Verbraucherzentralen: Mehr Kundenärger über teure Inlandsflüge

Berlin, 17. Dezember 2017

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Die Verbraucherzentralen spüren wachsenden Kundenärger über starke Preissprünge bei Inlandsflügen nach der Pleite von Air Berlin.

Derzeit sei "eine deutliche Steigerung der Beschwerden über Ticketpreise" zu verzeichnen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Er begrüßte, dass das Bundeskartellamt mit seinen Möglichkeiten, in Unterlagen einzusehen, die Preisgestaltung beim Branchenprimus Lufthansa überprüfe. "Dann erwarten wir natürlich auch, dass notfalls Konsequenzen gezogen und auch Preise zurückerstattet werden."

Müller sieht die jüngste Entwicklung kritisch - die Lufthansa hatte zuletzt von normalen Marktmechanismen zwischen Angebot und Nachfrage gesprochen. "Wir sehen, dass viele Menschen hier sehr viel mehr zahlen, als das früher der Fall gewesen ist", sagte er. "Das übertrifft auch bei weitem das Preisniveau, was man vielleicht Air Berlin gegönnt hätte, um nicht in Insolvenz gehen zu müssen." Niemand fordere, dass Fliegen sehr günstig sei. "Aber es darf eben auch nicht so sein, dass die Lufthansa hier Monopolgewinne abschöpft."

Nach dem Aus von Air Berlin fehlen Zehntausende angebotene Plätze. Das Kartellamt hatte Ende November eine Prüfung bei der Lufthansa angekündigt. Der Konzern betont, die Preisstruktur nicht verändert zu haben. Höhere Durchschnittspreise entstünden durch größere Nachfrage.

Müller sagte, es könne nicht sein, dass die Lufthansa und ihre Tochter den deutschen Markt weitgehend unter sich aufteilten. "Auch andere Wettbewerber sollten hier eine Chance bekommen." Mit Blick auf ICE-Züge als Alternative für Inlandsreisen sagte er: "Jede Form von Wettbewerb ist einer der besten Freunde des Verbraucherschutzes und damit auch eine Möglichkeit, dass Preise nicht exorbitant steigen."

Mehr und pünktlichere Bahnverbindungen seien wünschenswert. "Aber das bedeutet ja leider nicht, dass auf allen Strecken es tatsächlich komfortable und vergleichbare Angebote der Deutschen Bahn gibt."

dpa

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