen mit an Bord mehrerer Maschinen zu schmuggeln, um diese auf der Strecke zwischen Großbritannien und den USA zu sprengen. Die Anschlagsversuche konnten zum damaligen Zeitpunkt durch das rechtzeitige Einschreiten der Behörden verhindert werden. In der Folge wurden die weltweiten Sicherheitsbestimmungen erheblich verschärft.

Allerdings könnten neue, sogenannte CT-Scanner (computed tomography) in der Zukunft für Lockerungen der Flüssigkeitsregeln sorgen. Durch die Technologie ist es möglich, auch bei größeren flüssigen Mengen festzustellen, ob es sich dabei um gefährliche Substanzen handelt. Ein globaler Einsatz der Scanner könnte künftig also dazu führen, dass Flüssigkeiten auch in größeren Behältern mit ins Flugzeug dürfen. Darüber hinaus müssten die Behälter beim Sicherheitscheck dann nicht mehr aus dem Handgepäck entfernt und separat geröntgt werden.

Aktuell sind CT-Scanner bereits an einigen Flughäfen im Einsatz. Darunter beispielsweise an den Airports in Berlin, Frankfurt, Mailand oder Vilnius. Wann die neue Technologie vollständig etabliert sein wird, lässt sich derzeit jedoch noch nicht sagen.

Deo im Koffer – was für das aufgegebene Gepäck gilt

Die Regeln zu Deo im aufgegebenen Koffer sind lockerer als im Handgepäck und lassen größere Mengen zu. Beschränkungen gibt es allerdings auch hier. Erlaubt sind Aerosole im Umfang von höchstens zwei Kilogramm beziehungsweise zwei Litern pro Person. Jeder Behälter darf in der Regel maximal 0,5 Kilogramm oder 0,5 Liter umfassen. Als Aerosol gilt eine Mischung aus Gas und einer Flüssigkeit oder einem Feststoff. Beispiele dafür sind Rauch oder Dampf und damit fallen auch flüssige Deos unter die Mitnahmebegrenzungen für Aerosole im Aufgabegepäck. Festes Deo sowie Deo-Sticks sind von diesen Einschränkungen wiederum nicht betroffen.

Bezüglich der Verstauung von Deodorant im Koffer sollten die Dosen im besten Fall ebenfalls in einen separaten Beutel gepackt und mit einer Schutzkappe gesichert werden. Außerdem empfiehlt es sich, Deos in der Mitte des Gepäcks – gut gepolstert zwischen Kleidungsstücken oder Handtüchern – zu verstauen, um Auslaufen durch Beschädigungen zu vermeiden.

Doch was macht Deo potentiell zu einem gefährlichen Stoff? Es enthält, wie andere Aerosole auch, brennbare Gase. Diese können etwa bei einem Defekt der Dose austreten und zu einer Explosion oder einem Brand an Bord eines Flugzeugs führen. Demnach ist es wichtig, dass Passagiere sich an die jeweiligen Vorgaben und Begrenzungen halten.

Kosmetik auf Reisen: Einschränkungen bei Haarspray, Cremes und Gelen

Neben Deodorant sind auch viele weitere Kosmetikprodukte von den geltenden Mitnahmebestimmungen für Flüssigkeiten beziehungsweise Aerosole betroffen. Ähnlich wie Sprühdeo gelten Haarspray und Parfüm im Flugzeug ebenfalls als Aerosol und unterliegen demnach denselben Transportregeln. Und nicht nur Sprays, sondern auch Cremes, Shampoo, Nagellack oder Mascara fallen unter die Flüssigkeitsregel und dürfen demnach im Handgepäck nur in maximal 100 ml umfassenden Behältern transportiert werden.

Make-up-Palette und Schminksachen
Viele kosmetische Produkte fallen unter die Flüssigkeitsregel und sind im Flieger deshalb nur begrenzt zulässig. Bild: Pixabay/ Engin Akyurt

Spraydosen allgemein sind im Flugzeug jedoch nicht immer erlaubt. Während sich Reisende bei kosmetischen Aerosolen, wie Deo oder Haarspray, in der Regel keine Sorgen bei der Mitnahme machen müssen, sind industrielle Spraydosen verboten. Somit können Lack-, Farb-, Waschmittel- oder Kochsprays wegen ihrer gefährlichen und leicht brennbaren Inhaltsstoffe nicht mit an Bord genommen werden.

Regelungen für unterschiedliche Airlines

Die Regeln der Fluggesellschaften in Sachen Deo im Flugzeug unterscheiden sich nur geringfügig. Dennoch hat jede Airline auf ihrer Internetseite eigene Bestimmungen veröffentlicht, die es zu beachten gilt.

So betont die Lufthansa auf ihrer Website, dass Spraydosen „zu Sportzwecken und für den persönlichen Gebrauch“ gedacht sein sollten. Der Inhalt dürfe nicht hochentflammbar oder giftig sein. British Airways weist desweiteren darauf hin, dass die Verschlüsse und Sprühventile von Aerosolen geschützt verstaut sein sollten, sodass der Inhalt nicht im Gepäckstück auslaufen kann. Vor Reiseantritt empfiehlt es sich also, auf der Website der jeweiligen Fluglinie Genaueres zu recherchieren.

Deo im Flugzeug: Tipps für den Transport

Für alle, die ohne aufgegebenes Gepäck reisen oder auf Deo im Handgepäck nicht verzichten möchten, gibt es einige Tipps, die die Mitnahme erleichtern. Zunächst sind dabei Deo-Sticks oder festes Deo klar im Vorteil gegenüber flüssigen Varianten – sie dürfen in größeren Mengen mitgeführt werden, sind auslaufsicher und darüber hinaus auch nachhaltiger.

Bei Deo-Spray oder Rollern sollten Passagiere für das Handgepäck auf Reisegrößen zurückgreifen. Beim Kauf bietet es sich an, auf aluminium- sowie alkoholfreie Varianten zu achten. In jedem Fall ist es sinnvoll die geltenden Flüssigkeitsbeschränkungen und Vorschriften einzuhalten, um Probleme bei den Sicherheitskontrollen zu vermeiden.

Fazit: Darf man Deo mit ins Flugzeug nehmen?

  • Sprühdeo und Deo-roll-on gelten im Flieger als Flüssigkeit und sind daher nur in Behältern mit maximal 100 ml Umfang in einem 1-Liter-Zip-Beutel im Handgepäck erlaubt
  • Im aufgegebenen Gepäck dürfen höchstens 2 Liter an Aerosolen mitgeführt werden
  • Für Flugreisen eignen sich Deo-Sticks oder festes Deo besser als flüssige Formen