Zur Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER an diesem Samstag sind in Schönefeld eine Reihe von Protestaktionen angekündigt. Die Polizei rechnet insgesamt mit rund 3000 Teilnehmern an den Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen. Allein bei einer Taxi-Sternfahrt vom Flughafen Tegel bis zum BER wollen nach Angaben der Organisatoren gut 1000 Taxifahrer dabei sein.

Die Gruppe Am Boden bleiben kündigte am Freitag an, sie wolle die Eröffnungsfeier mit einer Aktion zivilen Ungehorsams «massiv stören». «Wir werden die Eröffnung des BER blockieren», sagte Lena Tucnak, eine der Sprecherinnen. Es könne nicht sein, dass in Zeiten der immer heftiger werdenden Klimakrise ein neuer Flughafen eröffnet werde.

«Wir wollen und brauchen den BER nicht», sagte Tucnak. Wenn die Befeuerung der Klimakrise legal sei, dann sei auch eine Blockadeaktion mehr als legitim. Daran sollen mehrere Hundert Menschen als Pinguine verkleidet teilnehmen – «coole Vögel, die am Boden bleiben». Tucnak erinnerte an eine ähnliche Aktion vor rund einem Jahr am Flughafen Tegel, die zu einem Großeinsatz der Polizei geführt hatte.

Die Berliner Taxifahrer wollen am Vormittag mit ihrem Korso in Tegel starten. Realistisch sei, dass sie gegen 11.45 Uhr am BER eintreffen, sagte Initiator Erkan Özmen am Freitag. Bei einer Kundgebung wollen sie fordern, dass alle 7000 Berliner Taxen künftig Laderecht am BER bekommen, nicht nur 300 wie bisher vorgesehen.

Das Aktionsbündnis Berlin Brandenburg, eine Bürgerinitiative von Flughafen-Betroffenen, plant am Vormittag eine Mahnwache. Ein Bündnis verschiedener Gruppen wie Fridays for Future Berlin, Extinction Rebellion und die Jugend des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat eine Demo angekündigt, die von 10.00 Uhr an vom alten Flughafen Schönefeld zum BER führen soll. Zeitgleich startet ein Fahrradkorso vom Platz der Luftbrücke in Berlin-Tempelhof.

Von einigen Plänen mussten sich die BER-Kritiker wieder verabschieden: Die BUND-Jugend darf am Flughafen keine Drachen steigen lassen. Und die Grüne Jugend Brandenburg und Berlin darf nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Potsdam nicht im Terminal 1 demonstrieren. Stattdessen schließt sie sich ebenfalls der Bündnis-Demo an.

Ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam sagte am Freitag, die Polizei werde mit einem Großaufgebot vor Ort sein, um die Sicherheit der Eröffnungsveranstaltung zu gewährleisten. «Wir sind auf alle Eventualitäten vorbereitet.» Die größte Einzelaktion sei die Taxi-Sternfahrt, die auch zu Verkehrsbehinderungen führen könne. Insgesamt sei anhand der Anmeldungen von rund 3000 Teilnehmern an den verschiedenen Aktionen auszugehen.

dpa ah yybb n1 bvi