Einmal um den Globus: Mit Around-the-World-Tickets die Welt umrunden

21.03.2017

Einmal die Welt umrunden - davon träumen viele Reisende. Möglich macht das ein Around-the-World-Ticket. Für wen das Pauschalangebot lohnt - und wer mit individuellen Flügen besser beraten ist.

Hamburg/München (dpa/tmn) - Der Studienabschluss ist in der Tasche, der Job nervt schon lange, die wohlverdiente Rente bietet Zeit, um sich einen Traum zu erfüllen: Gelegenheiten für eine Weltreise gibt es genug. Und selten war das so einfach und günstig wie heute. 80 Tage wie Jules Vernes Romanheld Phileas Fogg braucht man längst nicht mehr. Organisierte Weltreisen machen eine Umrundung der Erde in nur zwei Wochen möglich - mit einem sogenannten Around-the-World-Ticket. Was man wissen muss:

Was ist ein Around-the-World-Ticket?

Der Anfang war legendär: Pan American World Airways aus den USA startete 1947 ihr Angebot «Round the World». Von diesem Jahr an konnten Flugreisende die Welt theoretisch ohne Umsteigen in 48 Stunden umrunden. Start und Ziel war New York. Stopps gab es in Honolulu, Hongkong, Bangkok, Delhi, Beirut, Istanbul, Frankfurt und London.

Wie beim Pionier Pan Am funktionieren Around-the-World-Tickets heute nicht mehr. Vielmehr werden mehrere Einzelflüge einer Flugallianz miteinander kombiniert und ergeben zusammen eine Art Pauschalreise für die Weltumrundung: Binnen eines Jahres kann man so einmal die Welt umrunden. Angeboten werden die Tickets hauptsächlich von großen Luftfahrtallianzen wie Star Alliance oder Oneworld. Einige Reisebüros stellen Kunden aber auch eine Route aus einzelnen Flügen zusammen.

Reisende können auf ihrer Weltumrundung zwischen 5 und 15 Mal einen Zwischenstopp einlegen. Bei allen Anbietern lässt sich allerdings nur in eine Richtung fliegen - die meisten umrunden die Welt ostwärts. Die beliebtesten Ziele seien Asien, Australien und Neuseeland, sagt Michael Gazis vom Anbieter STA Travel. Erst mit einigem Abstand folge Nordamerika.

Wie viel kostet so ein Weltumrundungs-Ticket?

Die Preise variieren je nach Anzahl der bereisten Kontinente, den Flugmeilen und natürlich der Reiseklasse. Gerade für junge Leute gibt es oft spezielle Angebote: Los geht es bei STA Travel bei rund 700 Euro. Deutschland, Reykjavík, Toronto, New York, Lissabon und wieder zurück: Der «Atlantic Appetizer» ist zwar keine Weltumrundung, aber immerhin eine kleine Weltreise entlang des Atlantiks. Nach oben ist preislich sehr viel möglich. Im Luxussegment können Reisende auch gut und gerne 40 000 Euro loswerden - für First Class, feinste Hotels und privaten Reisebegleiter.

Ist ein Around-the-World-Ticket günstiger als einzelne Flüge?

Das kommt darauf an. Bei Interkontinentalflügen auf der Südhalbkugel oder weit entlegenen Zielen wie Neuseeland oder Australien könnten Reisende je nach Route schon einmal bis zu 10 000 Euro mit einem Around-the-World-Ticket sparen, sagt Otto Schweisgut vom Deutschen Reiseverband (DRV), der in München selbst ein Reisebüro betreibt.

Ursprünglich entstand das Pauschalangebot, weil einfache Flüge oft genauso teuer oder sogar teurer als Hin- und Rückflug zusammen waren, erklärt Jochen Szech, Präsident der Allianz selbstständiger Reiseunternehmen (asr). «Mittlerweile wurde diese Logik aber von Billigairlines aufgeweicht.» Daher sei es inzwischen oft günstiger, mit mehreren One-Way-Flügen die Welt zu umrunden. Das gilt vor allem, wenn man eher die Rennstrecken und Routen der Billigflieger abfliegt.

Für wen lohnen sich die Around-the-World-Tickets?

Viele Weltumrunder sind noch relativ jung: «Die meisten unserer Kunden sind zwischen 18 und 35 Jahre alt», sagt Michael Gazis von STA Travel. «Sie nutzen die Zeit nach dem Abitur, dem Studium oder zwischen zwei Jobs, um sich eine Auszeit zu nehmen.» Für junge Reisende hat der Anbieter daher besondere Angebote parat.

Ein Around-the-World-Ticket lohnt aber nicht nur für Aussteiger auf Zeit. Auch Geschäftsreisende, die mehrere Termine in verschiedenen Ländern kombinieren möchten, können mit dem Ticket Geld und Zeit sparen. Und auch Urlauber, die statt eines 20-stündigen Flugs nach Australien oder Neuseeland lieber noch ein oder zwei längere Zwischenstopps machen möchten, könnten den Rundtarif nutzen, sagt Schweisgut. «Aus meiner Erfahrung macht eine Weltreise aber nur Sinn, wenn man Zeit hat.» Ein paar Monate sollten es schon sein. «Generell ist das eine tolle Möglichkeit, Länder zu besuchen, die man sonst so vielleicht nicht anreisen würde.»

Was sind Nachteile der Weltreise-Tickets?

Ein Manko ist die mangelnde Flexibilität: «Die Beschränkung auf maximal ein Jahr und die vorherige Festlegung der Reiseroute sind für mich K.o.-Kriterien», sagt der Reiseblogger Florian Blümm, der schon seit 2011 die Welt bereist. «Der Preis ist außerdem auf den meisten Routen besser mit schlau gebuchten Einzelflügen.»

Gerade Reiseziele abseits der oft besuchten Urlaubsregionen werden unter Umständen nur von einer Allianz angeboten. Mit dieser muss der Reisende dann auch die restlichen Strecken zurücklegen. Das bedeutet manchmal Abstriche bei der Reiseroute. Und auch bei der Länge des Aufenthalts ist man weniger flexibel.

«Around-the-World-Tickets sind aus meiner Sicht nur etwas für Leute, die genau wissen, wann und wie lange sie an einem Ort sein wollen und die Welt nach einem festen Plan umrunden möchten», sagt Szech. Möchte man besonders viele Ziele in wenigen Wochen anfliegen, verbringt man außerdem viel Zeit auf der Strecke. «Und das kann dann schnell anstrengend werden», sagt Schweisgut.

Helena Piontek, dpa

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